Pferdetransporter

von Jaqueline Weidlich
18. Juni 2018
18.06.2018
ca. 5 Minuten

In Anlehnung an die „Morgenpost“ vom letzten Freitag gibt es hier mal ein paar Fakten und Tipps rund um das Thema Pferdehänger. Da momentan Turniersaison ist, müssen die Vierbeiner von einem Wettkampf zum Nächsten gebracht werden. Und das möglichst sicher und bequem.

Holz, Alu oder Polyester?

Egal, welches Material gewählt wird, alle haben ihre Vor- und Nachteile. Wer eine kostengünstige Variante sucht, kann auf Holz zurückgreifen, muss aber auch nach einiger Zeit mit Verrottung rechnen. Die etwas schickere, aber auch teurere Option wäre Polyester. Dieses enthält aber auch einen Holzkern in den Seitenwänden und der Hinterklappe. Durch Bohrlöcher kann Wasser ins Innere gelangen. Aluminium kann kaum bis gar nicht verrotten und ist somit langlebiger. Man sollte hierbei allerdings darauf achten, dass das Aluminium stabil genug ist. Ein Merkmal, bei dem man sich mit Holz und Polyester weniger sorgen muss.

Eine Frage der Pflege

Wer seinen Anhänger gut pflegt, hat länger etwas davon. Empfehlenswert ist es, den Transport nach jedem Gebrauch von innen zu säubern. Entgegen der wahrscheinlich verbreiteteren Meinung, reicht es den Innenraum auszuspritzen und anschließend trocknen zu lassen, anstatt mit einem Hochdruckreiniger zu arbeiten. Dieser könnte Schäden an Dichtungen und Elektrik hervorrufen. Auf jeden Fall darf der Hänger nicht luftdicht verschlossen werden, bei Holzmodellen muss außerdem die Gummimatte herausgenommen werden. Bei der Frage, aus welchem Material der Boden des Anhängers sein sollte, stellen sich ähnliche Nachteile im Falle eines Holzbodens heraus. Wie oben schon erwähnt, kann ein Holzboden durch zum Beispiel Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden. Deshalb sollte ein- bis zweimal im Jahr eine Kontrolle durchgeführt werden. Falls schon ein Schaden entstanden ist, muss unter Umständen Teile oder der gesamte Boden, sowie die Gummimatte ausgetauscht werden. Eine sicherere Variante ist da ein witterungsbeständiger Aluminiumboden.

Fahrsicherheit gewährleisten

Eigentlich offensichtlich, aber trotzdem sehr wichtig: Vorausschauendes Fahren. Vor allem wenn das Pferd hinten mitfährt. Abruptes Bremsen kann dabei gefährlich werden, da das Pferd keine Orientierung hat und nicht sieht, was vorne passiert. Trotzdem muss es manchen Situationen durchgeführt werden. Hierbei nicht den Druck des Anhängers unterschätzen. Auch in Kurven besonders vorsichtig sein, da der Anhänger enger fährt als das Auto. Auch das Rückwärtseinparken sollte am besten vorher ohne Tier geübt werden

Einstreu – praktisch oder unnötig?

Niemand ist dazu verpflichtet, Stroh oder ähnliches in seinem Anhänger auszulegen. Trotz allem bieten sich mehrere Vorteile dadurch. Unter anderem kann Feuchtigkeit wie Urin aufgesaugt werden.

Ins Rollen kommen

Beim Thema Reifen kann so einiges übersehen werden, wie zum Beispiel das Profil. Wenn dieses abgefahren ist, oder Risse oder poröse Stellen zu sehen sind, müssen neue Reifen her. Auch auf den Luftdruck muss geachtet werden. Der Richtwert darf um maximal 0,3 bis 0,4 bar unterschritten werden. Wenn der Anhänger eine Zulassung für 100 km/h hat, dürfen die Reifen nicht älter als sechs Jahre sein. Die Ersatzreifen müssen dieselben Bedingungen erfüllen.Und was tun, wenn der Hänger auf einmal einen Platten hat? Am besten im Vorfeld den Reifenwechsel üben, andernfalls den ADAC oder ähnliches als Hilfe rufen. Ein kaputter Reifen lässt sich einfacher wechseln, wenn das Tier nicht mehr im Anhänger ist. Das bedeutet also, dass falls eine Panne auf der Autobahn passiert, man noch bis zum nächsten Rastplatz fahren sollte, falls die Möglichkeit besteht.

Klare Trennung

In modernen Anhängern werden häufig nur noch PVC-Klarsichttrennwände eingebaut, anstatt der veralteten Holzwände. Die Pferde haben dadurch mehr Platz, allerdings können sie auch mit dem Huf und die Trennwand geraten und stürzen, wenn der Boden rutschig ist.

