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Pressekonferenz Signal Iduna Cup: Über „tanzende Pferde“ und ein Ritt im „Feindesland“

An einem verschneiten Donnerstagmorgen fand in dem Kongresszentrum der Dortmunder Westfalenhallen die erste Pressekonferenz zu dem Signal Iduna Cup statt…. Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
01.02.2019 5 min lesen
v.l.n.r. Michael Beckmann, Stefanie Wolf, Karl Brocks jun. (Foto:horseweb)

An einem verschneiten Donnerstagmorgen fand in dem Kongresszentrum der Dortmunder Westfalenhallen die erste Pressekonferenz zu dem Signal Iduna Cup statt. Mit ertönendem Jagdhorn, von der Messe Jagd&Hund neben an, startete die Pressekonferenz.

Als Gäste zu der Pressekonferenz waren Oliver Schulze Brüning (Ablaufmanager), Stefanie Wolf (Dressurreiterin), Karl Brocks jun. (Springreiter) und Michael Beckmann (Springreiter) eingeladen.
Dr. Kaspar Funke (Geschäftsführung ESCON-Marketing GmbH) und Herr Dr. Andreas Weber (Pressesprecher Westfalenhallen) eröffneten zusammen die Konferenz. Erstmalig haben die beiden im Jahr 1994 zusammengearbeitet. Hier schwelgte Herr Dr. Funke ein bisschen in Erinnerungen und meinte, dass sich gerade das Bild bei den Dressurreitern geändert hat. Früher waren es ältere Herren und heute sieht man immer mehr junge Reiterinnen wie Stefanie Wolf, was ihn natürlich sehr freut.
Denn in diesem Jahr findet die Dressur schon am Donnerstagabend statt, was untypisch ist, aber Dr. Funke erklärt es sich damit, dass die Dressur immer mehr Anklang findet.

So bat er Stefanie Wolf nach vorne. Die 34-jährige Nordrhein-Westfälin ist seit Dezember 2007 Chefbetreiberin auf dem Krüstenhof in Voerde. Sie kümmert sich um die Ausbildung von Pferd und Reiter und den täglichen Ablauf auf dem Betrieb. Am Wochenende stellt sie die Ausbildungspferde auf Turnieren vor.

Dr.Funke mit Stefanie Wolf (Foto:horseweb)

Seit 11 Jahren arbeitet sie mit ihrem Trainer Johann Hinnemann zusammen. Schon von Anfang an sah er ihre Stärken in der Dressur, obwohl sie bis dahin nur Springerfahrung hatte. „Ich habe mir die Dressur persönlich nicht zugetraut, da ich aus der Springszene komme.“ Doch sie fing an junge Pferde auszubilden. Ihr Ausbilder hatte sich nicht geirrt, denn sie hat bereits fünf Pferde bis hin zu Grand Prix -Lektionen ausgebildet.

Selbst konnte sie auch für sich Erfolge bestreiten, so erreichte sie beim CHIO Aachen (18.-22.07.2018) Platz 2 im CDI5* St.Georg mit Saphira 73,9% und den 3. Platz CDI5* Inter I mit Saphira 71,4%.

In Dortmund reitet sie nun zum ersten Mal mit und freut sich besonders auf die Intermediale II, was für sie die perfekte Lektion für junge Pferde ist.
Nach der Frage von Dr. Funke, wer gute Chancen beim „Tanzen der Pferde“ hat, nannte sie drei Namen: „Natürlich Ingrid Klimke, die bestimmt Franziskus dabei haben wird. Dann Kathleen Keller, eine der besten Nachwuchsreiterinnen, und Anabel Balkenhol.“ Doch ihr klarer persönlicher Favorit ist Isabell Werth. Hier kam die Dressurreiterin etwas ins schwärmen und erklärte: „Ihre Ritte sind immer perfekt, sie lässt nie einen Punkt liegen. Sie ist für mich die stärkste Reiterin und für mich schon so etwas wie ein Vorbild!“

Der nächste Redner war Oliver Schulze Brüning. Er gesellte sich zu den beiden nach vorne. Seine Frage galt natürlich dem diesjährigen Ablauf. Schulze Brüning erklärte: „Es ist eine gute Mischung aus Dressur und Springen, da ja Voltigieren wegfällt.“

Dr. Funke (Escon Marketing GmbH) mit Oliver Schulze Brüning (Ablaufmanager) (Foto: horseweb)

Für ihn gibt es am Freitag zwei persönliche Highlights, den „Grand Prix-Preis der Liselott und Klaus Rheinberger Stiftung“ um 14.30 und abends natürlich das große Springen „Preis von Nordrhein-Westfalen-CSI4*“. Seiner Meinung nach ist die Abendveranstaltung sehr wichtig für die Reiter „Hier stellen sie sich die Frage, wie man ins Turnier reinkommt.“
Am Samstag hat für ihn das Championat der Signal Iduna – CSI4* einen hohen Stellenwert sowie die „Final Youngster Tour“, da es eine gute Lektion für junge Springreiter sei.

Auf die Frage von Dr.Funke, wer seine Favoriten sind, rechnet Herr Schulze Brüning dem Springreiter Max Kühner hohe Chancen an, „Er ist ein sehr beständiger Reiter.“ Weiter nannte er Kathrin Eckermann, die in Münster eine gute Leistung erbracht hat und in Top-Form ist. Weiter ist Marcus Ehning natürlich ein Top-Favorit für ihn.

