LOGO Special Olympics Berlin

Es ist das größte Multisport-Ereignis in Deutschland seit den Olympischen Spielen 1972 in München: die Special Olympics World Games in Berlin für Menschen mit geistiger oder mehrfacher Beeinträchtigung. Rund 50.000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten die Eröffnungsfeier im Olympiastadion, darunter auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Olaf Scholz. Über 7.000 Athlet*innen treten bis zum kommenden Sonntag in 26 Sportarten an, auch im Reiten.

“Unschlagbar zusammen” ist das Motto der Special Olympics World Games in Berlin und steht für das Miteinander von behinderten und nicht-behinderten Menschen und das gemeinsame Überwinden von Grenzen. Nahezu unschlagbar zusammen waren am Dienstag, dem ersten Wettkampftag im Reiten, auch Luisa Fußy und der Fuchswallach USA Mr. Z. Die beiden bilden während dieser Special Olympics World Games eine Sportpartnerschaft. Zusammen sicherten sie sich in der Dressur Level C eine Silbermedaille. Die 28-jährige Reiterin aus Nordrhein-Westfalen nahm bereits an neun Special Olympics Reitwettbewerben teil und gewann im vergangenen Jahr bei den Sommerspielen in Berlin zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen.

Für eine zweite Medaille am ersten Wettkampftag sorgte außerdem der 57-jährige Christian Stickel aus Baden-Württemberg im Sattel von Amelie: Bronze. Fußy und Stickel starteten in Berlin in der Dressur Level C, in der nur Schritt verlangt wird. Schritt, Trab und Galopp zeigen die Aktiven in Dressur Level A. Auch hier gab es am Dienstag bereits Medaillen. Dabei verpasste der 30-jährige Cornelius „Conni“ Geitner, der wie Stickel auf dem Ugenhof im Herbrechtingen sein reitsportliches Zuhause hat, mit Silva knapp das Treppchen und wurde Vierter.

Für die Berichterstattung über die Special Olympics World Games hat sich fast ein Dutzend TV-Sender zusammengeschlossen, darunter auch ARD und ZDF. Zu den Hintergründen der Special Olympics World Games sagte Sven Albrecht, Bundesgeschäftsführer bei Special Olympics Deutschland, in einem ZDF-Beitrag: „Ich glaube, dass es unglaublich wichtig ist, dass unsere Athletinnen und Athleten sichtbar werden, dass ihr Sport gesehen wird. Und da bieten die Special Olympics eine wunderbare Möglichkeit“, sagte er. Es gehe aber nicht nur um Sport, sondern auch um Begegnung. „Wir erleben immer wieder, dass, wenn sich den Alltag anschaut, sehr wenig Begegnung stattfindet, ob in der Schule, ob im Sportverein, ob im Arbeitsleben. Daher ist es für uns ganz wichtig, für Menschen mit Behinderung Begegnung zu schaffen, und da haben wir noch einen weiten Weg. Es sind nur acht Prozent der Menschen mit geistiger Behinderung, die im Moment regelmäßig Sport betreiben können. Davon der kleinste Teil um Sportverein. Und das ist unsere eigentliche Aufgabe: Mit dem Rückenwind der Weltspiele dafür zu sorgen, dass vor Ort mehr Sportangebote geschaffen werden und dass auch ein Stück weit die Barrieren, die noch im Kopf noch vorhanden sind, abgebaut werden.“ fn-press/Hb

Informationen zu den Special Olympics World Games gibt es unter https://www.berlin2023.org/, mehr zum Thema unter https://specialolympics.de/startseite