Stallgeflüster, Wissenswertes

Lahm, müde, Leistungstief?

Amadeus hat wieder einen schlechten Tag, immer öfter in den letzten Wochen. Eigentlich sollte der 8-jährige Wallach heute eine letzte… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
27.08.2018 3 min lesen

Amadeus hat wieder einen schlechten Tag, immer öfter in den letzten Wochen. Eigentlich sollte der 8-jährige Wallach heute eine letzte Trainingseinheit vor dem langen und wichtigen Turnierwochenede absolvieren… aber irgendetwas stimmt nicht. Er geht taktunrein, hat wenig Freude an Bewegung und möchte einfach lieber in Ruhe gelassen werden. Der Hafer vom Morgen ist kaum angerührt. Was ist los?

Die angelaufene Fessel in Kombination mit der Taktunreinheit, wiederholt an verschiedenen Gelenken, lassen seine Besitzerin Michaela schließlich den Tierarzt rufen, aber auch der ist ratlos.

Röntgen, Ultraschall, Entzündungshemmer? Keine der Möglichkeiten lässt den sonst so vitalen und energiegeladenen Wallach aufleben. Nach wochenlanger Suche, verpassten Turnierstarts, mehreren Rechnungen und einem unglücklichen Pferd sowie Besitzerin bringt eine Blutuntersuchung Licht ins Dunkel.

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Amadeus leidet an Borreliose. Mithilfe einer speziellen Methode, bei der spezifische Zellen gegen die von Zecken übertragenen Erreger nachgewiesen werden, findet sich schnell die Lösung. Eine kurze Behandlung mit Antibiotika, ein weiterer Bluttest als Kontrolle, ob die Therapie erfolgreich war…und Amadeus ist wieder der Alte – leistungsbereit, mit Freude an der Arbeit, Schleifensammler auf dem Turnier und mit einem lauten Wiehern begrüßt er Michaela jeden Mittag.

Doch was war genau passiert?

Am Anfang stand ein Zeckenbiss, wie jedes Pferd mit Koppelgang wohl schon zahlreiche in seinem Leben erduldet hat. Doch eine der Zecken war infiziert mit Borrelien, und diese kleinen Bakterien gelangten mitsamt dem Speichel der Zecke in den Blutkreislauf von Amadeus. Einmal in einem warmen Tierkörper, hatten die Bakterien ideale Voraussetzung für die Vermehrung – und Amadeus Immunsystem wenig Chancen, denn Borrelien verstecken sich mit Vorliebe an Orten, die Antikörper nicht erreichen können. Klassische Labormethoden zeigten zwar Antikörper gegen Borrelien, aber ein schlüssiges Bild lieferten diese nicht, bis die Immunzellen untersucht wurden. Sind diese in hohem Maß vorhanden, machen die Bakterien wirkliche Probleme. Sind die Borrelien mithilfe von Antibiotika abgetötet, finden sich auch kaum spezifischen Zellen mehr, im Gegensatz zu jahrelang nachweisbaren Antikörpern. Daher ist die Methodik, Zellen statt Antikörper zu untersuchen, sicherer und aussagekräftiger.

Aber nicht nur Borrelien, die mittlerweile jedem ein Begriff sind, auch andere, zeckenübertragene Erkrankungen können unsere vierbeinigen Freunde krank machen:

Babesien beispielsweise können innerhalb weniger Tage nach Kontakt hohes Fieber, Blutarmut, Gelbsucht und andere Symptome wie Fressunlust und Abgeschlagenheit verursachen. Klinisch kann der Verlauf der equinen Babesiose sehr unterschiedlich sein, von symptomlos bis hochakut und in manchen Fällen sogar tödlich.

Bartonellen als Erreger der Bartonellose verursachen ein ebenso wie die Borreliose eher diffuses Krankheitsbild und sind nur durch gezielte Diagnostik nachweisbar, aber recht einfach behandelbar.

Die Problematik unklarer, wiederkehrender Lahmheiten oder unerklärlicher Leistungsabfälle können auch durch Anaplasmen (früher: Ehrlichien) verursacht werden. Zwar machen die Erreger der Borreliose und Anaplasmose vollkommen unterschiedliche Symptome im frühen Stadium, chronisch sind die Symptome jedoch kaum voneinander zu unterscheiden. Die klassische Antikörperbestimmung kann auch hier nur wenig bis keine Sicherheit bieten.

 

ZAKlab kann kurze Zeit nach dem Beginn der Infektion spezielle Immunzellen nachweisen – meist schneller als sich Antikörper bilden können.

Aber auch länger zurückliegende Infektionen können nachgewiesen werden und so kann die oft lange Suche nach Ursachen bei chronischen Leiden entscheidend abgekürzt werden. Kranke Tiere sind somit schneller wieder fit und leistungsbereit für Sport und Freizeit.

Weiter gibt die Diagnostik bei ZAKlab auch Sicherheit nach Antibiotikagabe oder anderen therapeutischen Maßnahmen über den Erfolg der Therapie.

 

Bei Fragen stehen Ihnen die Wissenschaftler bei ZAKlab telefonisch oder unter www.zaklab.de gerne und kompetent zur Verfügung, oder fragen Sie Ihren Tierarzt!