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Schwammspinner – die Konkurrenz zum Eichenprozessionspinner?!

Momentan hört man in den Nachrichten immer mehr von abgesperrten Gebieten wegen Raupen. Meistens war der Eichenprozessionsspinner für diese Meldungen… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
21.06.2019 4 min lesen
Schwammspinner (Lymantria dispar) (Foto:pixabay)

Momentan hört man in den Nachrichten immer mehr von abgesperrten Gebieten wegen Raupen. Meistens war der Eichenprozessionsspinner für diese Meldungen verantwortlich. Doch nun taucht der Name „Schwammspinner“ auch immer öfters in den Medien auf und hier warnt man Mensch und Tier vor dieser Raupenart. Doch was ist der Schwammspinner genau und worin liegt der Unterschied zu dem Eichenprozessionspinner? Sind beide Tiere gefährlich?

 

Schwammspinner

Der Schwammspinner gehört zur Ordnung der Schmetterlinge und zur Familie der Eulenfalter. Sein wissenschaftlicher Name lautet Lymantria dispar.


Größe
:
Das Männchen hat eine Flügelspannweite von 35-45mm
Das Weibchen hat eine Flügelspannweite von ca. 60mm

Schwammspinner (Lymantria dispar) (Männchen)(Quelle: Wikipedia.de)

Lebensraum:
Parks, Gärten und Laubwälder

Entwicklung:
Von Juli bis August ist bei den Schwammspinnern die sogenannte Flugzeit. In dieser Zeit suchen die Männlichen Falter ein Weibchen zur Paarung.

Gelege:
Kurze Zeit nach der Paarung legt ein Weibchen als Haufen an Baumstämme, Äste oder auch Mauern ca. 1000 Eier in große bräunliche, aus Schleim und Afterwolle bestehende Schwämme. Diese Schwämme nennt man auch Eispiegel oder Eischwämme. Durch die Haare, die vom Körper des Weibchens stammen, sind die Eier vor Kälte geschützt und vor Räubern verborgen. Dieses Gebilde wird dann an Baumstämme oder an Zäune befestigt. Da diese Gelege aussehen, wie braune Schwämme, hat der Schwammspinner seinen Namen erhalten.

Raupe des Schwammspinners (Quelle: Wikipedia.de)

Ernährung:
Im Frühjahr schlüpfen die ersten Raupen, die zunächst in einem großen Schwarm zusammen leben. Sie zerstreuen sich dann aber, durch großen Hunger getrieben, nach einiger Zeit und ernähren sich fleißig von Blättern und Knospen, meistens von Laubbäumen. Sie machen aber auch nicht vor anderen Pflanzen halt, so können sie zu einer regelrechten Plage werden und einen hohen Schaden verursachen, so z.B. auch an Obstplantagen.

Entwicklung:
Anfang Juli fangen die Raupen des Schwammspinner an sich  in einem leichten Gespinst zu verpuppen.
Nach ungefähr 10-14 Tagen schlüpfen dann die ersten Falter.

Aussehen:
Die Raupe: stark Schwarzgrau behaart mit blauen und roten Warzen

Der Falter: Die Vorderflügel sind graubraun mit verwischten schwarzen Zackenlinien. Die Hinterflügel sind heller und in einer bräunlichen Färbung.

Schaden:
Der Schwammspinner ist in erster Linie ein Forstschädling. Doch diese hyperaktive Raupe ist auf der Suche nach Nahrung nicht wählerisch und verbreitet sich schnell überall wo es etwas zu fressen gibt. So macht die Raupe auch vor privaten Gärten kein Halt. Wenn die betroffenen Bäume zusätzlichen Stress ausgesetzt sind, wie zum Beispiel anderen Insekten, Wärme und damit zusammenhängende Trockenheit, können die Bäume sogar absterben.

Gesundheitsrisiko:
Aber nicht nur für die Laubbäume ist der Schwammspinner gefährlich, auch für uns Menschen ist er nicht ganz ungefährlich. Wenn empfindliche Menschen mit den Raupenhaaren in Berührung kommen, kann es zu starken Hautreizungen, allergischen Reaktionen und sogar Atemnot kommen.

 

Ein besonders schlimmer Fall spielte sich in Gunzenhausener Burgstallwald ab. In dem folgendem Video ist zu sehen, wie tausende Raupen die Gegend belagern.

