Angreifers next Chance – Ein Rennpferd auf dem Weg in ein neues Leben

von Stina Berghaus
17. Januar 2018
17.01.2018
ca. 2 Minuten

Der Weg des Rennpferdes Angreifer in den Reitsport

Meist verschwinden Rennpferde nach ihrer Rennlaufbahn von der Bildfläche. Doch was passiert eigentlich mit den Ex-Galoppern?  Viele von ihnen werden unter fachlicher Begleitung zu Freizeit, Dressur-, Spring- oder Vielseitigkeitspferden umgeschult. German Racing Next Generation begleitet fünf Monate lang den Weg des ehemaligen Rennpferdes Angreifer und wird bei dem Projekt „Angreifers Next Chance“ unterstützt vom Dachverband des deutschen Galopprennsports.

Sechs Siege und neun Platzierungen verbucht der achtjährige Angreifer auf seinem Konto. Doch nach fünf Jahren ist Schluss mit der Rennkarriere. Für Angreifers Besitzer Just4turf, das rennsportliche Unternehmen der Nachwuchsorganisation German Racing Next Generation, ist dies allerdings kein Grund, um Angreifer in Rente zu schicken. Sie lassen den Wallach umschulen zu einem Reitpferd. Interessierte können Angreifers Weg hautnah miterleben auf den Facebookseiten von Next Generation und von German Racing.

Der Vollblüter ist zum Jahreswechsel bereits in die Reitanlage Sieben Morgen in Niederkassel bei Köln gezogen, der ersten Station auf seinem Weg in ein neues Leben. Fünf  Monate wird Angreifer von erfahrenen Ausbildern für seinen neuen Lebensabschnitt vorbereitet. Zu seinen Coaches zählt der Rennpferd erfahrene Pferdewirt Tobias Brenner sowie Vanessa und Thomas Grimm, beide Pferdewirtschaftsmeiter FN, Träger des goldenen Reitabzeichens und Ausbilder von jungen Pferden bis zu schweren Klassen. „Angreifer hat uns so viel Spaß und Freude gemacht, da sind wir sehr froh, dass wir diesen Weg für ihn einschlagen konnten“, so ein Mitglied der Besitzergemeinschaft. „Das wichtigste ist Geduld und die Goldene Regel: Das Pferd – in dem Fall Angreifer – gibt die Geschwindigkeit vor.“

Zur Facebookseite von Angreifer geht es hier.

Nach und nach soll Angreifer an alltägliche Dinge im Reitstall herangeführt werden. Hierzu gehören beispielsweise das Anbinden auf der Stallgasse, eine klassische Trense oder der Vollbaumsattel. In Ruhe wird er an das Reiten in der Reithalle, auf dem Reitplatz und später im Gelände gewöhnt. Aus dem Rennstall kennt der Ex-Galopper es nicht, dass kreuz und quer geritten wird, Stangen und Sprünge herumstehen und ihm Pferde entgegenkommen. Das Ziel ist eine möglichst abwechslungsreiche Ausbildung, um Angreifers Stärken herauszufinden und ihn so auf eine für ihn passende Karriere als Freizeit- bzw. Reitpferd vorzubereiten.

Das sich die Umschulung eines Rennpferdes in ein Reitpferd bzw. der Einsatz von Vollblütern und Pferden mit hohem Vollblutanteil im Reitsport bewährt, zeigen Erfolgsbeispiele wie Itʻs me XX (Reiter: Andreas Dibowski), La Biothestique Sam FBW (Reiter: Michael Jung) und Horseware Hale-Bob OLD (Reiterin: Ingrid Klimke) in der Vielseitigkeit sowie Shutterfly (Reiterin: Meredith Michaels-Beerbaum) im Springreiten oder Ahlerich (Reiter: Dr. Reiner Klimke) im Dressursport.

Quelle: Presseservice Kerstan / Turniernews

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