Pferde schäumen, aber nicht vor Wut

von Louisa Trippe
10. Juli 2018
10.07.2018
ca. 2 Minuten

Pferde schwitzen um die Körpertemperatur zu regulieren, ähnlich wie es beim Menschen funktioniert. Aber warum entsteht dann der weiße Schaum bei den Tieren, sobald sie anfangen zu Schwitzen?

Im Gegensatz zum salzigen und proteinarmen Schweiß der Menschen, ist der Schweiß von Pferden sehr proteinreich. Ein wichtiger Bestandteil ist unter anderem das Protein Latherin, das für den Schaum verantwortlich ist. Denn die Tiere haben ein grundlegendes Problem: Das Fell ist leicht ölig und somit wasserabweisend. Der Schweiß würde einfach daran abperlen, anstatt die Haut zu kühlen. Und da kommt das Latherin ins Spiel. Dieses sorgt dafür, dass die Wasseroberflächenspannung vermindert wird und die Haare des Fells angefeuchtet werden, was dann die Verdunstung erleichtert. Da das waschmittelähnliche Protein in hoher Konzentration vorliegt, wird als Nebeneffekt der typische Schaum produziert, der besonders dort wo Reibung entsteht, deutlich zu sehen ist. Daher lässt sich auch der Name des Proteins ableiten, dass vom englischen Wort lather (= der Schaum) abstammt.

Allerdings gibt es auch einen großen Nachteil daran, dass der Schweiß so viele Proteine enthält. Denn genau diese Proteine, die sich dann im Fell ablagern, stellen einen guten Nährboden für Mikroorganismen wie Keime und Bakterien dar. Infolgedessen könnte das Tier Schäden an Haut und Haaren bekommen. Aber auch dagegen hat die Natur ein Mittel geschaffen: Das Latherin wirkt nämlich antimikrobiell.

Forscher, die dieses Phänomen untersuchten, haben ebenfalls herausgefunden, dass das Latherin auch bei anderen Arten vorkommt, die geographisch allerdings weit verstreut sind. Neben den Pferden, kann man das Protein auch bei Zebras, Eseln und Onagern nachweisen. Da gehört es zu einer Gruppe Proteinen, die vorher nur in Mäulern und dem dazugehörigen Gewebe und in Speicheldrüsen gefunden wurde.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass das Latherin zwei wichtigen Zwecken bei den Vierbeinern dient: Zum einen kann dadurch die Regulierung der Körpertemperatur stattfinden, und zum anderen ermöglicht es das Kauen und Verdauen von großen Mengen Trockenfutter.

Quelle: www.propferd.at

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