 

Mit der Frage zu den Favoriten gesellte sich nun auch der Springreiter Karl Brocks jun. zu den Dreien nach vorne. „Auch der Holländer Marc Houtzager aus Holland ist in guter Form.“ Aber er denkt, dass auch Mario Stevens in Top-Form ist um sich den Sieg zu holen. „Aber am Ende gewinnt eh der Beste. Der der an dem Tag am meisten Können zeigt und Glück hatte.“

v.l.n.r. Dr. Kaspar Funke (Escon Marketing GmbH) Karl Brooks jun. (Springreiter), Oliver Schulze Brüning (Ablaufmanager) (Foto: horseweb)

 

Selber freut er sich qualifiziert zu sein. In Herning (DEN) kam er bei dem Großen Preis auf den 8. Platz und in Lastrup bestritt er den 9. Platz beim Großen Preis.

Für ihn ist die Teilnahme in Dortmund etwas ganz Besonderes. „Als kleines Kind habe ich mich auf die Teilnehmer Tribüne geschlichen, hier konnte ich gerade so über die Brüstung gucken. Ich hatte eine Gänsehaut! Mein Wunsch war es mal hier zu stehen und mitzureiten! An dem Tag holte ich mir auch ein Autogramm von meinem damaligen Vorbild John Whittaker-sowas vergisst man nicht!“

Auch ihm stellte Dr. Funke die Frage nach seinem Favoriten: „Am liebsten würde ich ja gewinnen!“, witzelte Brocks. Er selbst findet, dass hier in Dortmund zu reiten ein traditionsreiches Erlebnis ist.

 

Eine Frage von Dr. Funke an Karl Brocks jun.: „Es sind noch 10 Tage bis zum Nennungsschluss und es gibt jetzt schon eine so volle Teilnehmerliste. Woran glauben Sie liegt das?“

„Dortmund ist für die meisten schon eine Art Tradition. Die Halle ist im Vergleich zu anderen einfach vom aller Feinsten. Es sind top Möglichkeiten die Pferde passend vorzubereiten. Draußen auf dem Abreiteplatz oder Innnen.“ Deswegen glaubt er, dass viele Reiter gerne hier reiten. Sein Höhepunkt am Samstag ist definitiv das „Jump and Drive“: „Das kommt immer sehr gut beim Publikum an und macht richtig Stimmung in der Halle.“ Großes Thema dabei: Michael Beckmanns Auftritt letztes Jahr im Schalke-Shirt. Das war das Stichwort für Michael Beckmann. Nach seinem Ritt ist er wohl auch in den Fußballer-Kreisen ein Begriff. So kam man auch direkt auf dieses Thema zu sprechen. Beckmann ist letztes Jahr beim „Ride and Drive“ als letztes geritten und das in einem Trikot von strahlendem Blau, was in der Dortmunder Halle schon für einige Aufregungen sorgte. Nun kam auch die Frage auf, ob Dr. Funke denn eingeweiht war: „Nein ich wusste nichts davon, hätte ich das gewusst, hätte ich ihn nicht reiten lassen!“, sagte Dr. Funke mit einem Lächeln. Weiter erzählte er, dass er auch gar nicht mehr mit dem Ritt von Michael Beckmann gerechnet hatte, da er nicht mehr auf der Liste stand und es schon sehr spät war. Doch Beckmann ritt einfach an Dr. Funke vorbei in die Halle hinein. Hier hatte Beckmann noch sein Reitjacket an, welches er dann plötzlich auszog und das Schalker Trikot präsentierte.

v.l.n.r. Dr. Kaspar Funke (Escon Marketing GmbH) Karl Brooks jun. (Springreiter), Oliver Schulze Brüning(Ablaufmanager), Michael Beckmann (Springreiter)(Foto: horseweb)

So ritt er seine Runden und sorgte damit für Aufsehen. „Diese Aktion war eigentlich nur eine spontane Sache, ich hatte die fixe Idee am Abend zuvor und dachte, dass es eine witzige Idee sei.“ Er ist nämlich eingefleischter Schalke-Fan. Diese Aktion schlug ungeahnte Wellen. So wurde Beckmann ins Schalker Stadion zu einem Spiel eingeladen, wo auf dem Übertragungs-Würfel sein Ritt mit Schalke Trikot im „Feindesland“ gezeigt wurde. „Es war eine unglaubliche Erfahrung für mich, ich stand mit meinem kleinen Sohn auf dem Rasen in Schalke und gab ein Interview und alle jubelten wegen meiner Aktion. Die Stimmung im Stadion war einmalig!“ Doch hier kam dann direkt ein Seitenhieb von seinem Kollegen Brocks: „Endlich war da mal Stimmung im Stadion!“

Michael Beckmann erzählte auf Nachfrage aber auch, dass bei diesem Ritt kein Pferd mit großem Vermögen vorhanden sein muss, sondern besser eins, welches sehr unerschrocken und gelassen ist. Bis jetzt war er hoch erfolgreich mit Nachwuchspferden im nationalen Bereich. Das Dortmunder Publikum darf sich auf den Schalke-Fan nicht nur im „Jump and Drive“ freuen, Michael Beckmann wird zudem in der mittleren Tour an den Start gehen.

Abschließend fand eine Fotosession an einem aufgebauten Sprung statt. Hier sollten sie alle zusammen für ein Abschlussfoto posieren. Da der Sprung etwas ungeschickt im Gegenlicht stand, ließen es sich unsere Sportler nicht nehmen, diesen gleich selber mal ab- und wieder aufzubauen.

v.l.n.r. Dr. Kaspar Funke (Escon Marketing GmbH), Oliver Schulze Brüning (Ablaufmanager), Andreas Kranke (Signal Iduna Gruppe), Dr. Andreas Weber (Pressesprecher Westfalenhalle), Karl Brooks jun., Michael Beckmann (beide Springreiter), Stefanie Wolf (Dressurreiterin) (Foto:horseweb)
Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson