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In den letzten Tagen hatte ein Interview des FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach zum Ausbildungsbeginn junger Pferde für Verwirrung gesorgt. Jetzt veröffentlicht… Artikel lesen

Larissa Lienig
10.05.2019 2 min lesen
Symbolbild (Foto: Pixabay)

In den letzten Tagen hatte ein Interview des FN-Generalsekretär Soenke Lauterbach zum Ausbildungsbeginn junger Pferde für Verwirrung gesorgt. Jetzt veröffentlicht die Redaktion von FN aktuell eine Klarstellung und bezieht Position.

Intensität und Frequenz sind entscheidend

Warendorf (fn-press). Seine Aussage zum Ausbildungsbeginn junger Pferde sorgte in den letzten Tagen für Verwirrung. Im Rahmen der FN-Tagungen in Hamburg äußerte sich Soenke Lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), zu den Leitlinien Tierschutz im Pferdesport, die künftig 30 Monate als frühesten Termin für den Ausbildungsbeginn von Pferden definieren. „Meine Aussage im Interview verstehen einige Leute offensichtlich als Aufruf, jetzt grundsätzlich alle Pferde im Alter von 30 Monaten anzureiten. Das stimmt so nicht“, stellt Lauterbach richtig.

Zur Verdeutlichung hier noch einmal die Position der FN zum Thema Ausbildungsbeginn junger Pferde:

Es gibt keinen festen Zeitpunkt, zu dem mit der Ausbildung eines Reitpferdes begonnen werden muss. Das ist eine höchst individuelle, allein vom Pferd abhängige Entscheidung, die immer zugunsten des Pferdes ausfallen sollte. Um Orientierung bieten zu können, definiert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) in den Leitlinien einen Zeitpunkt, zu dem frühestens mit der Ausbildung „zum vorgesehenen Nutzungszweck“ begonnen werden darf. Diese Grenze wurde vom BMEL letztlich bei 30 Monaten gezogen. Wir können mit der Vorgabe leben, da sie mit unseren Ausbildungsgrundsätzen nicht kollidiert.

Unsere Richtlinien für Reiten und Fahren Band I geben an, dass Pferde in der Regel mit drei Jahren angeritten werden. Die FN-Broschüre „Anreiten und Ausbilden von jungen Pferden“ ergänzt dazu: „Ob dies einige Monate früher oder später geschieht, ist individuell von der Entwicklung des Pferdes abhängig. Wichtiger noch als das Alter ist das richtige und schonende Anreiten.“ Darüber hinaus weisen wissenschaftliche Studien darauf hin, dass ein früher, aber langsamer und schonender Aufbau zur langfristigen Gesunderhaltung der Pferde beiträgt.

Meinungsäußerungen, nach denen es pauschal besser ist, möglichst spät mit der Ausbildung zu beginnen, stimmen wir dagegen nicht zu. Dabei stützen wir uns auch auf eine Metaanalyse von Prof. Dr. Uta König von Borstel, Professorin für Tierhaltung und Haltungsbiologie der Universität Gießen, die die vorhandenen wissenschaftlichen Studien zum Thema ausgewertet hat. Auch sie kommt zu dem Ergebnis, dass „ein früher Ausbildungsbeginn in altersgerechter Intensität und Frequenz von Vorteil ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen wie zum Beispiel, dass ausreichend zusätzliche, freie Bewegung gewährt wird“.

Larissa Lienig

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