Pferdreiter - Sitz auf!
Pferdreiter - Traumurlaub im Sattel

Gestüt / Verband, Land und Leute, Wissenswertes

Klarstellung der FN zu angeblicher Strafanzeige von PETA

Warendorf (fn-press).  Nach eigenen Angaben hat die Tierrechtsorganisation PETA bei der Staatsanwaltschaft Münster Strafanzeige gegen die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN)… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
28.11.2019 4 min lesen
Symbolbild © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Warendorf (fn-press).  Nach eigenen Angaben hat die Tierrechtsorganisation PETA bei der Staatsanwaltschaft Münster Strafanzeige gegen die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) erstattet. Die Staatsanwaltschaft hat die FN bisher noch nicht darüber in Kenntnis gesetzt oder befragt. PETA behauptet, dass die FN seit 2019 die beiden Substanzen Altrenogest und Omeprazol als Dopingmittel zulässt.

Das ist falsch. Dazu stellt die FN klar:

Der Einsatz von Pferden im Sport im Zusammenhang mit veterinärmedizinischer Behandlung und Medikation ist in den „Anti-Doping- und Medikamentenkontroll-Regeln“ (ADMR) der FN um-fassend geregelt. Seit 2010 sind die ADMR Teil des Turniersport-Regelwerks der FN, der Leistungs-Prüfungs-Ordnung (LPO). Zusätzlich brachte die FN 2010 erstmals die Broschüre „Fairer Sport – Sicher und sauber durch die Turniersaison“ heraus. Die Broschüre bietet Pferdesportlern praktische Informationen zu den ADMR.

Im Anhang der ADMR sind Substanzen und Methoden, deren Einsatz im Training und/oder Wettkampf verboten ist, in verschiedenen Listen kategorisiert. Daneben enthalten die ADMR auch einige Ausnahmen. Nach der Behandlung mit einer Substanz, die in den Ausnahmen gelistet ist, dürfen Pferde sowohl im Wettkampf als auch im Training eingesetzt werden. Dazu zählen seit 2013 Altrenogest (nur bei Stuten) und Omeprazol.

Welche Substanz in welche Liste?

Mit der Frage und Begründung, weshalb welche Substanzen in welche Liste eingeordnet werden, beschäftigt sich ein Expertengremium, die sogenannte FN-List-Group. Diese Gruppe setzt sich aus Experten zusammen, unter anderem Tierärzten, Pharmakologen und Biochemikern. Aufgabe der Gruppe ist es, dem zuständigen FN-Gremium Änderungen und Ergänzungen der ADMR zu empfeh-len, um diese stets aktuell zu halten und nach wissenschaftlichen Erkenntnissen anzupassen.

Informationen zu Altrenogest und Omeprazol:

Präparate, die diese Substanzen enthalten, sind verschreibungspflichtig. Sie dürfen ausschließlich nach tierärztlicher Untersuchung und Indikation verabreicht werden.

Es gibt Stuten, die aufgrund eines übersteigerten Rosseverhaltens gesundheitliche Beeinträchtigun-gen und eine besondere Stressbelastung erfahren. Fachexperten stellen fest, dass durch den Einsatz von Altrenogest bei vielen der betroffenen Stuten die dargestellten Folgen des Rosseverhaltens abgemildert werden können.

Omeprazol kann Magengeschwüren bei Pferden vorbeugen. Aufgrund ihrer vorbeugenden Wirkung ist die Substanz als Ausnahme der ADMR gelistet.

 

Alle Informationen zu Thema „Fairer Sport“ gibt es unter pferd-aktuell.de/turniersport/anti-doping-und-medikation

 

Tierschutz im Pferdesport:

PETA behauptet, dass „Pferde immer wieder als Sportgeräte missbraucht“ werden, und weiter: „Turnier- und oft auch Freizeitreiter zwingen Pferde, Risiken einzugehen, die sie niemals freiwillig in Kauf nehmen würden.“

 

Zu dieser vorurteilsbehafteten und pauschalisierenden Behauptung stellt die FN klar:

Die LPO wurde von der internationalen Organisation World Horse Welfare (WHW) beurteilt. In ihrer Beurteilung kommt die WHW zu dem Ergebnis, dass Tierschutz und Pferdewohl in unserem Turniersport-Regelwerk an erster Stelle stehen. Um das zu gewährleisten, gibt es umfangreiche Regelwerke sowie qualifizierte Aufsichtspersonen (Richter und Stewards), die dafür sorgen, dass nicht pferdegerechter Umgang auf Turnieren erkannt, beurteilt und geahndet wird.

