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Wie unterstützt man Pferde im Fellwechsel richtig

Wie jedes Jahr beginnt zum Frühling der Fellwechsel und der unterscheidet sich doch etwas von dem zum Winter hin. Denn… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
20.04.2018 3 min lesen
(Bild: privat)

Wie jedes Jahr beginnt zum Frühling der Fellwechsel und der unterscheidet sich doch etwas von dem zum Winter hin. Denn im Gegensatz zu dem Winterfell, wo eigentlich nur Haare nachgeschoben werden, die als Unterfell das Pferd warm halten sollen, ersetzt das Pferd zum Frühjahrs-Fellwechsel praktisch sein komplettes Fell, mit Ausnahme von Schweif, Mähne und Tasthaaren.
Bei dem Beginn des Fellwechsels ist nicht nur der Temperaturumschwung ein ausschlaggebender Aspekt, sondern auch die Sonneneinstrahlung. Pferde die nicht raus dürfen, weil sie zum Beispiel nach einer Verletzung in der Box stehen müssen, bekommen daher oft Probleme mit dem Fellwechsel. Auch ältere Pferde tun sich oft schwer ihr altes Haarkleid loszuwerden.
Aber auch bei gesunden, jungen Pferden ist der Fellwechsel zum Frühling eine echte körperliche Anstrengung, die wir durch einige Punkte vereinfachen können.

 

Damit das neue Haarkleid auch schön glänzend wird, braucht das Pferd viele Mineralien und Spurenelemente, so lohnt es sich dem Pferd Mineralfutter zu geben. Gerade bei Füchsen und Braunen kann dies auch die Fellfarbe beeinflussen. Besonders wichtig für das Fell sind Zink, Kupfer, Schwefel und Selen.
Aber Achtung: Nur die vom Hersteller empfohlene Menge zufüttern – zu viele Mineralien können auch schaden.
Ein guter Zusatzstoff ist auch Bierhefe, Vitamin B und E, welche man dazu füttern kann. Die Hefezellen helfen den Bakterien im Pferdedarm Mineralien und Biotin aufzunehmen. Die übliche Dosis liegt bei 10g bis 20g Bierhefe pro 100kg Körpergewicht. Genauso wirksam und schon lange kein Geheimtipp mehr, ist etwas Öl ins Futter zu mischen, das bringt nochmal extra Glanz für das Fell. Des Weiteren sind Omega-3-Fettsäuren besonders gut für den Pferdeorganismus, diese muss das Pferd aber durch seine Nahrung aufnehmen, da der Körper es nicht selbst bilden kann. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und fördern das Immunsystem. Daher empfiehlt es sich das Pferd mit einer Omega-3-Fettsäuren Ölsorte zu füttern. Das sind vor allem Leinöl und Rapsöl, wobei Leinöl mit 52 Prozent deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren enthält als Rapsöl mit 9 Prozent. Da die Pferdeverdauung aber nicht auf eine fettreiche Nahrung eingestellt ist, dürfen Sie nicht zu viel Öl auf einmal füttern. Mehr als 80 ml pro Mahlzeit und 250 ml am Tag können der Verdauung schaden. Ideal sind einmal täglich etwa 50 ml Leinöl über das normale Futter.
Auch die Pferde versuchen alles um ihr altes Fell loszuwerden, deswegen nutzen diese jede Gelegenheit sich zu schubbern, denn das alte abgestoßene Fell juckt auf der Haut. So können wir durch ausgiebiges putzen weiter Abhilfe verschaffen. Lösen sich die Haare büschelweise darf es ruhig auch der harte Kunststoff- oder Metall-Striegel sein. Bei langem Teddyfell hilft ein Federstriegel das Fell loszuwerden.
Wenn man gerade nicht anwesend ist, nutz das Pferd jede Ecke, Baum und Kante um sich zu jucken, hier können extra aufgestellte „Kratzecken“ oder an den Wänden festgeschraubte Wurzelbürsten helfen. Es gibt einen Massage- und Fellpflegehandschuh, der besonders beim Fellwechsel hilft. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Hände sauber bleiben und der Dreck nicht unter den Fingernägeln hängen bleibt.

 

Bei deutlich älteren Pferden, die sich mit dem Fellwechsel schwer tun, ist die Schur eine gute Hilfe. Besonders, wenn das Pferd unter der Hitze leidet, lohnt sich dieser Schritt. Denn gerade ältere Pferde haben oft einen schlechten Kreislauf und können sich mit ihren dicken Pelz gar nicht mehr richtig Bewegen.

 

Unsere Top 5 um den Stoffwechsel beim Fellwechsel mit Zusatzfutter oder Ergänzungsfutter zu stärken:

 

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