Berg-Ahorn: tödliche Gefahr für Pferde

Der Berg-Ahorn (Acer pseudoplatanus) ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Gattung der Ahorne (Acer). Er ist in Europa weit verbreitet und sowohl als Parkbaum als auch forstwirtschaftlich ein wichtiger Vertreter seiner Gattung. Um seine Zugehörigkeit zur Gattung der Ahorne zu betonen, ist in der Botanik die Bindestrichschreibweise üblich und nicht die ansonsten geläufige Schreibweise Bergahorn. (Wiki)
Im Herbst werden die Früchte des Bergahorns reif. Die geflügelten Nussfrüchte sind leicht zu erkennen, sie hängen paarweise in kleinen Gruppen beieinander und werden jeweils drei bis fünf Zentimeter lang. Bei Kindern sind sie besonders beliebt, da man sie wie kleine Propeller zu Boden gleiten lassen kann. Die Früchte des Bergahorns können sehr weite Strecken zurück legen, da ihre Verbreitung durch den Wind unterstützt wird. Manche Nüsschen bleiben den Winter über unter dem Baum liegen und lassen sich erst im nächsten Frühjahr weitertragen.
Die bei den Pferden sporadische auftretende Muskelerkrankung, mit meist tödlichen Folgen für das Pferd, wurde bis dato nur im Herbst beobachtet. Auslöser dieser Atypischen Weidemyopathie, die insbesondere das vegetative Nervensystem, Rückenmark und Stammhirn der Pferde befällt, ist mittlerweile mit sicherer Wahrscheinlichkeit der Samen des Bergahorns. Dieser enthält das hochtoxische Nervengift Hypoglycin A. Diese Aminosäure hemmt lebensnotwendige Enzyme im Organismus des Pferdes und das Gift aus dem Samen wird zu einem potenten Fettstoffwechselgift metabolisiert.
Genau hier liegt das Problem im Frühjahr, auch bedingt durch die diesjährigen frühen, warmen Tage und der noch sehr zurückhaltenden Vegetation des Weidegrases konnten die sogenannten Flügelfrüchte des Bergahorns vom Herbst aufkeimen. Das Gras war in seiner Wuchshöhe nicht hoch genug und somit waren die Voraussetzungen für das Aufkeimen der Samen sehr günstig. Ebenso ungünstig war es, dass die Pferde (meist die Pferde, die ganzjährig Koppelgang haben) bereits auf den Weiden grasten und somit auch diese jungen Ahorntriebe mitfraßen. Diese Keimlinge enthalten wohl 3500-mal mehr Hypoglycin A als der Samen oder die Blätter im Herbst.
Nach heutiger Erkenntnis sterben über 80 % der Pferde, nach der Aufnahme des Samen. Hier vermutet man auch, dass bereits das Fressen der welken Blätter ausreicht, um lebensbedrohliche Vergiftungssymptome hervorzurufen.
Die Symptome bei einer Vergiftung durch Bergahornsamen -keimlingen oder -blättern durch Hypoglycin A, zeigt sich durch starkes Schwitzen, kolikähnliches Verhalten, dunkelbraunen Harnabsatz und eine erschwerte Atmung. Fortschreitender zeigt sich ein taumelnder Gang bis hin zu kompletten Bewegungslosigkeit. Hier ist es schon bei den Anfangssymptomen wichtig eine Tierarzt aufzusuchen und alle anderen Pferde von der Weide zu holen.
Das alleine gab Anstoß zu der Untersuchung von Wissenschaftlern der Veterinärmedizinischen Fakultät Utrecht, sowie des Instituts RIKILT Wageningen UR (das sich mit der Sicherheit von Lebens- und Futtermitteln beschäftigt) um zu klären, ob auch andere Ahornarten giftig sind. Dr. Cornélie Westermann und ihre Kollegen haben dabei Pferdebesitzer in den ganzen Niederlanden aufgefordert, ihnen Muster von Ahornbäumen (Blätter, Samen, Sprösslinge) aus ihrer Umgebung für eine labortechnische Untersuchung zuzusenden. Sie erhielten insgesamt 278 Proben der drei häufigsten Ahorn-Arten in den Niederlanden: nämlich des Bergahorns (Acer pseudoplatanus), des Feldahorns (Acer campestre) sowie des Spitzahorns (Acer platanoides).
Das Ergebnis war, dass das Hypoglycin A weder beim Feldahorn, noch beim Spitzahorn nachgewiesen worden ist. Dafür enthielt nahezu jede Probe des Bergahorns die gefährliche Substanz. Die größte Gefahr geht lt. den Forschern von den Sprösslingen sowie von den Ahorn-Samen aus, die z. T. extrem hohe HGA-Konzentrationen aufweisen können – beim Verzehr von Blättern ist die Vergiftungs-Gefahr am geringsten.

Man kann einige Sachen beachten, damit es nicht zu der Vergiftung bei dem eigenen Pferd kommt. So sollte man eine Überweidung der Pferdeweide, insbesondere in Waldrandnähe oder entlang einer Baumallee vermeiden. So sollte, falls es noch nicht geschehen ist, alles Laub, von der Weide entfernen. Weiter sollte man beim Anweiden warten, bis das Weidegras eine entsprechende Wuchshöhe hat (>10 cm, idealerweise 25 cm).
In der Zeit, wo die Weide keine ausreichende Futtergrundlage bietet, sollte man unbedingt Heu dazu füttern. Dies verhindert, dass Pferde auch andere weniger schmackhafte Pflanzen, Blätter oder Samen fressen.
zu bedenken ist auch, dass die Vegetation im Frühjahr unter Bäumen und an Waldrändern meist einige Tage bis ein oder zwei Wochen zurückliegt. Das kürzere Gras an den Stellen führt dazu, dass die Pferde die Samen und Keimlinge aufnehmen – obwohl bereits an anderen Stellen das Gras höher ist.
Nach heutigem Kenntnisstand sollte die Weide mit ausreichendem Abstand zum Bergahorn eingezäunt werden oder die Weidestellen regelmäßig im Herbst von Samenresten befreit und im Frühjahr auf Keimlinge genauestens untersucht werden.

 

Quelle: www.wikipedia.de 

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