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Tausende Euro sparen? Mit diesen 4 Tipps senken Sie Reitboden Folgekosten

„Stallbetreiber und Reiter können durch einfache Mittel die Folgekosten eines Reitplatz senken“, sagt Daniel Dirkes, Geschäftsführer der Concept Reitplatzbau GmbH…. Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
05.08.2019 3 min lesen

„Stallbetreiber und Reiter können durch einfache Mittel die Folgekosten eines Reitplatz senken“, sagt Daniel Dirkes, Geschäftsführer der Concept Reitplatzbau GmbH. Als Reitplatzbauer lebt er selbst auf einem Reiterhof und weiß worauf es ankommt, um den Reitboden möglichst lange in Schuss zu halten. Hier kommen seine 4 besten Tipps für geringere Folgekosten:

 

1. Abäppeln kann die Lebensdauer verdoppeln!

Untersuchungen haben gezeigt, dass ein regelmäßig auf einem Reitboden gearbeitetes Pferd jährlich bis zu 1to Mist hinterlässt. Ein durchschnittlicher Reitboden der Größe 20×40 besteht aus ca. 100 – 170to Reitsand. Da kann man sich schnell ausrechnen, welch enorme Mengen Pferdemist den Reitsand verunreinigen, wenn 10-20 Pferde auf einem Reitboden geritten werden.

Vom abäppeln profitieren nicht nur die Anlagenbetreiber. Auch die Reiter haben etwas davon:

-mit Abäppeln kann die Lebensdauer einer Reitschicht verdoppelt(!) werden. Das entspricht oft 4-stelligen Summen, die eingespart werden. Davon profitiert der Reiter ebenso! Durch niedrigere Stallgebühren und zusätzlichen Möglichkeiten des Stallbetreibers das gesparte Geld in die Anlage zu investieren.

-ohne Abäppeln steigt der Humus-Anteil im Reitboden unweigerlich an. Die Folgen haben alle zu tragen: Höhere Staubentwicklung, schlechtere Reiteigenschaften, höhere Rutschgefahr und auf Dauer auch matschigere Reitböden.

2.Wer beim Longieren wandert, spart Geld

Nicht nur seinem Pferd zuliebe, auch für einen gute gepflegten Reitboden sollte man beim Longieren stets wandern und nicht nur auf der gleichen Stelle stehen bleiben.

Das Longieren gehört zur Höchstbelastung für jeden Reitboden.

Wo man steht und sich dreht, verdichtet sich der Reitboden besonders stark, so dass man irgendwann auch nicht mehr mit dem Bahnplaner die Reitschicht plan ziehen kann.

Auch die Hufschlagbildung ist an den Stellen, an denen permanent longiert wird, deutlich vermehrt. Die Scherkräfte beim Longieren sorgen dafür, dass gerade in den Ecken des Reitbodens ein größerer Sand-Abtrag stattfindet.

All das erhöht die Frequenz, in der der Reitboden mit teurem Gerät und Lasertechnik wieder begradigt werden muss.

Darum verlängert Tipp 2 die Wartungsintervalle und spart somit ebenso Geld: Beim Longieren wandern.

3. Gleichmäßig beregnen

Oft unterschätzt, aber ein großer Einflussfaktor ist die Beregnung. Einer der häufigsten Gründe für zusätzliche Wartungsintervalle in der Begradigung des Reitbodens ist die Beregnung.

Das ist auch logisch, da nasser Reitsand fester liegt als trockener. Der Bahnplaner kann den trockeneren Reitbodenbelag leichter mitnehmen und schleppt ihn dabei auf die nasseren Bereiche, so dass diese langsam anwachsen, während die Reitschicht an den trockeneren Stellen immer dünner wird.

Auf diese Weise verschiebt sich der Reitboden nach und nach, bis an den trockeneren Stellen irgendwann die Trennschicht durchschimmert.

Achten Sie also unbedingt auf eine gleichmäßige Beregnung, das senkt die Wartungs-Kosten für Ihren Reitplatz und Reithallenboden enorm!

Optimal funktioniert das natürlich mit einer Beregnungsanlage vom Profi. Wer mit Hand oder Fass beregnet sollte aber ebenso versuchen auf Gleichmäßigkeit zu achten. Das spart Geld und macht ebenso die Reiter glücklich. Denn ungleichmäßig beregnete Reitböden weisen auch unterschiedliche Reiteigenschaften auf.

 

4. Reitboden richtig abziehen

Mit der richtigen Schlepp-Technik können Anlagenbetreiber viel bewirken, um ein nötiges Begradigen hinauszuzögern und somit Folgekosten zu senken.

Einseitige Schlepproutinen (immer nur Bahnen, immer nur Spiralen, immer nur links oder rechts rum) verstärken das Problem des Verschiebens des Reitbodens ebenso wie falsch eingestellte (einseitig hängende) oder zu schwache Bahnplaner, die nicht genügend Druck auf den Boden ausüben. Mit diesen entsteht dann schnell das Phänomen der Wellenbildung.

Auch die Bauweise des Reitbahnplaner spielt eine wesentliche Rolle. Bahnplaner mit Kufen z.B. nehmen mehr Reitbodenbelag mit und verschleppen ihn. Modelle, die nur mit Zinken, Striegeln und/oder Walzen ausgestattet sind haben hier weniger Probleme.

Grundsätzlich ist es ratsam in einen Reitplatzplaner der bekannten Anbieter zu investieren. Das kostet zunächst etwas mehr, spart aber auf lange Sicht deutlich Wartungskosten.

 

Gast-Autor Daniel Dirkes

Daniel Dirkes ist Geschäftsführer der Concept Reitplatzbau GmbH & Co. KG. Seit fast zehn Jahren ist er in der Branche tätig. Mit seiner zweiten Firma Auf Kurs GmbH ist er als Unternehmensberater für Handwerker und Firmen im Reitsport deutschlandweit tätig. Auf dem familiengeführten Reiterhof erlebt Dirkes die Herausforderungen und Möglichkeiten eines Reitstalls, was seinen Wunsch bestärkte Know-How für Reitbetriebe leicht zugänglich zu machen.

concept-reitplatzbau.de

 

 

Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson