“Horsemanship” findet immer mehr Anklang

von Jaqueline Weidlich
13. Juni 2018
13.06.2018
ca. 2 Minuten

Horsemanship heißt wörtlich übersetzt Pferd-Mensch-Kunst. Und genau darum geht es auch in dieser speziellen Trainingsmethode. Im Mittelpunkt stehen der faire Umgang mit dem Pferd und die natürliche Kommunikation. Grundlegend lässt sich sagen, dass es darum geht zu lernen wie Pferde sich in einer Herde verhalten und auch kommunizieren, um diese Methoden in das Training einzubinden. Die Basis bildet dabei eine auf Respekt und Vertrauen aufbauende Beziehung.

Ein bekanntes Prinzip ist das „Wer bewegt wen“. Damit soll eine natürliche Rangordnung imitiert werden, wobei der Mensch die ranghöhere Position einnimmt. So wie es in einer Herde auch der Fall ist. Das Pferd bekommt dies durch positive und negative Verstärkung vermittelt. Der Reiter muss die Signale des Pferdes erkennen und deuten können, sowie selbst durch Körpersprache zeigen, was das Pferd tun soll. Dies wird vor allem mehr durch Bodenarbeit als durch das Reiten an sich erreicht. Beim Horsemanship wird vor allem ein harmonisches Miteinander fokussiert, das heißt es wird keine Form von Gewalt angewendet. Das Pferd soll durch leichten Druck Schritt für Schritt zum Ziel gebracht werden. Dieser Druck sollte sofort wieder nachlassen, sobald das Pferd die gewünschte Reaktion zeigt. Ein Horseman setzt Belohnungen durch Pausen und Streichellob um. Durch diese Faktoren kann zwischen Reiter und Vierbeiner eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut, quasi eine eigene Mensch-Pferd-Herde.

Die aus Amerika stammende Methode wurde durch den Pferdetrainer Pat Parelli in Deutschland bekannt gemacht. Seine Arbeit basiert auf sieben aufeinanderfolgenden Schritten, den sogenannten Seven Games. Diese sind an die Natur des Pferdes angelehnt und adaptieren das Verhalten einer Stute gegenüber ihres Fohlens. Darunter zählt man das Freundlichkeitsspiel, das Stachelschwein-, das Weichen auf Zeichen, Jo Jo, das Zirkeln, das Seitwärts- und Engpassspiel. Es gibt aber auch noch weitere Formen des Horsemanship, wie das Connected Horsemanship, das Natural Horsemanship und noch viele andere Bezeichnungen.

Was genau kann man sich also unter Horsemanship vorstellen? Die Idee dahinter besteht daraus, dass dem Pferd mit Respekt und Achtsamkeit begegnet wird, sodass eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut wird, wobei der Mensch ein Umfeld schafft, dass dem natürlichen Milieu der Pferde so ähnlich wie möglich ist. Für die Horseman ist das aber weniger ein einfaches Training, sondern mehr eine Lebenseinstellung.

Eine Diskussion rund um das Thema Widersprüche beim Horsemanship und Turniersport, findet ihr unter folgendem Link.

Text: Louisa Trippe

 

Weitere Artikel

Marike Weber - 
18. September 2018
ca. 1 Minuten
Marike Weber - 
13. September 2018
ca. 3 Minuten
Marike Weber - 
07. September 2018
ca. 2 Minuten
Jaqueline Weidlich - 
05. September 2018
ca. 3 Minuten
Jaqueline Weidlich - 
04. September 2018
ca. 6 Minuten
Jaqueline Weidlich - 
30. August 2018
ca. 2 Minuten