 

Das vertrauensvolle Zusammenspiel von Pferd, Mensch und Natur ist die Basis von verantwor-tungsvollem Turnier- und Freizeitsport, wie wir ihn leben. Das ist einzigartig in der gesamten Sportwelt. Unser Regelwerk ist auf das Wohl des Pferdes ausgelegt. Es basiert auf einer über Generationen gereiften Reitlehre und wird ständig nach neuesten Erkenntnissen überarbeitet. Sämtliche Trainingsmethoden sind stets pferdegerecht anzuwenden. Wir stehen für Fairness und Verantwortung. Regelverstöße im Turniersport werden von uns nicht nur abgelehnt, sondern auch aktiv verfolgt.

 

Fachgerechte Ausbildung ist Grundlage für das Wohl des Pferdes

Die Sicherheit von Mensch und Tier im Pferdesport ist eines unserer obersten Gebote. Eine fachgerechte Ausbildung von Reitern, Fahrern, Voltigierern und Pferden ist die Grundlage für das Wohl des Pferdes und für die Verhütung von Unfällen. Mit unserem Ausbildungssystem sorgen wir dafür, dass Menschen die Fähigkeiten und Kompetenzen für einen sicheren Umgang mit dem Pferd sowie im Reiten, Fahren und Voltigieren erlangen.                                                                Jbc

 

Hier geht es zu dem Schreiben von peta.

Kommentar von Martin Stellberger:

Die Anschuldigungen der selbsternannten „Tierrechts“-Organisation PETA gegen die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) sind so abwegig wie an den Haaren herbeigezogen und dazu einfach so pauschal, dass man sie als Fake-News entlarven kann: Da wird einfach behauptet, die FN erkläre „seit 2019 zwei Dopingmittel wieder als zulässig: Altrenogest, ein Hormon zur Reduzierung der sogenannten Rossesymptome bei paarungsbereiten Stuten, und Omeprazol, das als Protonen-pumpenhemmer die Magensäureproduktion hemmt und unter anderem bei Magengeschwüren verabreicht wird.“ Den Höhepunkt der Unsachlichkeit ist die Behauptung, dass Pferde „systema-tisch zu unnatürlichen Höchstleistungen gezwungen und die dadurch bedingten gesundheitlichen Probleme durch Dopingmittel unterdrückt werden, um sie über ihre Leistungsgrenze hinaus zu treiben.“ Es ist jedoch leicht zu durchschauen, was die Organisation erreichen will: Diskreditierung der FN und ihrer über 700.000 Mitglieder in den Vereinen deutschlandweit. Sie werden in die Ecke von Tierquälern gerückt, ohne Rücksicht auf Tatsachen und das Regelwerk der FN. Völlig unbe-achtet bleibt die Tatsache, dass sämtliche Turniere in FN-Verantwortung von geschulten Turnier-richtern und Stewards überwacht werden, gerade um Verstöße gegen den Tierschutz zu unterbin-den. Diese Fachleute sind so streng, dass sie selbst einen kleinen blutigen Kratzer am Pferdekörper ahnden. Betroffene Turnierteilnehmer werden ohne viel Federlesens disqualifiziert, ohne Rücksicht auf große Namen. Dabei kommt es auch nicht darauf an, ob die Verletzung aus Versehen, durch Nachlässigkeit oder unsachgemäße Handlung entstanden ist.

 

Die Art und Weise der Argumentation der Pferdesport-Gegner ist fatal und vor allem vergleichbar mit dem unsäglichen Vorgehen anderer Organisationen, die sich in unserem Lande tummeln. Die Gerichte werden also dann entsprechend entscheiden und feststellen, ob bzw. dass das Regelwerk der FN korrekt und effektiv ist. Der FN zu unterstellen, vorsätzlich Doping zuzulassen, ist an Chuzpe nicht zu überbieten. Und so werden Gerichte beschäftigt, die wahrlich Anderes zu verhan-deln hätten. Nur Rechtsanwälte profitieren wirklich: sie bekommen ihr Honorar.

 

Die FN in Warendorf hat richtig reagiert: Ihre Stellungnahme ist umfassend, sachlich korrekt und für jedermann verständlich.

Pressemitteilung des Pferdesportverbandes Baden-Württemberg e.V.

Themen in diesem Artikel
Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.