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Natürliche Partnerschaft mit Pferden

Peter Pfisters meistgebrauchte Worte in seinem Buch „Natürliche Partnerschaft mit Pferden“ sind „Lob und Pause“. Beide Worte fehlen auf kaum… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
29.11.2019 3 min lesen
Symbolbild (Foto:pixabay)

Peter Pfisters meistgebrauchte Worte in seinem Buch „Natürliche Partnerschaft mit Pferden“ sind „Lob und Pause“. Beide Worte fehlen auf kaum einer Seite. Lob ist sowieso das Elixier allen Lernens – egal ob Mensch oder Tier oder beide gemeinsam. Die Pause ist, so Peter Pfister, die Zeit, die dem Pferd nach einer erfolgreichen Aufgabe zu geben ist, damit das Pferd zweierlei lernt: Aha, ich habe etwas gut gemacht. Aha, dafür bekomme ich eine Pause, um darüber „nachzudenken“.

Peter Pfister ist bekannt als Ausbilder und Trainer auf der Basis von Horsemanship, Freiheitsdressur und Zirkuslektionen. Seine Einstellung zu Pferden beschreibt er im Vorwort u.a. so: „Reiten ist zum Breitensport und für viele zur Lebenseinstellung geworden. Was sich in früheren Zeiten nur Privilegierte leisten konnten, kann heute der normale Bürger. Schön so, aber nun ist der Mensch dran, dem Pferd ein klein wenig von dem zurückzugeben, was er von ihm bekommen hat. Und das ist neben einer naturorientierten Unterbringung und einer verantwortungsvollen Versorgung auch eine gute Ausbildung und Erziehung.“ Was Pfister darunter versteht, stellt er ausführlich, gut verständlich und auch bildlich anspruchsvoll dar.

 

Vier Kapitel umfasst sein reichhaltig bebildertes Buch. Zunächst geht es ihm sehr ausführlich um „Die Basis“. Diese ist geprägt von vier Säulen. Säule A – Autorität. Autorität ist nicht angeboren, man muss sie sich erwerben, erarbeiten, um zu wirken, sagt Pfister. Die zweite Säule V – Vertrauen, könne nur funktionieren, wenn man sich als Mensch das Vertrauen des Pferdes erwirbt. Zum Vertrauen gehört Respekt und auch Pferde sind manchmal nur Menschen und Schlitzohren zugleich. Damit muss der Ausbilder umgehen können. Allerdings, wenn er nicht planvoll umgeht mit dem Pferd, wird ihm die Ausbildung schwerfallen. Und so erklärt sich auch Säule S – System: Jede Ausbildung –und das trifft zu auf Menschen wie Tiere- muss einem bestimmten System folgen. Bei Pfister heißt das: Pferdeausbildung braucht klare Strukturen. Dabei begibt sich der Ausbilder am besten auf den Weg der kleinen Schritte, denn Pferde lernen in der Regel willig, aber sie sind weder sehr lang noch mit sehr vielen Dingen zugleich belastbar oder forderbar. Deshalb lehrt Pfister auch „Lob und Pause“, selbst nach dem kleinsten Puzzlestück einer komplexeren Aufgabe. Das bedeutet, dass die Säule K – Konsequenz zum Tragen kommt. Dies wird z.B. in einem Satz deutlich: „Natürlich ist es meine Verpflichtung, die Anfrage (an mein Pferd) so zu gestalten, dass sie auch von meinem Pferd verstanden werden kann. …Lasse ich Dinge heute so und morgen so zu, nehme ich meinem Pferd die Chance, klar zu erkennen, was von ihm gewünscht wird und was nicht.“

 

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit der Praxis. Dabei fordert Pfister eine Ausbildung nach dem Baukastenprinzip. Hier spielen verschiedene Aufgaben des Ausbilders eine große Rolle: Die funktionieren beim Pferd nur über die Körpersprache, ist Pfisters Credo. Man könnte salopp sagen: Benimm dich wie ein Pferd und Dein Pferd wird dich verstehen. In kleinen „Happen“ stellt der Autor seinen Lesern die einzelnen Schritte zu bestimmten Aufgaben und Lektionen vor – in Wort und Bild, alles sehr gut verständlich.

 

Im Dritten Kapitel des Buches geht es um die Faszination Freiheitsdressur – Der Tanz mit dem Pferd – die Kunst der feinen Kommunikation am Boden. Das ist für den Leser und Einsteiger in die Ausbildung eines eigenen Pferdes schon schwerere Kost. Was am Ende leicht und schön aussieht, bedeutet ausdauernde Ausbildung in kleinen Schritten und viele „Pausen“. Pfister sagt: „Eine gute Freiheitsdressur wird zusammengesetzt aus weiterführenden Elementen der Horsemanship-Arbeit in Zirkuslektionen.“ Folglich: „Freiheit will gelernt sein“. Deshalb erklärt Pfister auch die Systematik der freien Arbeit ausführlicher. All das mündet dann im Kapitel Zirzensische Lektionen.

 

Dass Pfister all das, was er in seinem Buch beschreibt, mit seinen Pferden kann, unterstreichen die Fotos zu diesem Kapitel ganz besonders eindrucksvoll. Und das stellt er auch unter Beweis mit verschiedenen Pferden bei Auftritten in der Öffentlichkeit. Wie man ihnen die kleinen und großen Tricks beibringt, macht Pfister mit einfachen Mitteln deutlich. Er regt damit geradezu an, das alles nachzumachen. Aber bitte immer Geduld und Einfühlungsvermögen und – mit Pausen auch nach dem ersten kleinen Schritt zum Ganzen.

 

Das Buch von Peter Pfister „Natürliche Partnerschaft mit Pferden“ ist sehr umfangreich in seinen Details und dazu lehrreich und ein gutes Handbuch für all jene, die sich selbst an die Ausbildung ihres Pferdes wagen wollen. Es ist erschienen im Verlag Müller-Rüschlikon unter ISBN 978-3-275-02162-8, ist gebunden, hat 272 Seiten und zahlreiche, ausdrucksstarke Bilder. Es ist im Fach- und Buchhandel sowie beim Verlag zu beziehen und kostet 29,90 Euro.

 

Pressemitteilung des Pferdeverbandes Baden-Württemberg e.V.

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Jaqueline Weidlich

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