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Dressur, Springen, Turniervorschau

Stuttgart: 35. Stuttgarter German Masters – fünf Tage großer Sport

Stuttgart.   Die STUTTGARTER GERMAN MASTERS bieten mit knapp 4.000 Quadratmetern den größten Indoor-Parcours der FEI. Das sind die Voraussetzungen, die… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
01.11.2019 5 min lesen
DEVOS Peter (BEL), Apart Stuttgart – German Masters 2018 Siegerehrung Grosser Preis von Stuttgart Longines FEI Jumping World Cup 2018/2019 17. November 2018 © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Stuttgart.   Die STUTTGARTER GERMAN MASTERS bieten mit knapp 4.000 Quadratmetern den größten Indoor-Parcours der FEI. Das sind die Voraussetzungen, die die weltbesten Springreiter nach Baden-Württemberg locken. Insgesamt stehen an den fünf Turniertagen 13 Springprüfungen auf dem Plan. Höhepunkt ist am Sonntag der LONGINES FEI Jumping World CupTM um den Großen Preis von Stuttgart, präsentiert von Mercedes-Benz, WALTER solar und BW-Bank sowie der MERCEDES GERMAN MASTERS am Freitagabend.
13.-17. November 2019

 

Drei Turnierleiter – ein Ziel: Sportler von Rang und Namen

Die drei Turnierleiter Carsten Rotermund aus Münster-Handorf, Andreas Krieg aus Villingen und Kai Huttrop-Hage aus Albführen sind einmal mehr Garanten dafür, dass beim Pferdesport-Highlight im NeckarPark alles, was Rang und Namen hat, in den Sattel steigt oder die Leinen in die Hand nimmt. Außer auf die Weltcup-Teilnehmer können sich die Zuschauer auf das Indoor-Vielseitigkeits-Derby mit starker internationaler Konkurrenz freuen. Am Start sind unter anderen die Doppel-Europameisterin von Luhmühlen, Ingrid Klimke aus Münster, sowie Turnierbotschafter, Publikumsliebling und Lokalmatador Michael Jung aus Horb.

 

Erfolgsrezept: Einzigartige Mischung aus Sport und Show

Mit zum Erfolgsrezept trägt die einzigartige Mischung aus Sport und Show mit attraktiven Schaubildern bei. Andreas Kroll: „Höhepunkte sind im Show-Bereich der Große Schauabend unter dem Motto ‚Black and White‘ zum Auftakt am Mittwoch um 19 Uhr.“ Auch die angegliederte Messe ist ein wahres „Zugpferd“, hier findet der Besucher alles rund um den Pferdesport und was sein Herz begehrt. Der Vorverkauf für das Pferdesport-Highlight läuft hervorragend. Bis Redaktionsschluss wurden über 35.000 Karten verkauft, sagte Andreas Kroll.

 

Christa Jung stellt die Springparcours

Nicht nur die Pferdesportler sind erstklassig, die in Stuttgart antreten, auch Christa Jung aus Bad Friedrichshall. Sie trägt nämlich die Verantwortung für die Springparcours. Sie ist eine weltweit herausragende Parcourschefin und zudem die einzige Frau in der internationalen Szene der Parcours-Chefs. Sie baute schon bei Welt- und Europameisterschaften sowie zahlreichen großen Turnieren im In- und Ausland. „Mit Christa Jung, die seit 2008 für die Parcours in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle verantwortlich zeichnet, haben wir eine internationale und erfahrene Parcours-Bauerin in unserem Team“, sagte Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft. „Sie ist zudem bei den Reiterinnen und Reitern anerkannt, die ihre Kurse als anspruchsvoll, aber fair loben!“ Sie tüftelt schon seit langem an Linienführungen, Kombinationen und Abläufen. Die pensionierte Lehrerin unterrichtete 42 Jahre lang an der Grund- und Hauptschule Bad Wimpfen und legte bereits 1977 als 22-Jährige die Lizenz zum Parcours-Chef Klasse L ab. Seit 1986 ist sie „International Course Designer FEI“ – mehr geht in der Branche nicht. Sie lernte und profitierte von so bekannten Parcours-Designern wie H. H. Brinkmann, dem langjährigen Stuttgarter Parcours-Verantwortlichen Hauke Schmidt sowie dem „Parcours-Papst“ Professor Dr. Arno Gego. Christa Jungs „Heim-Turnier“ ist das Mannheimer Maimarktturnier, das sie seit 1980 „baut“. Sie war z.B. für die Parcours der Bundeschampionate 1989 und 1993 verantwortlich, für die Deutschen Meisterschaften (1986, 1987, 1990) 1994 und 2002, für das 100. CSIO von Deutschland 2015 sowie für die Spring-Europameisterschaften 1997 als Assistentin von Olaf Petersen und 2007 als Chefin selbst verantwortlich. Sie „baut“ auch stets auf den Rückhalt und die Unterstützung ihres Mannes Karl-Georg Jung, der ebenfalls lizensierter Parcoursbauer ist. Mittlerweile tritt die älteste Tochter in die Fußstapfen der Eltern und ist bei vielen Einsätzen im Jung’schen Team dabei. Seit 30 Jahren hält Christa Jung Lehrgänge und Schulungen für Parcours-Chefs und Richter ab, gehört vielen Gremien an und gibt ihre Erfahrung weiter.

