Grenzwerte bei der Medikation im Turniersport umstritten

von Jaqueline
30. Mai 2018
30. 05
ca. 2 Minuten

Wie viel von welcher Substanz ist bei Pferden im Turniersport erlaubt? Wo liegt die Grenze? Grenzwerte, ab wann Wirkstoffe keinen Einfluss auf Leistung und Gesundheit des Tieres hat, werden allerdings vom Weltreiterverband (FEI) nicht öffentlich zugänglich gemacht. Zwar kann man eine Liste mit der kontrollierten Medikation einsehen, allerdings fehlen dort die besagten Grenzwerte. Dafür werden diese vom internationalen Rennverband (IFHA) veröffentlicht.

Schon vor neun Jahren gab es einen Gesetzesentwurf der FEI, die einige Substanzen wie Schmerz- und Entzündungshemmer in hoher Dosierung, zugelassen hätten. Dieser wurde allerdings nach starken Protesten abgelehnt.

Ein weiterer Weg wäre die sogenannte Nulllösung. Dies bedeutet, dass gar keine Spuren von Medikamenten oder ähnlichen Substanzen nachweisbar sein dürfen. Möglich ist dies erst, seitdem man selbst kleinste Mengen nachweisen kann. Das Problem dabei liegt darin, dass Sportpferde gar keine Medikamente mehr bekommen dürften. Dies entspricht aber nicht dem Tierschutzgesetz und könnte der Gesundheit der Pferde schaden. Die Nulllösung greift deshalb nur bei komplett verbotenen Substanzen.

Bei dieser Diskussion kommt die Frage auf, wo eine solche Grenze, bei der Medikamente keinerlei Auswirkungen auf die Leistungen des Pferdes haben, liegen sollte. Und genau diese Gegebenheit bietet die Grundlage für einen fairen Sport. Die FEI will, dass diese Daten vertraulich bleiben und deswegen nicht öffentlich zugänglich für jeden sind.

Auffällig ist, dass auch FEI-Tierärzte nicht die genauen Werte kennen und sich somit nur auf Nachweiszeiten verlassen können. So können Medikamente, die man zur Behandlung eines Pferdes benötigt, nur mit Wartezeiten verabreicht werden, sodass das Pferd am Wettkampf teilnehmen kann, ohne dass ihm etwas nachgewiesen werden kann. Folglich wird dann aber wieder ein weiteres Problem aufgeworfen, da jedes Tier die Substanzen unterschiedlich schnell abbaut. Auf die Frage, warum die FEI die Grenzwerte nicht publizieren will, wird begründet, dass das Wohlergehen der Pferde geschützt werden soll, gleich Wettbewerbsbedingungen gewährleistet werden müssen und ein Missbrauch durch Mikrodosierung verhindert werden soll. Allerdings gäbe es für niemanden einen Wettbewerbsvorteil, wenn der Grenzwert so gelegt ist, dass das Medikament keinen Einfluss auf den Erfolg des Tieres hat. Dies wäre nur der Fall wenn ein Cocktail aus unterschiedlichen Substanzen gemixt werde. Um dies zu verhindern, stellt auch die FN die Grenzwerte nicht auf ihrer Website zur Verfügung. Des Weiteren findet man auch keine einheitlichen Werte über die Zeit, wie lange die Medikamente im Körper nachweisbar sind, da nur spezielle Labore die Möglichkeit haben, solche Messungen durchzuführen. Die Werte können deshalb voneinander abweichen.

Letztendlich gibt es also immer noch keine Antwort auf die anfangs gestellte Frage, wo der Grenzwert liegen sollte und wie die kontrollierte Medikation im Turniersport verbessert werden kann.

Text: Louisa Trippe

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