Ein- und Ausstieg

Jedes Pferd hat individuelle Vorlieben, was den Ein- und Ausstieg aus dem Transport anbelangt. Für manche kann durch die Rampe eine unangenehme Vibration ausgelöst werden, andererseits ist der Rückwärtsgang über Stufen eine Überwindung für so manchen Vierbeiner. Neuerdings gibt es aber auch Anhänger mit Ausstieg vorne, sodass Pferd nicht rückwärts den Hänger verlassen muss.

Gegen den Strom schwimmen

Wie man festgestellt hat, mögen es Pferde lieber, wenn sie gegen oder diagonal zur Fahrtrichtung stehen. Grund dafür ist eine Frage der Balance für die Pferde. Hersteller produzieren deshalb immer mehr solche gewünschten Hänger, in denen Pferde selber entscheiden wie sie stehen wollen.

Wohin mit dem Sattel?

Eine schon eingebaute Sattelkammer kann praktisch sein. Falls der eigene Anhänger solch eine Kammer nicht integriert hat, kann man diese nachrüsten lassen, entweder im Innenraum oder außen. Falls im Nachhinein innen eine Sattelkammer eingebaut werden soll, kann es passieren, dass deswegen die Eingangstür versetzt werden muss. Dadurch kann der Platz für das Pferd und für den Einstieg begrenzt werden. Oder man entscheidet sich für eine mobile Sattelkammer, die nach Bedarf mitgeführt werden kann.

Fahren bei Wind und Wetter

Schutzhauben oder sogar Unterstellplätze sind das A und O wenn es darum geht, seinen Hänger zu schützen. Eine ausreichende Belüftung im Inneren sollte dabei nicht vernachlässigt werden, um auch an dieser Stelle das Material zu schonen.

Transporter nicht nur für Pferde

Wer neben seinem Vierbeiner auch andere Sachen von A nach B bringen will, kann dies nur mit einem schwarzen, steuerpflichtigen Kennzeichen machen. Um die genauen Kosten zu berechnen, nimmt man als Basis das zulässige Gesamtgewicht. Für jede angefangenen zusätzlichen 200 Kilogramm werden 7,46 Euro jährlich berechnet. Wer ein grünes Kennzeichen besitzt, darf damit sein Pferd nur zu Sportzwecken im Hänger transportieren.

 

Kabelsalat

Das Verbindungskabel für die Elektrik darf bei der Fahrt nicht über den Boden schleifen. Um dies zu verhindern, kann man das Kabel durch das Abrissseil laufen. Ebenfalls sollte das Stützrad vollständig hochgefahren sein, damit auch dieses bei der Fahrt keine Probleme verursacht.

Den Durchblick haben

Damit die Pferde auch während der Fahrt genug frische Luft und Licht bekommen, sind in den meisten Modellen mehrere verstellbare Fenster eingebaut. Empfehlenswert ist es, die Fenster links und rechts in den Schrägen über den Türen anzubringen. Auf dem Markt existieren aber auch Anhänger, in denen die Pferde diagonal stehen können und wo eine größere Klappe angebracht ist, die im Stand für ausreichend Frischluft sorgen.

Platz machen

Im Gegensatz zu früher sind die Anhänger vor allem größer und komfortabler geworden, da sich die Pferde dort oft wohler fühlen. Es wird auch immer mehr die Kopffreiheit der Pferde in den Fokus gestellt, damit das Tier nicht eingeengt wird.

Rollladen

Wer ein Fohlen transportieren möchte, darf auf keinen Fall das Fohlengitter oder eine Plane vergessen. Dadurch wird verhindert, dass das Fohlen sich umdrehen oder sogar über die Anhängerklappe aus dem Fahrzeug springt.

Die Bremse ziehen

Falls der Anhänger über eine längere Zeit nicht benutzt wird, sollte man lieber Keile unter die Räder legen, damit der Hänger nicht wegrollt. Besonders im Winter oder bei feuchtkaltem Wetter kann es dazu kommen, dass die Bremse hakt. In diesem Fall kann man versuchen, mit dem Anhänger vorsichtig vor- und zurückzufahren, andernfalls sollte eine Werkstatt aufgesucht werden.

Das Auto als Zugfahrzeug

Nach welchen Kriterien in Bezug auf das zu ziehende Gewicht sollte ein Pferdeanhänger und das Zugfahrzeug ausgewählt werden? Es gibt ein vorgeschriebenes Gesamtgewicht, welches das Zugfahrzeug ziehen darf. Dieses bezieht sich nicht nur auf das Grundgewicht des Hängers, sondern auch auf die komplette Ausstattung und natürlich das Gewicht der zu transportierenden Vierbeiner. Falls das Gesamtgewicht die zulässige Grenze des Anhängers überschreitet, darf mit diesem Hänger nicht gefahren werden, unabhängig davon, wie viel das Zugfahrzeug ziehen darf.

Text: Louisa Trippe

 

Quelle: Reiter Revue

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