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In Deutschlands Wäldern breitet sich ein bislang noch unerforschter Schädling aus.  Nach dem Eichenprozessionsspinner muss man im Wald nun weiterhin… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
19.06.2019 2 min lesen
Foto: Dr. Rasmus Enderle, Julius Kühn-Institut

In Deutschlands Wäldern breitet sich ein bislang noch unerforschter Schädling aus.  Nach dem Eichenprozessionsspinner muss man im Wald nun weiterhin auf der Hut sein.

Der Schädling befällt sein Opfer schleichend und breitet sich dann langsam aus. Doch dieses Mal ist nicht von einem Tier die Rede, sondern von einem Pilz.
Der Pilz wird in mancher Munde als der „Schwarze Tod“ bezeichnet und breitet sich zwischen Holz und Rinde von Bäumen aus. Dabei dehnt er sich so aus, dass die Rinde stellenweise abplatzt und Sporen des Pilzes austreten können und die Umgebung der Abplatzung schwarz verfärben. Diese schwarze Ausbreitung erinnert an eine vermeintliche Rußschicht, die an Hinterlassenschaften eines Brandes erinnern. Doch handelt es sich hierbei um eine Schicht aus extrem vielen, winzigen kleinen Sporen des Pilzes „Cryptostroma corticale“. Mehr als hundert Millionen dieser kleinen Teilchen sitzen auf einem Quadratzentimeter.
Der Vergleich mit einer Rußschicht führte auch zu dem deutschen Namen: Rußrindenkrankheit. Der Pilz befällt ausschließlich Ahornbäume, vorwiegend Bergahorn, seltener auch Spitzahorn.

Der Pilz würde mit der Zeit dafür sorgen, dass der ganze Baum abstirbt. Doch nicht nur für den Baum ist der Pilz lebensbedrohlich, auch beim Menschen kann dieser zu gesundheitlichen Schäden führen. Wenn die Sporen eingeatmet werden, kann das zu Beschwerden wie Reizhusten, Schüttelfrost oder schlimmer, Atemnot, führen.

Dürrezeit schaffte ideale Bedingungen

Nach dem Dürresommer im Vorjahr sind noch immer viele Bäume geschwächt, was für den wärmeliebenden Pilz optimale Bedingungen zur Vermehrung sind. Die massenhaft gebildeten Sporen, bis zu 170 Mio. Stück je cm², verbreiten sich besonders bei starkem Wind.

Wirksame Mechanismen gegen die Sporen sind nicht bekannt. Die einzige Lösung ist, die Bäume zu fällen, da das Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier zu hoch ist. Das Holz sollte später nicht als Brennholz verwendet werden, die abgeholzten Bäume werden später verbuddelt.

So wurden in Teilen von Deutschland ganze Wälder gesperrt um die Gefahr des Pilzes zu mindern. Der neuste bekannte Fall ist im  Langforter Wäldchen am Weißenstein.
Mehr zu der Waldsperrung in Langenfeld.

 

Beobachtungen sollten umgehend Gemeldet werden.

 

 

Quelle:  Welt.de

Jaqueline Weidlich

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