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Klaus Balkenhol und sein Erfolgspferd Goldstern – eine schöne Geschichte

Zweimal Olympia-Gold: So wurde Klaus Balkenhol zu einer Reiter-Legende (FOCUS-Online, 16.8.2019) Düsseldorf.   Die deutsche Dressurreiterei ist seit Jahrzehnten weltweit das… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
29.08.2019 3 min lesen

Zweimal Olympia-Gold: So wurde Klaus Balkenhol zu einer Reiter-Legende

(FOCUS-Online, 16.8.2019)

Düsseldorf.   Die deutsche Dressurreiterei ist seit Jahrzehnten weltweit das „Maß aller Dinge“ in dieser Disziplin. Das zeigte sich einmal mehr kürzlich in Rotterdam, wo die deutschen Dressureiter wieder Europameister wurden im Team und in der Einzelwertung. Isabell Werth setzte hier mit ihren Mitreitern erneut ein Zeichen ihrer hohen Reitkunst. Sie war auch „damals“ in Atlanta und Barcelona dabei, wo ein gewisser Klaus Balkenhol, Angehöriger der berittenen Polizei von Düsseldorf, mit Goldstern für Deutschland startete. Die Bilder sind unvergessen!
Und weil dies so ist, hat Jonas Meister vom Kölner Express dem unvergessenen Paar eine Geschichte gewidmet, die wir hier in Auszügen zitieren: „Im Jahr 2021 verabschiedet sich die Reiterstaffel der Polizei offiziell aus der Landeshauptstadt. Bis dahin haben Pferde und Beamte in Düsseldorf ihre Spuren hinterlassen, so wie Klaus Balkenhol. Zusammen mit seinem berühmten Dienstpferd Goldstern war er nicht nur am Rhein im Einsatz, sondern auch in Barcelona und Atlanta.“

Wie Balkenhol zu seinem Goldstern kam, beschreibt Jonas Meister so: „1981 machte es bei Klaus Balkenhol klick, als der Polizist aus Düsseldorf zusammen mit seinem Chef Werner Vatter in einer Reitschule in Köln unterwegs war. Hier schauten sich die beiden die vierbeinigen Neuzugänge in den Stallungen an, als sie an Goldstern vorbeigingen. Schon auf den ersten Blick war den beiden Männern klar, dass das kein normales Pferd war. „Er ist zwar ein kleines Pferd, kann aber mal ein ganz Großer werden“, sagte sich Balkenhol schon damals. So kaufte die Düsseldorfer Reiterstaffel den Wallach für 6.700 D-Mark!“ Daraus entwickelte sich eine erstaunliche Symbiose zwischen Pferd und Reiter. Meister schreibt: „Weil der Westfale aber vor Temperament nur so strotzte, entwickelte er sich trotz intensiver Ausbildung zu einer Art Problemkind. Doch mit mühevoller Kleinarbeit war es Balkenhol, der seit 1971 als Dressurreiter aktiv war und Goldstern für die ersten kleineren Turniere fit zu machen.“ Allerdings ist bekannt, dass Goldstern neben seiner Ausbildung zum Dressurpferd auch im richtigen Polizeidienst eingesetzt wurde bei Festumzügen, im Karneval als Geleitschutz oder im Umfeld von Fußballspielen. So waren die Nerven des Pferdes bestens geschult. Doch die Öffentlichkeit und der offizielle Pferdesport hatten Balkenhol/Goldstern längst „in Beschlag genommen“ und ins Herz geschlossen.

Jonas Meister schildert den Werdegang so: „1989 ging der reitsportliche Stern des Düsseldorfer Duos dann aber so richtig auf. Nach einigen Grand Prix-Siegen und der Deutschen Vizemeisterschaft 1990 folgten ein Jahr später der erste Deutsche Meistertitel und dann schließlich der goldene Höhepunkt: Bei den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona wurde Goldstern zum Goldpferd. Mit der deutschen Mannschaft holten Balkenhol und sein Polizei-Wallach die Goldmedaille. Im Einzel gab es dazu noch Bronze. Nach der Rückkehr ins Rheinland wurden Reiter und Pferd mit Ehrungen überhäuft. Der damals 52-jährige Klaus Balkenhol wurde sogar von Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung für einen Sportler in Deutschland. Und auch ein Besuch bei Bundeskanzler Helmut Kohl durfte nicht fehlen.“

Ein Pferd wie Goldstern weckt natürlich Begehrlichkeiten in der Reiterszene, die jedoch allesamt abschlägig beschieden wurden. Goldstern blieb Polizeipferd und er sollte weiterhin Erfolge erringen. Jonas Meister schreibt weiter: „Bis 1996 heimsten Klaus Balkenhol und sein Fuchswallach quasi noch nebenbei Welt- und Europameistertitel ein, bevor es nach Atlanta ging. Auch bei den Spielen im US-Bundesstaat Georgia war die deutsche Dressurmannschaft nicht zu schlagen. Zusammen mit ihren Kollegen, darunter auch Dressur-Legende Isabell Werth, gab es wieder Gold. Das war der letzte große Titel für die Kombination Balkenhol/Goldstern. Denn drei Jahre später gingen beide nämlich wohlverdient in Rente. Seinen Lebensabend durfte Goldstern bis zu seinem Tod 2003 auf dem Hof seines Reiters verleben. Mit dem Pensionsantritt ging das Dienstpferd in den Besitz der Familie Balkenhol über.“

Dieser bemerkenswerten Geschichte widmete sich die Dokumentationsreihe „Unser Land in den 90er“. Ausgestrahlt wurde sie bereits am 16. August 2019 im WDR.

Quelle und Zitate: Jonas Meister: „Zweimal Olympia-Gold: So wurde dieser Düsseldorfer Polizist zu einer Reiter-Legende“, Kölner Express, 16. Aug. 2019

 

Quelle: pferdesport-bw.de

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