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Schweißgeruch und Pferdehaare

„Entschuldigung, ich habe es nicht mehr geschafft aufzuräumen.“   Endlich Feierabend. Schnell in die Reitklamotten – der Pulli könnte mal… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
31.08.2018 4 min lesen
Vor dem Einsteigen sollten die dreckigen Schuhe außerhalb des Autos abgeklopft werden.(Foto:privat)

„Entschuldigung, ich habe es nicht mehr geschafft aufzuräumen.“

 

Endlich Feierabend. Schnell in die Reitklamotten – der Pulli könnte mal wieder gewaschen werden? Egal, reicht auch morgen, jetzt lieber schnell mit dem Hund ins Auto und ab in den Stall. Für viele Reiter ist das Auto Gebrauchsmittel. Muss es deshalb immer dreckig sein und müffeln? Mit einigen Tipps und Tricks ist schnell Abhilfe geschaffen.

 

Dreckige Decken müssen nach Hause transportiert werden und wenn es richtig matschig ist, kommt man meist nicht „trockenen Fußes“ ins Auto.
Nach dem Putzen ist das Pferd sauber und die Jacke dreckig – bis es wieder nach Hause geht sind der Staub und die Haare an den Klamotten schnell wieder vergessen. Der Hund ist im Fellwechsel und soll trotzdem mit in den Stall. Für den Kaffee ist zu Hause keine Zeit mehr und der Pappbecher kippt an der Ampel um. Es gibt viele Gründe, warum Autos dreckig werden und schlecht riechen. Mit ein bisschen Management und Disziplin, lässt sich der Dreck aber vermeiden oder gut entfernen.

Für den Transport von dreckigen Stallsachen eignet sich beispielsweise eine große, verschließbare Plastikkiste. Die sind leicht, haben praktische Griffe und der Geruch kann nicht nach außen dringen.
So können Abschwitz-, Winter- und Satteldecken problemlos bis zur Waschmaschine getragen werden und Dreck, Haare und Pferdegeruch bleiben den Autoinsassen erspart. Wird die Kiste nach dem Transport gereinigt und wieder ins Auto gelegt, kann in der Zwischenzeit damit auch mal ein Einkauf transportiert werden.
Fährt ein Hund mit, ist eine Hundebox die ideale Lösung: Hier bleibt der Schmutz ebenfalls im Behälter und die Haare verteilen sich nicht im ganzen Auto. Zusätzlich ist so auch der sichere Transport des Vierbeiners gewährleistet. Gegen den Dreck von matschigen Füßen hilft eine Gummimatte im Fußraum, die einfach ausgeschüttelt und ab und zu abgespritzt wird. Diese kann über die meist vorhandenen Teppichmatten gelegt werden oder diese für den Alltag ersetzen. Das Aneinanderklopfen der Füße vor dem Einsteigen hilft den gröbsten Schmutz vor dem Auto zu lassen.
Eine weitere Möglichkeit: Ein zweites paar Schuhe, das im Auto oder im Stall deponiert wird. Schlüpft man – schon im Auto sitzend – in saubere Schuhe, hilft wiederum eine kleine Box oder eine große Tüte, um die dreckigen Schuhe zu verstauen. Das gleiche gilt für die Jacke: Gibt es im Stall nicht die Möglichkeit sich umzuziehen, sollte die Jacke auf links gedreht beispielsweise auf den Beifahrersitz gelegt werden. Außerdem können waschbare Überzüge für die Sitze helfen, das Auto dauerhaft sauber zu halten.