Quelle:
schaedlingskunde.de

insektenbox.de

 

Eichenprozessionsspinner

Der Eichenprozessionsspinner gehört zur Ordnung der Schmetterlinge und zur Familie der Zahnspinner. Sein wissenschaftlicher Name lautet Thaumetopoea processionea.

Größe:
Das Männchen hat eine Flügelspannweite von 25-32mm
Das Weibchen hat eine Flügelspannweite von 30-36mm

Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) (Quelle: Wikipedia.de)

Lebensraum:
Eichenreiche Wälder, Straßenränder, Parks

Entwicklung:
Die Eientwicklung beginnt direkt mit der Ablage der Eier (ca. 200-300 Stk.), damit ist die Entwicklung der Junglarven bereits im Spätherbst abgeschlossen. Die fertig entwickelten Larven überwintern im Ei und schlüpfen erst im darauffolgenden Frühjahr, ab Mitte April bis Anfang Mai.

Von Ende Juni  bis Anfang Juli verpuppen sich die Raupen schließlich in den Gespinstnestern, die anschließende Puppenruhe dauert zwischen drei und fünf Wochen.

Aussehen:
Die Raupe: Am Anfang ist die Raupe grau gefärbt, doch durch eine fünfmalige Häutung in ihrem Raupenleben, verändert sich auch das Aussehen. So zeigt ein späteres Raupenstadium eine breite, dunkle Rückenlinie.
Ab dem dritten Larvenstadium wachsen nun auch die berüchtigten, mikroskopisch kleinen charakteristischen Brennhaare, die in ihrer Raupenzeit bis zu ca. 3,5 cm lang werden können.

Die Prozession (Quelle: Wikipedia.de)


Der Falter:
Die Vorderflügel sind graubraun bis gelbgrau gefärbt und weisen drei schwarzgraue Querlinien auf. Die Hinterflügel sind weißgrau.

Schaden:
In erster Hinsicht ist der Eichenprozessionsspinner ein Forstschädling. In Deutschland sind hauptsächlich folgende Bäume befallen: Stieleiche, Traubeneiche und Amerikanische Roteiche. Die Raupe ist ausschließlich an Eichen zu finden, so kam diese auch zu ihrem Namen.

Gesundheitsrisiko:
Für Menschen ist das Insekt nicht ungefährlich. Gesundheitsschädlich ist das Insekt nur als Raupe, genauer gesagt, ab dem dritten Larvenstadium, dort wo sich die Brennhaare entwickelt haben. Die sogenannten Brennhaare beinhalten das Nesselgift Thaumetopoein, das bei Kontakt für Mensch und Tier schlimme Folgen haben kann. Es kommt zu leichten Schwellungen der Haut, starker Juckreiz und Quaddelbildug am Körper führen.
Doch nicht nur der Kontakt ist gefährlich, denn die Brennhaare der Raupe verteilen sich durch den Wind in der Umgebung und können in die Atemwege gelangen. Dies führt dann zu Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut.

Folgen daraus  können Bronchitis, schmerzhafter Husten und Asthma sein. Begleitende Symptome, nach einem Kontakt mit den Brennhaaren, sind Schwindelgefühl, Fieber, Müdigkeit und Bindehautentzündung.

In seltenen Fällen, in denen eine Allergie besteht, können die Brennhaare einen anaphylaktischen Schock auslösen.

Eine Besonderheit der Brennhaare ist ihre Langzeitwirkung. So können die beschriebenen Symptome auch erst nach Jahren, nach dem Erstkontakt, auftreten.

Eine große Gefahr geht daher auch von bereits älteren Gespinstnestern aus.

 

Informationen in einem kurzen Video zusammengefasst.

Quelle:
schaedlingskunde.de

biologie-seite.de

 

 

Fazit:

Zu beiden Insekten sollte man großen Abstand halten und Orte, die auf Grund der Tiere gesperrt sind, auch wirklich meiden.
Falls das eigene Grundstück betroffen ist, sollte man sich schnellst möglich eines Experten suchen und diesen um Rat bitten.

Zudem sollte man betroffene Stellen, immer melden, sodass es zu keinen Unfällen kommen kann.

 

 

-Autor: Celina-

Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson