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Pias Erfahrung mit dem Reitsimulator

In Springe steht der Reitsimulator „Mr. Jones“. Ich durfte ihn testen und bin nach Springe gefahren. Dort habe ich mich… Artikel lesen

Pia Kocker
07.11.2018 3 min lesen

In Springe steht der Reitsimulator „Mr. Jones“. Ich durfte ihn testen und bin nach Springe gefahren. Dort habe ich mich mit Moni Elbers getroffen. Sie ist die Besitzerin des Simulators und hat mich den Tag über begleitet. Nach der Begrüßung ging es auch direkt los und Moni erklärte mir den Simulator, wie er funktioniert und was er so kann. Ich war von Anfang an beeindruckt und war erstaunt was man mit der heutigen Technik alles machen kann. Beim Aufsteigen hatte ich im Kopf, …alles klar setz ich mich drauf und reit da oben ein bisschen und das wird schon. Aber schnell merkte ich, dass es gar nicht so leicht war.

Moni kann den Simulator von unten komplett steuern und hatte mir die „Beinsensoren“ für den Anfang ausgestellt. Nun musste ich mich komplett auf mein Gesäß, also auf meine Gewichtshilfe, konzentrieren. Dabei sollte ich auch bewusst atmen, um mich völlig zu entspannen. Nach einigen Minuten war mir klar, dass es heute anstrengend wird und ich doch noch einige Defizite habe. Um mich einzufühlen, stellte Moni mir die Gangarten zunächst, über drei Knöpfe an der Seite des Pferdes, ein. Schon da kam ich ins Schwitzen, denn ich musste die Übergänge komplett über den Sitz reiten. Anfangs noch etwas schwerfällig, kam ich mit meinen Übergängen immer schneller und besser durch.

Nach dieser kleinen Einführungsübung wurden mir die Beinsensoren hinzugeschaltet und das Reiten ging richtig los. Ich kam richtig ins Schwitzen und habe Bauchmuskulatur kennengelernt, die ich vorher nicht kannte. Immer von Moni begleitet, ritt ich die Übergänge nun souveräner und konnte mich immer besser in den Simulator hineinfühlen. Mein Zusammenspiel der Hilfen wurde besser und ich konnte es deutlich verfeinern. Das gute war einfach, dass ich die Übergänge so oft reiten konnte, wie ich lustig war. Da es kein „echtes“ Pferd ist, wird dieser auch nicht müde.

Moni bemerkte, dass ich an meiner Aufrichtung arbeiten muss, weshalb sie auch hierfür mit mir eine Übung machte. Ich musste in den leichten Sitz gehen und mich rein über meine Bauchmuskulatur halten. Meine Beine und das Gesäß sollte ich bewusst vom Sattel fernhalten. Anschließend musste ich einen kleinen Buckel machen und mich so wieder zurück in den Sattel setzen. Durch den Spiegel, der seitlich an der Wand befestigt ist, konnte ich meinen Sitz selbst kontrollieren und musste mir eingestehen, dass ich nun gerader saß.

Die Übergänge wurden besser und mein Sitz aufrechter und stabiler. Somit konnten wir den Bildschirm vor dem Simulator einschalten, sodass ich das Gefühl hatte im Gelände unterwegs zu sein. Der Bildschirm zeigte mir nun ein Gelände an. Auf der linken Seite des Bildschirms sah ich ständig den Simulator eingeblendet mit den Sensoren. Die Balken zeigten mir an, wie stark meine Einwirkung der Hilfen war. Wanderte der Balken in den roten Bereich, wusste ich sofort, hier war ich zu stark dran. Das Programm ist verstellbar und so kann man auch in einem Viereck reiten. Das ist optimal um Aufgaben zu üben. Es lässt sich ein 20x 40 und ein 20x 60 Viereck anzeigen. Wir sind jedoch im Gelände geblieben, da ich noch mit den Übergängen und meinen Sitz beschäftigt war. Meine nächste Herausforderung war nun das angaloppieren. Ich wusste gar nicht, dass diese, für mich sehr einfache Übung, doch so schwer sein kann.

Am Ende meiner Lehreinheit war ich sehr erschöpft und hatte nur einige Stunden danach sofort Muskelkater. Ich habe Muskulatur benutzt, die ich in meinem normalen Reitalltag nicht einsetze. Aber genau dies sollte ich tun, wenn ich mein Pferd wirklich am Sitz haben möchte. Mein Sitz ist nun deutlich stabiler geworden und das neu erlernte habe ich sofort auf meiner Stute umsetzen können. Das Zusammenspiel meiner Hilfen konnte ich noch mehr verfeinern und durfte meinen Körper ganz neu kennen lernen.

Mein Fazit: Ich bin wirklich sehr froh diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen und komme jeder Zeit gern wieder nach Springe. Nach nur einer Lehreinheit konnte ich meinen Körper neu kennen lernen und meine Hilfen noch besser aufeinander abstimmen. Der Simulator ist für mich kein Reitersatz, sondern eine perfekte Ergänzung für mein Training. Ich kann es nur jedem Empfehlen diese Erfahrung selbst einmal zu machen, denn auch ich habe den „Mr. Jones“ am Anfang völlig unterschätzt.

Eure Pia

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Pia Kocker

Die schönste Zeit im Leben sind die kleinen Momente in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.