Wird doch mal etwas dreckig, gilt: Lieber schnell wegmachen, bevor es anfängt zu miefen oder sich tiefer in das Polster einnistet.
Ein batteriebetriebener Handstaubsauger und Babyfeuchttücher sind gute Helfer. Letztere gibt es in zweckmäßigen Spenderboxen und kleine Malheure können mal eben an der roten Ampel weggewischt werden.
Bei Ledersitzen kommt man damit sogar leicht gegen den Matsch an. Überhaupt sind Ledersitze sehr praktisch. Sie nehmen Haare und Staub nicht auf, Stoffsitze hingegen schon. Je nach Material und Haarart – kurz und drahtig oder lang und weich – können Stoffsitze und andere stoffbezogene Bereiche im Auto zu richtigen Haarmagneten werden.
Dazu kommt, dass Hunde- und Pferdehaare nicht an einer Stelle bleiben, sondern sich im ganzen Auto verteilen. Häufiges Saugen vermeidet, dass sich die Haare so richtig tief in den Stoff bohren. Ist dies erst einmal passiert, müssen schwerere Geschütze aufgefahren werden: Rubbelt man mit leicht angefeuchteten Haushaltshandschuhen aus Gummi über die Sitze, lassen sich die meisten Haare gut aus den Sitzen ziehen und zu kleinen Nestern zusammenfassen, die sich dann wiederum leicht abnehmen oder saugen lassen. Ein weiterer Trick ist die Verwendung von Feinstrumpfhosen. Zusammengeknüddelt kann man mit ihnen über die Sitze reiben und die Haare bleiben kleben.
Ebenfalls effektiv sind Bürsten mit verschieden langen Gummiborsten, die elektrisch aufgeladen sind. Auch sie ziehen die tiefsitzende Haare aus dem Stoff. Inzwischen gibt es auch Polster-Fussel-Aufsätze für manche Staubsauger. In ihnen rotieren kleine Bürsten. Weniger tiefsitzende Haare können auch mit einer Fusselrolle oder Klebeband entfernt werden. Gerade letzteres eignet sich auch für schlecht zugängliche Bereiche des Autos. Eine Fusselrolle im Auto hat den Vorteil, dass auch die Kleidung noch mal eben schnell enthaart werden kann.

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Waren die Decken doch etwas länger im Kofferraum oder hat sich der Hund vor der Fahrt mal wieder in etwas Undefinierbarem gewälzt, kann sich der Gestank schnell ausbreiten und tief in die Stoffe dringen. Manchmal reicht ein Duftbäumchen oder eines der bekannten Sprays, die den Geruch übertünchen. Eine gründliche Reinigung und längeres Lüften hilft hier oft schon weiter. Sitzt der Mief aber tiefer und soll nachhaltig gebunden werden, können verschieden Hausmittel helfen. Salz, Essig, ein halber Apfel und Kaffee sind gute Geruchsbinder. Kaffeesatz kann beispielsweise in einem Nylonstrumpf mitgeführt werden. Essig sollte in einem Verhältnis von 1:2 mit Wasser vermischt über Nacht in einer Schüssel ins Auto gestellt werden.
In besonders hartnäckigen Fällen können auch die Sitze damit abgewischt werden. Hier sollte auf jeden Fall farbloser, mit Wasser gemischter Essig verwendet werden. Wird morgens ordentlich gelüftet, verschwindet auch der Essiggeruch. Statt Essig können auch Zitronen oder Zitronenkonzentrat benutzt werden – dies duftet schön frisch. Ebenfalls gute Geruchsbinder sind Natron und Backpulver. Es gibt zwei Möglichkeiten diese einzusetzen. Entweder wird ein Esslöffel Pulver in eine kleine Schüssel mit Wasser gegeben und, wie der Essig, über Nacht im Auto aufgestellt, oder es wird im Auto verstreut und am nächsten Tag aufgesaugt. Ein aufgeschnittener Apfel bindet ebenfalls Gestank – dieser sollte, ebenso wie der Kaffeesatz natürlich rechtzeitig entfernt werden, bevor er selbst zur Quelle von üblen Gerüchen wird.
Grundsätzlich gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Hat das mal wieder nicht so gut geklappt und die Zeit ist knapp, lohnt sich auch die Investition in eine professionelle Reinigung. Diese gibt es ab 70 Euro und spart das langwierige Schrubben und Saugen, Wischen und Lüften.

-Lena Höfer-

 

Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson