Stallgeflüster

Neue Behandlung gegen Sommerekzem bei Pferden

Eine neue Behandlungsart, als alternative zu Sprays und Salben soll jetzt die Welt der allergiegeplagten Pferde revolutionieren. Hierbei handelt es… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
12.04.2018 2 min lesen
Symbolbild Pferd/Insekten (Foto: pixabay)

Eine neue Behandlungsart, als alternative zu Sprays und Salben soll jetzt die Welt der allergiegeplagten Pferde revolutionieren. Hierbei handelt es sich um einen neuartigen Impfstoff, der von einer internationalen Forschergruppe entwickelt wurde und schon bald Anwendung gegen das Sommerekzem finden soll.

Was genau ist das Sommerekzem und wie erkenne ich es?! 
Genau diese Frage werden sich wohl einige stellen. Grundlegend ist das Sommerekzem einmal sehr lästig ist und schränkt die Lebensqualität unseres Pferdes im Sommer erheblich ein.
Bei der Hauterkrankung reagieren Pferde allergisch auf den Speichel von stechenden Insekten (z. B. Stechmücken, Knitzen oder Kriebelmücken), was anfangs kleine Pusteln und einen immer größeren Juckreiz zur Folge hat. Das hat zur Folge das sich das Pferd kratzt und scheuert und somit an den betroffenden Stellen immer mehr Haare ausgehen. Zu sehen ist das meist an der Schweifrübe, Mähnenkamm und Bauchnaht, da das Pferd sich an diesen Stellen besonders gut Schubbern kann. Doch wenn dem nicht einhält geboten wird kann es zu offenen und manchmal auch eitrigen Stellen, bis hin zu Entzündungen kommen. Das sind wiederum Brutstätte für weitere Insekten und so ist es ein Kreislauf des Schreckens.

Unter der Leitung von Prof. Bachmann haben internationale Wissenschaftler am Universitätsspital Bern den neuen Impfstoff entwickelt. Dieser soll das Immunsystem unterstützen und es so ist es auch hervorragend geeignet für Kranke und ältere Pferde. Ermöglicht wurde diese Spitzentechnologie durch neueste Erkenntnisse aus der biomedizinischen Forschung, die nun für Haustiere zu erschwinglichen Preisen nutzbar gemacht wird. „Diese Option wird wahrscheinlich die Art und Weise ändern, wie Haustiere medizinisch behandelt werden“, so Forschungsleiter Prof. Bachmann.

Anhand einer Studie konnte das Potential des Impfstoffes schon getestet werden, die Probanden waren Islandpferde, welche vom Wesen am besten geeignet waren. Hierzu nahmen 34 betroffene Islandpferde an der placebokontrollierten, doppelblinden klinischen Studie teil. Davon wurden 19 Pferde geimpft und 15 erhielten Placebo. Das Ergebnis stimmte die Wissenschaftler positiv, denn bei 47% der mit dem neuen Impfstoff behandelten Pferde zeigte sich eine Verbesserung der klinischen Symptome um 50 % . Bei sogar 21 % erreichte man eine Verbesserung von 75 %. Bei der Kontrollgruppe (Placebo-Gruppe) erreichten lediglich 13 % der Pferde eine Verbesserung von 50 % und kein einziges eine von 75 %.

Wie funktioniert das?
Der Impfstoff besteht aus zwei miteinander verbundenen Komponenten. Die erste Komponente aktiviert das Immunsystem, basierend auf virusähnlichen Nanopartikel. Die zweite Komponente ist Interleukin 5 (IL-5), ein spezifisches Molekül, das die Entwicklung und Aktivierung von sogenannten Eosinophilen reguliert, die eine bedeutende Rolle bei Allergien spielen. Die Immunisierung mit diesem zwei Komponenten-Impfstoff haben die Pferde sehr gut vertragen und Gewebeschäden sowie Hautläsionen deutlich reduziert.
„Anders als bei der klassischen Desensibilisierung, bei der versucht wird, das Immunsystem gegenüber den Allergenen tolerant zu machen, gingen wir gezielt gegen die Hauptauslöser von Insektenstichüberempfindlichkeit vor, den Eosinophilen“, so die Erklärung der Wissenschaftler.

Quelle: www.propferd.at

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