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Geschichte des Bogenschießens

Fast in allen historischen Aufzeichnungen auf der ganzen Welt findet man Schriften und Bilder des Berittenes Bogenschießens. Hierbei handelt es sich… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
07.04.2019 3 min lesen
(Foto: horseweb)

Fast in allen historischen Aufzeichnungen auf der ganzen Welt findet man Schriften und Bilder des Berittenes Bogenschießens. Hierbei handelt es sich um eine Kampfkunst und ein Schießsport zu Pferd. Bei dieser Kampfkunst wird der Körper und Geist gestärkt. Der Ablauf ist in der Theorie sehr simpel: Mit Pfeil und Bogen wird vom Pferd aus in allen Gangarten, insbesondere im Galopp, geschossen.

Diese Technik führte historisch gesehen viele Reitervölker zu großen Erfolgen, wie die Skythen, die Hunnen, die Göktürken und Mongolen, welche über sesshafte Völker ein herfielen. Die europäischen Ritter waren mit ihrer schweren Panzerung den berittenen Bogenschützen häufig hilflos ausgeliefert. Das berittene Bogenschießen hat also einen militärischen Ursprung. Die Kampftaktik selbst war immer eine ähnliche: Einem blitzschnellen Angriff folgte auch immer ein blitzschneller Rückzug.
Die meist schwerfällig ausgerüsteten Bodentruppen hatten kaum eine Chance zu reagieren. Hinzu kam die Taktik „verstellte Flucht“ der berittenen Angreifer. Die Nomadenkavallerie galoppierte in
vermeidlicher Flucht davon und lockte die folgenden Bodentruppen so meistens in einen Hinterhalt.

Historische Aufzeichnungen belegen die Erfolge dieser einfachen, doch ausgeklügelten Taktik. So wurde z.B die Erste Schlacht bei Panipat, die die des Sultans von Delhi beendete, entschieden.
Was früher zur militärischen Notwendigkeit gehörte, ist heute nur noch ein reiner Sport. Welcher aber genauso ernst zu nehmen ist, wie alle anderen Kampfkünste auch, die es in unsere Neuzeit geschafft haben.
So wurde damals auch die Lehre der Samurai überwiegend in Kriegen eingesetzt, welche aber mehr als nur die reine kriegerische Strategie war. Es war eine Lebenseinstellung. Genauso sollte man das heutige berittene Bogenschießen sehen.

Die heutige Vereinigung „Die Steppenreiter e.V.“ trägt im Rahmen der Deutschen Meisterschaften zwei Wettkampfarten aus, zum einen die koreanische Variante, die dem seit ca. 600 Jahren
praktizierenden japanischen Yabusame sehr ähnlich ist und die vor etwa 20 Jahren entwickelte ungarische Variante.

Der koreanische Wettkampf

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Die koreanische Variante ist darauf ausgelegt schnelle Ritte mit präzisen Schüssen zu vollziehen. Während es hingegen bei dem ungarischen Wettkampf eher auf die Ausdauer und Kontinuität ankommt. Man kann sagen, dass die koreanische Variante gegenüber der ungarischen, eher einer Sprintdisziplin gleicht. Bei der koreanischen Variante ist aber noch mehr gefragt, als die alleinige Art zu reiten. Es kommt darauf an die Schüsse schnell und punktgenau auszuführen, was ein hohes Maß an Konzentration fordert.
Drei Disziplinen sind im koreanischen Wettkampf gefordert: den Single Shot, den Double Shot und den Multiple Shot.
Durch das Ziehen der Pfeile aus dem Köcher/Gürtel/etc. und das Fehlen von Korrekturschüssen, bildet dieser Wettkampf eine reelle kämpferische Situation nach. Diese Variante eignet sich gut für Anfänger des berittenen Bogenschießens.

Der ungarische Wettkampf

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Bei der ungarischen Variante kann sich die Leistung der berittenen Bogenschützen über mehrere Durchläufe entfalten. Hier kommt es auf die Ausdauer von Pferd und Reiter an. So hat man die
Möglichkeit durch mehrmalige Durchläufe immer mehr Punkte zu erreiten, was diese Art von Wettkampf ausmacht. Genau wie beim koreanischen Wettkampf werden auch hier Nachbauten von Bögen benutzt die den originalen Bögen von damals sehr nahekommen. Aber sowohl beim Material der Bögen wie auch bei der der Pfeile sind moderne Materialien zulässig. Die verwendeten Bögen dürfen jedoch keine Schussfenster oder Pfeilauflagen aufweisen.
Die Distanz zu den Zielen variiert zwischen maximal ca. 50m und minimal 9 Metern, bei der in einer festgelegten Zeit möglichst viele Pfeile nach vorne, zur Seite und nach Hinten in die Ziele geschossen werden müssen.

 

Quelle: wikipedia.de
diesteppenreiter.de

Jaqueline Weidlich

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