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Was dürfen Reiter in Korschenbroich?

Nach dem Vorfall im Januar, wo ein 82-jähriger auf eine Reiterin eingeschlagen hat, war die Empörung groß. Der Vorfall ereignete… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
07.08.2019 2 min lesen
Ausreiten Herbstausritt 2017 © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Nach dem Vorfall im Januar, wo ein 82-jähriger auf eine Reiterin eingeschlagen hat, war die Empörung groß.
Der Vorfall ereignete sich auf einem Waldweg, als eine Mutter gemeinsam mit Tochter auf diesen entlang ritt. Der Rentner spielte sich hier als Ordnungshüter auf und schlug mit ihrem Gehstock auf die Mutter ein. Dabei fiel diese vom Pferd und verletzte sich. Derzeit läuft der Gerichtsprozess vor dem Landgericht Düsseldorf wegen Körperverletzung. Doch der Rentnerin ist bis heute nicht einsichtig,
Genau das wirft die Fragen auf: Was dürfen Reiter eigentlich in Korschenbroich?

Die Stadt Korschenbroich informiert nun auf ihrer Webseite über die Regeln an die sich Reiter halten sollen, damit Vorfälle wie der oben genannte in Zukunft vermieden werden:

Ein Ausritt ins Gelände

Reiten ist als Sport und Freizeitvergnügen in unserer Region sehr beliebt. Wer die Halle oder den Reitplatz verlassen und ins Gelände reiten möchte, sollte die Regeln kennen und beachten. Sie stehen im Landesnaturschutzgesetz NRW.  Kurz zusammengefasst darf man auf öffentlichen Verkehrsflächen (Gemeingebrauch) und privaten Straßen und Wegen reiten (es sei denn, sie zählen zu Hofräumen und dem privaten Wohnbereich). Verboten ist das Reiten auf Wegen, die mit Reitverbotsschildern gekennzeichnet sind. Im Wald darf man die mit blauen Gebotsschildern gekennzeichneten Reitwege nutzen, sowie alle Fahrwege (befestrigte oder naturfeste Waldwirtschaftswege). Über diese allgemein gültigen Regelungen hinaus ist in Natur- und Landschaftsschutzgebieten, in geschützten Landschaftsbestandteilen und geschützten Biotopen das Reiten abseits der Straßen und Wege verboten.

Reitwege an der Niers und im Hoppbruch

In unserer Region kann man Wirtschaftswege für einen gemütlichen Ausritt im Schritt oder auch mal für einen flotten Trab und Galopp nutzen, wenn die Bodenbedingungen stimmen. Dabei sollte man immer auf Fußgängerinnen und Fußgänger achten und Rücksicht nehmen. Das gilt besonders entlang der Niers (Niersdamm), hier ist in Teilen ein gesonderter kombinierter Reit-und Gehweg ausgezeichnet. Wo im Einzelfall gesonderte Reitwege ausgewiesen sind, sollten diese auch genutzt werden. Es ist verboten, auf die parallel verlaufenden Fußwege (z.B. im Hoppbruch) auszuweichen. Hierdurch entstehen sonst erhebliche Zusatzkosten für die Wegeinstandsetzung.

Plaketten nicht vergessen

Wichtig: Wer das heimische Stallgelände verlässt, benötigt zwei Reitkennzeichen! Sie müssen gesetzlich vorgeschrieben gut sichtbar am Pferd angebracht werden. Man bekommt die Kennzeichen gegen Erstattung der Reitabgabe und der anfallenden Gebühren und Auslagen bei der Unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Kreises Neuss. Die Einnahmen aus den Plaketten werden  zur Instandhaltung der Reitwege eingesetzt. Insofern sollte auch für jedes Pferd eine entsprechende Plakette angeschafft werden.

Quelle: korschenbroich.de
rp-online.de

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