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Achtung, Zecken!

Sommerzeit ist Zecken-Zeit. Von März bis Oktober häufen sich die Zeckenbisse bei Mensch und Tier. Auch Pferde sind oft von… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
19.06.2017 2 min lesen

Sommerzeit ist Zecken-Zeit. Von März bis Oktober häufen sich die Zeckenbisse bei Mensch und Tier. Auch Pferde sind oft von Zeckenbissen betroffen: Auf der Weide oder bei Ausritten durch Wald und Felder ist die Gefahr eines Zeckenbisses besonders hoch. Es gibt hunderte Zeckenarten, hier in Europa gilt vor allem der „Gemeine Holzblock“ als gefährlicher Krankheitsüberträger von Borreliose, einer bakteriellen Infektion die durch einen Biss ausgelöst werden kann. Entgegen weitläufiger Meinungen fallen Zecken nicht von Bäumen, sondern halten sich in Bodennähe auf, bevorzugt in Gras, Unterholz und Büschen. Rund ein Drittel der Zecken ist hierzulande mit Borreliose-Bakterien infiziert, 16-30 Prozent der Pferde entwickeln Antikörper.

Zeckenbiss – was tun?

Symbolbild (Foto:pixabay)

Aufgrund der großen Körperfläche beim Pferd bleiben Zeckenbisse oft unbemerkt. Findet man eine Zecke, kann diese problemlos mit einer speziellen Zeckenzange oder einer Pinzette entfernt werden. Wichtig dabei ist, dass die Zecken vollständig entfernt wird und nicht etwa der Kopf in der Haut hängen bleibt, um nachfolgende Infektionen zu vermeiden. Deshalb sollte die Zecke möglichst nah an ihren Mundwerkzeugen gegriffen und gerade herausgezogen werden, ohne dabei den mit Blut vollgesogenen Körper zu quetschen. Die betreffende Stelle kann mit Betaisodona desinfiziert werden. Treten nach ein paar Tagen Fieber oder Fressunlust auf, sollte der Tierarzt einen Blick auf den Biss werfen. Auch steife Gelenke bis hin zur Lahmheit können auf eine mögliche Borreliose-Infektion hindeuten. Bei einer fortgeschrittenen Borreliose, bei der das Zentralnervensystem angegriffen ist, ist die Koordination des Pferdes gestört, es hält den Kopf schief und erleidet mitunter Muskelschäden. In Einzelfällen kann es zum Tod kommen. Die eigentliche Krankheit kann auch erst Monate nach der Infektion ausbrechen. Oftmals verläuft die Borreliose jedoch auch symptomfrei, bislang ist die Krankheit bei Pferden wenig erforscht.

 

Was können Reiter tun?

Um Zeckenstiche möglichst zu vermeiden, sollte das Gras auf den Wiesen möglichst kurz gehalten werden. Beim Ausritt bleibt man am besten auf den Wegen und schlägt sich nicht durch das Unterholz. Da Zecken feuchte Umgebungen bevorzugen, sollte man Wiesen in der Nähe von Bächen und Seen meiden. Spezielle Insektenschutzmittel versprechen ebenfalls Schutz gegen Zecken, zum Beispiel Sprühmittel oder ein Insekten-Halsband. Da die kleinen Blutsauger häufig an Hals, Nüstern, Pferdebrust und Beinen zu finden sind, sollten die Pferde nach dem Weidegang oder nach einem gründlich abgesucht werden. Neuerdings ist auch eine Borreliose-Impfung für Pferde erhältlich. Die Impfung wurde umfangreich getestet und ist gut verträglich. Die Grundimmunisierung wird durch zwei Injektionen im Abstand von zwei bis drei Wochen erreicht, die Auffrischungsimpfung erfolgt jährlich zu Beginn der Zeckensaison.

 

-Horseweb-

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