6 Tipps für einen besseren Reitersitz

Über die Zeit haben sich unterschiedliche Idealbilder entwickelt, wie der perfekte Reitersitz aussieht. Ganz besonders hängt der Sitz von der Disziplin ab, in der man sich bewegt. So sieht etwa der Sitz eines Springreiters anders aus, als der eines Dressur-, Western- oder Islandpferdereiters. Alle Disziplinen des Reitsports sollten allerdings gemeinsam haben, dass ein zügelunabhängiger, feiner Sitz im Fokus steht, der das Pferd so wenig wie möglich stört und es somit in der entsprechenden Disziplin unterstützt. 

Tipp 1: Reitunterricht an der Sitzlonge nehmen 

Die meisten Reiter kennen Longenunterricht hautsächlich aus den Anfängen ihrer Reiterkarriere. Doch auch, wenn man bereits ein höheres Reiterniveau erreicht hat, lohnt es sich ab und zu wieder ein paar Schritte zurück zu machen. Der Reitunterricht an der Longe eignet sich besonders, um den Sitz zu verbessern, auch wenn man normalerweise ein schon frei oder in der Abteilung reitet. Durch die Sitzlonge kann man sich ausschließlich auf den eigenen Sitz konzentrieren, ohne dabei zu lenken, anderen Reitern auszuweichen oder Lektionen zu reiten. Dadurch, dass das Pferd mit der Longe geführt wird, kann sich der Reiter auf die Bewegungen des Pferdes einlassen und sie spüren. Der Reitlehrer kann währenddessen konkrete Tipps zum Sitz geben. Meist reichen schon ein paar Longenstunden aus, um den Sitz beim freien Reiten zu verbessern. 

Tipp 2: Sich beim Reiten filmen

Zunächst ist es eine merkwürdige Situation sich beim reiten selbst zu filmen, doch es kann sehr dabei helfen, die eigenen Fehler zu erkennen. Häufig kommt es vor, dass Zuschauer am Rand des Reitplatzes oder der Reitlehrer den Reiter auf Fehler am Sitz hinweisen, der Reiter selbst aber gar nicht richtig versteht, was er falsch macht. Das kann daran liegen, dass er sich selbst nicht sieht. Den gleichen Fehler würde er bei anderen Reitern wahrscheinlich direkt sehen. Also, einfach mal ein Training mitfilmen und hinterher schauen, was man verbessern kann, damit Pferd und Reiter noch harmonischer zusammen arbeiten können. 

Tipp 3: Ohne Sattel reiten

Ein weiterer Tipp, um den Reitersitz zu verbessern, ist ab und zu ohne Sattel zu reiten. Auf diese Weise kann man sich nicht an den Sattelpauschen oder an den Steigbügeln festklammern, sondern schwingt mit den Bewegungen des Pferdes mit. Hierbei sollte man aber aufpassen, sich stattdessen nicht aus Unsicherheit an den Zügeln festzuhalten, sondern möglichst zügelunabhängig und frei zu sitzen. Wem es ohne Sattel zu rutschig und wackelig ist, der kann auf ein Reitpad oder einen baumlosen Fellsattel zurückgreifen. 

Tipp 4: Abwechslungsreiches Training mit dem Pferd

Je mehr man versucht den perfekten Sitz zu üben und immer und immer wieder die gleichen Übungen wiederholt, desto mehr verkrampfen sich Pferd und Reiter und der gewünschte Sitzt rückt in weite Ferne. Auch dem Reitersitz tut es gut, das Training abwechslungsreich zu gestalten. Dressurreiter sollten also auch immer wieder Cavalletti mit in die Arbeit einbauen oder sich bei einem Ausritt auf verschiedene Böden und Steigungen einstellen. Auf diese Weiser entspannt sich der Reiter und der Sitz verbessert sich automatisch. 

Tipp 5: An der eignen Körperspannung arbeiten 

Fast täglich arbeiten Reiter an der Ausdauer und Gymnastizierung ihres Pferdes. Genau so wichtig ist aber auch die körperliche Fitness des Reiters. Als Ergänzung zum Reiten sollte der Reiter Ausgleichsport betreiben, um, genau wie beim Pferd, die Ausdauer und die Flexibilität zu trainieren. Je trainierter und fitter ein Reiter ist, desto weniger wird er sich am Pferd festhalten. Besonders beim Yoga und Pilates gibt es zahlreiche Übungen, die gezielt die Schwachstellen von Reitern unterstützen und gymnastizieren. Genau so wichtig wie das Training sind die Pausen, in denen sich der Reiter bewusst entspannt. 

Tipp 6: Den Sattel kontrollieren lassen 

Sollte alles nichts helfen und der Reiter hat das Gefühl, dass er und das Pferd einfach nicht harmonisch arbeiten können, ist es sehr sinnvoll den Sattel durch einen Spezialisten kontrollieren zu lassen. Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob der Sattel dem Pferd genug Platz lässt , ohne zu Drücken oder zu Rutschen. Denn ein schlecht sitzender Sattel beeinflusst natürlich auch den Reitersitz. Generell sollte ein Sattel in regelmäßigen Abständen von einem Sattler angeschaut werden, um ihn den Veränderungen des Pferdes, etwa durch Muskelaufbau, anzupassen.