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Rasseportrait, Stallgeflüster

Bei den Wildpferden zu Hause

Am Montag, den 17.September, durften Jackie und ich (Pia) gemeinsam mit 60 weiteren Personen an einer Veranstaltung, der Persönlichen Mitglieder… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
21.09.2018 3 min lesen
(Foto:privat)

Am Montag, den 17.September, durften Jackie und ich (Pia) gemeinsam mit 60 weiteren Personen an einer Veranstaltung, der Persönlichen Mitglieder der FN, teilnehmen. Darunter waren PM Mitglieder und nicht PM Mitglieder.
Es stand ein Besuch der Wildpferde im Merfelder Bruch an. Der Merfelder Bruch liegt in Dülmen und wird vom Herzog von Croÿ verwaltet. Er nahm uns mit auf die Weiden der freilebenden Pferde und erklärte uns viele Fakten rund um das Wildpferd, sowie über das große Reservat.

(Foto:privat)

Herzog von Croÿ ist für ca. 400 Wilpferde verantwortlich, die auf einer Fläche von rund 400 ha leben. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts ist dieses Gebiet im Besitz der Familie des Herzogs und bietet den Pferden ein sehr abwechslungsreiches Nahrungsangebot. Das Gebiet besteht neben Moor und Heideflächen, zum größten Teil, aus Nadelwäldern und Eichenbeständen. Die Pferde leben unter ganz natürlichen Lebensbedingungen und sind der Witterung und dem Nahrungsangebot angepasst. Schutz finden sie im Wald und sind komplett auf ihre Instinkte angewiesen. Lediglich im Winter werden sie mit ein wenig Heu zugefüttert. Auf Kraftfutter wird komplett verzichtet. Wasserstellen gibt es genügend auf dem weitläufigen Gelände. Dazu gehören natürliche Quellen, wie zum Beispiel ein kleiner Tümpel, aber auch künstliche Gewässer. So gibt es auch Pumpen, die das Grundwasser an die Oberfläche transportieren, um die Pferde mit genügend frisch Wasser zu versorgen.

Nicht nur die Wälder schützen die Pferde vor den Witterungsverhältnissen, sondern auch das Fell selbst ist ein guter Schutz vor der Witterung. Dieses wird bis zu 6 cm dick und bildet somit einen natürlichen Schutz gegen Kälte und Nässe. Bis heute besitzt die Herde eine große Farbvielfalt. Die Fellfarbe der Dülmener Wildpferde variiert von mausgrau über braun, bis hin zu Grau-Falbe. Typisches Merkmal für die Vierbeiner ist der schwarze Aalstrich auf dem Rücken. Zudem können sie an den Beinen schwarze Striche haben, welche an Zebrastreifen erinnern und gehören zu den ursprünglichsten Merkmalen der Pferde.

Die Stuten der großen Herde sind das ganze Jahr über trächtig. Um den Erhalt der Herde zu sichern werden nur Nachkommen, die sich an die Lebensbedingungen anpassen können und gesunde Gene weitergeben, überlebensfähig sein. Hierbei handelt es sich dann um eine natürliche Selektion, die dafür sorgt, dass es eine gesunde, starke Herde ist. Stirbt ein Pferd, so muss es laut Tierbeseitigungsgesetz von der Verwaltung entfernt werden. Doch kann es schon einmal vorkommen, dass bei diesem großen Gelände, der Tierkadaver nicht direkt gefunden wird. Hier werden andere Tiere des Waldes aktiv, sie fressen die hinterbliebenden Körper und so bleiben nur die harten Zähne des Pferdes übrig.

(Foto:privat)

Gemeinsam mit dem Herzog durften wir auf die Weidefläche der Wildpferde und waren den „wilden“ ganz nah. Die Pferde wirkten alle sehr entspannt und ließen sich kaum von unserem Auftreten beeindrucken. Manche kamen neugierig auf einen zu und wir wurden, jedoch zuerst aus sicherer Entfernung, genau beobachtet.
Im Mai dieses Jahrs fand der Wildpferdefang im Merfelder Bruch statt, sodass sich in der jetzigen Herde nur die Stuten mit den jüngeren Fohlen und ältere Hengste befinden. Obwohl die Pferde der Natur ausgesetzt sind, machte keins einen kranken oder geschwächten Eindruck. Im Gegenteil, sie waren wohl genährt und auch die Hufe waren nicht wie erwartet kaputt oder spröde. Man sah zwar deutlich, dass sie nicht von einem Hufschmied behandelt wurden, dennoch standen die Pferde gut auf ihren Hufen.
Anschließend kehrten wir in einer Gastwirtschaft ein, in der es Kaffee und Kuchen gab. In einer gemütlichen Runde konnten weitere Fragen gestellt werden, aber auch Wissen wurde ausgetauscht.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die FN, die diesen Ausflug ein weiteres Mal ermöglichte und organisierte. Aber auch an den Herzog von Croÿ der sich den Nachmittag über Zeit für uns genommen hatte und keine Fragen unbeantwortet ließ.

 

 

Es war schön die Wildpferde im Merfelder Bruch einmal live zu sehen. So durften wir einmal mehr erleben, dass die Pferde auch ohne menschlichen Einfluss zurechtkommen, was man sich in der heutigen Zeit kaum noch vorstellen kann.

Wer auch einmal in die Welt der noch freilebenden Pferde eintauchen und den stressigen Alltag vergessen möchte, kann die Wildpferdebahn samstags und sonntags, sowie an Feiertagen besuchen. Die Tore sind von 10:00 – 18:00 geöffnet. Auch Besuchergruppen ab 10 Personen haben die Möglichkeit, nach vorheriger Terminvereinbarung, die Pferde zu besuchen. Dies ist in der Woche möglich und die Pferde können mit sachkundiger Führung besucht werden.

(Foto:privat)

-Pia Kocker-

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson