Der Maulkorb für das Pferd – Fluch oder Segen?

von Jaqueline Weidlich
18. Juni 2018
18.06.2018
ca. 2 Minuten

Die Vor- und Nachteile

Wenn man Besitzer eines Ponys oder Pferds mit Gewichtsproblemen ist, scheint ein Maulkorb, auch Fressbremse genannt, eine gute Lösung zu sein,damit das Tier weniger frisst und nicht noch mehr an Gewicht zunimmt.
Doch der erste Schein trügt, die Fressbremse hat bei genauerem Hinsehen dann doch mehr Nach- als Vorteile.

Wer bei seinem Pferd einen Maulkorb verwendet,in der Hoffnung damit das Gewicht zu reduzieren oder zu halten,tut seinem Tier dabei nicht zwangsläufig etwas Gutes und sollte sich vorher informieren und auf bestimmte Dinge achten. Durch das Tragen eines Maulkorbes besteht zuerst einmal die Gefahr des Wundscheuerns wenn der Korb nicht passt oder falsch sitzt, deshalb sollte man beim Kauf auf das richtige Modell achten.

Nun hat man das Gefühl der Korb passt. Wenn das Pferd dann auf die Weide zu seinen Artgenossen gestellt wird, kommt ein weiteres Problem auf: der Maulkorb verdeckt einen Teil des Gesichts, das kann die Kommunikation des Pferdes einschränken und sogar zu Stress und Streit unter Artgenossen führen. Von möglichen Schwierigkeiten bei der Interaktion mal abgesehen,kann der Maulkorb insofern Probleme machen,als dass das Risiko irgendwo hängen zu bleiben,steigt.

Wenn man keine andere Möglichkeit als einen Maulkorb sieht,sollte man es dem Pferd so angenehm wie möglich machen, man sollte auf jeden Fall schauen dass der Korb weder Atmen, Gähnen noch Kauen behindert. Außerdem sollte auf der Weide eine offene Tränke stehen,da Trinken aus einer Selbsttränke für ein Pferd mit Maulkorb fast unmöglich ist. Zusätzlich spielt die Graslänge eine Rolle. Ist das Gras zu lang,drückt das Pferd es beim Versuch zu fressen platt und es kommt nichts durch das Fressloch.So ist es aber auch wenn das Gras zu kurz ist, man sollte also versuchen ein gutes Mittelmaß zu finden. Denn wenn das Gras nicht die richtige Länge hatund das Pferd versucht sehr energisch und unbedingt etwas zu fressen,können bei dem Versuch die Bodenplatte des Maulkorbes,oder noch schlimmer, die Schneidezähne des Tieres kaputt gehen.

 

Fazit
Wenn man absolut keinen anderen Ausweg sieht,ist das Tragen eines Maulkorbes unter bestimmten Voraussetzungen durchaus eine Möglichkeit. Hier gibt es mittlerweile einen großen Markt für Maulkörbe, unter denen der jeweils Richtige ausgewählt werden kann.

Nach der Eingewöhnungsphase kann man das Pferd dann mit Maulkorb auf die Weide lassen. Der Maulkorb sollt aber maximal zehn bis zwölf Stunden getragen werden und ist damit nicht für 24-Stunden-Weidegänger geeignet.
Doch bevor man zum Maulkorb greift,sollte man alle anderen Möglichkeiten,wie mehr Bewegung, den Weidegang reduzieren oder bereits abgegraste Koppeln verwenden,ausprobiert haben.
Sollte man völlig ratlos sein oder Angst haben etwas falsch zu machen,kann man natürlich immer noch den Rat des Arztes einholen,oder sich anderswo, z.B. bei einem Experten, informieren.

Text: Emily Renk

 

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