 

Vier Reiter gewannen dreimal

In der Geschichte des MERCEDES GERMAN MASTERS gibt es bisher vier Reiter, die sich drei Mal den Sieg sichern konnten: Der Brite John Whitaker auf dem legendären Schimmel Milton (1988, 1989, 1992), Ludger Beerbaum (1995, 1996, 2005), Marcus Ehning (1999, 2002, 2004) und Christian Ahlmann (2012, 2015, 2016). Lediglich fünf Reiterinnen triumphierten bisher beim MERCEDES GERMAN MASTERS, nämlich die Kanadierin Catherine Burdsall (1987), Beezie Madden aus Kanada (2003), die Schwedin Malin Bayard (2006) sowie die beiden Deutschen Meredith Michaels-Beerbaum (2008, 2010) und Simone Blum (2017). Vorjahressieger war Pius Schwizer, der Schweizer konnte sich schon 2011 in die Ehrenliste der Gewinner eintragen.

 

FEI Pony Jumping Trophy

Dazu kommen in diesem Jahr zwei internationale Pony-Springprüfungen, die mittags stattfinden. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr geht es nun zum zweiten Mal am Freitag und Samstag um die FEI Pony Jumping Trophy.

 

Ann-Kathrin Lindner aus Ilsfeld ist dabei

Der Piaff-Förderpreis wartet auf die Qualifizierten: Elf Nachwuchsreiter haben sich in diesem Jahr die Teilnahme am Finale des Piaff-Förderpreises gesichert. Im Rahmen des Weltcup-Turniers Stuttgart German Masters dürfen sie mit ihren Pferden um den Sieg in Deutschlands wichtigster Serie für Nachwuchs-Dressurreiter wetteifern. In Balve, Wiesbaden, Verden und Ising hatten sie die Möglichkeit, Punkte für das Finale zu sammeln. Die Qualifizierten sind Ann-Kathrin Lindner aus Ilsfeld mit Sunfire und Flatley (47 Punkte), Sophie Reef aus Bad Bentheim mit Charming Lady (44), Anna-Christina Abbelen aus Kempten mit Henny Hennessy (42), Jil-Marielle Becks aus Senden mit Damon’s Delorange (40), Bianca Nowag, Ostbevern, mit Sir Hohenstein und Luciano (40), Hannah Erbe, Krefeld, mit Carlos (37), Hannah Cichos, Gelsenkirchen, mit Dias de Rio (29), Raphael Netz, Aubenhausen, mit Lacoste (29), Katharina Hemmer, Erwitte, mit Don Angelo und Capo (29) und Nina Kudernak, Dreieich, mit Dione (29).

 

Der Piaff-Förderpreis ist eine Serie mit Station auf vier hochkarätigen Dressurturnieren in Deutschland und einem Finale in der Stuttgarter Schleyerhalle. Geritten wird bei den Qualifikationen jeweils die Intermediaire II sowie der U25 Grand-Prix. In Stuttgart müssen die Finalisten den U25 Grand-Prix sowie den aktuellen internationalen Grand Prix bewältigen. Die Teilnehmer am Piaff-Förderpreis sind junge Dressurreiter bis 25 Jahre, die auf dem Weg sind, in den großen Sport hineinzuwachsen. Ermöglicht wird die Serie durch die Liselott-Schindling-Stiftung zur Förderung des Dressurreitsports.

 

Zum achten Mal: FEI Dressage World CupTM

Zum achten Mal präsentiert Stuttgart eine Wertungsprüfung des FEI Dressage World CupTM, bei dem wertvolle Punkte im Kampf um eine Teilnahme am Weltcup-Finale in Göteborg gesammelt werden können. Mit dabei ist die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, die schon seit mehr als 20 Jahren in Stuttgart sattelt: Isabell Werth aus Rheinberg. Am Samstag, 16. November 2019, wird die Dressurprüfung Grand Prix Kür, die Qualifikation für den Weltcup, in die Abendveranstaltung (Beginn 16.30 Uhr) gelegt.

 

Spektakulären Höhepunkt bieten die Vierspänner

Immer wieder spektakulär und ein Höhepunkt unterm Hallendach sind die rasanten Fahrten der Vierspänner in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle. Seit 20 Jahren sind die „Kutscher“ aus Stuttgart nicht mehr wegzudenken. Was 1994 einst als Show begonnen hatte, entwickelte sich fort und seit 2002 kämpfen die Vierspänner um Weltcup-Punkte im FEI Driving World CupTM, dem DB SCHENKER GERMAN MASTER. Im letzten Jahr konnte der Niederländer Ijsbrand Chardon die Prüfung für sich entscheiden. Wem gelingt der große Wurf 2019?

 

Vielseitigkeit gehört dazu wie Michael Jung als Lokalmatador

Seit vielen Jahren bildet das Indoor-Derby der Vielseitigkeitsreiter am Mittwochabend den ersten Höhepunkt. Hier peilt der Lokalmatador Michael Jung seinen neunten Erfolg an, nachdem er letztes Jahr wegen seiner Verletzung nicht dabei sein konnte.

 

Zuschauer können mitrichten in der Dressur: Voting-App

Das Zuschauer-Voting funktioniert über eine kostenlose App, mit der die Reitsport-Fans bei den Dressurprüfungen mitrichten können. „Diese Bewertungen fließen zwar nicht in das offizielle Ergebnis ein, aber die Zuschauer können sehen, ob sie mit ihrer Einschätzung der Leistungen im Viereck richtig liegen“, erklärt Jörg Klopfer, der Unternehmenssprecher der in Stuttgart-Veranstaltungsgesellschaft. Diese Möglichkeit macht das Zuschauen bei den Spitzensportlern besonders attraktiv und vermittelt zugleich „Reitverständnis“. Doch ganz „verloren“ sind die Zuschauer-eindrücke nicht: Mit dieser App können die Zuschauer Dressurprüfungen bewerten, als wenn sie selbst Richter wären. Ihre Resultate werden als zusammengefasste Zuschauermeinung öffentlich gemacht.

Pressemitteilung des Pferdesportverband Baden-Württemberg

pferdesport-bw.de

Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson