Concorde Film

„Immenhof – Das Abenteuer des Sommers“: Exklusives Interview mit der Regisseurin Sharon von Wietersheim

von Jaqueline Weidlich
14. Januar 2019
14. 01
ca. 5 Minuten

„Immenhof“ ist für viele ein Begriff. Der erste Film wurde 1955 veröffentlicht (Die Mädels vom Immenhof) und war der Anfang von einer wunderbaren Filmreihe.
Es ist über 40 Jahre her, dass sich jemand an ein neues Drehbuch für einen neuen Teil vom „Immenhof“ gewagt hat. So entstand „Das Abenteuer eines Sommers“, der ab dem 17. Januar im Kino zu sehen ist.
Doch wer ist die Drehbuchautorin, die sich an einen neuen Teil von Immenhof gewagt hat?!
– Sharon von Wietersheim ist eine deutsch-US-amerikanische Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin. Der Name Sharon von Wietersheim ist in der deutschen Filmszene kein Unbekannter. Sie startete Ihre Karriere als Regieassistentin am Residenztheater München und nahm später Schauspielunterricht. Sie war in deutschen Fernsehserien wie „Tatort“, „Derrick“ und „Der Alte“ zu sehen. Anfang der 1990er Jahren brachte sie ihr Weg hinter die Kamera, sie wurde Drehbuchautorin, Regisseurin und Produzentin. Sie war damit so erfolgreich, dass sie sogar Filmpreise gewann.

Doch nun wieder zu ihrem letzten Projekt „Immenhof“- viele alte Fans freuen sich auf den neusten Teil und viele Pferdefreunde freuen sich auf den Film,um dann bestimmt auch ein Immenhof-Fan zu werden. Lange mussten die Fans der ersten Stunde warten, doch jetzt nach 45 Jahren ist es am Donnerstag, den 17.Januar 2019 soweit. Eine neue Geschichte vom „Immenhof“ begeistert jung und alt. Bei dem neuen Abenteuer, was als Coming-of-Age-Drama bezeichnet wird und lose auf den „Immenhof“-Filmen aus den 1950er basiert, müssen drei Teenagerinnen um das Erbe des berühmten Reiterhofs bangen.

Passend zu dem neusten Immenhof-Teil durften wir Sharon von Wietersheim exklusive Fragen zu ihrem neuen Film stellen:

 

 HW: Horseweb
SvW: Sharon von Wietersheim

 

HW: Wie kommt man darauf „Immenhof“ neu aufleben zu lassen?
SvW: „Weil man sich an die frühere Zeit erinnert, in der es offenbar noch so etwas wie eine heile Welt gab. Wir wollten den Flair, das Gefühl von Heimat und Verbundenheit einer neuen Generation aufzeigen.“

 

HW: Wie lange haben sie an dem Werk gesessen?
SvW: „Das Buch wurde über zwei, drei Jahre immer wieder überarbeitet. Geschrieben wurde die erste Fassung schon im Jahr 2013.“


HW:
Welches ihrer bisher abgeschlossenen Projekte hat ihnen am meisten Spaß bereitet?
SvW: „Bei „Immenhof“ gehört definitiv dazu, da es sehr schön und harmonisch ist, mit Pferden zusammen zu sein.Pferde sind so wunderbare Tiere, es ist ein erhebendes Gefühl, ihre Schönheit einfangen zu dürfen. Doch auch „Die Zeit, die man Leben nennt“ mit Kostja Ullmann und Hinnerk Schönemann mag ich sehr.“

 

HW: Wenn sie die Möglichkeit hätten die Zeit zurückzudrehen, würden sie sich für den gleichen Werdegang entscheiden?
SvW: „Das ist eine gute Frage. Filme machen ist schon meine Berufung, denke ich. Leider ist es nur so, dass man sich um so viele Dinge kümmern muss, dass das Entscheidende dann zu kurz kommen kann. Dies versucht man natürlich zu vermeiden, doch man ist auf Menschen angewiesen und ein Film ist mehr als die Summe seiner Einzelteile.  Ich glaube, wenn man es schafft, das Gute, das Wahre und das Schöne zeigen zu können, liegt man ganz weit vorne.“

HW: Sind sie auf dem Land oder in der Stadt groß geworden?
SvW: „In der Stadt. Ich brauche den Trubel, die Nähe von Menschen. Das ist übrigens der Grund, warum ich kein Pferd besitze. Ich habe kein eigenes Pferd, da ich nicht die Zeit habe, um mich optimal darum zu kümmern. Dennoch liebe ich Pferde sehr.

 

HW: Wenn sie einen Wunsch frei hätten, was würden sie sich wünschen?
SvW: „Das die Menschen, Tiere, Kinder und andere Menschen gut behandeln. Dass sie Tiere als Geschenke ansehen und nicht als einen Gebrauchsartikel, den man isst, häutet und ihm seinen Willen aufzwingt.“

 

HW: Wie würden sie die Stimmung während eines Drehs beschreiben?
SvW: „Die Pferde haben uns Ruhe gegeben. Sie waren phantastisch, was natürlich auch an den tollen Pferdetrainern lag. Trotzdem hatten wir Stress. Film ist Muse, wenn es nicht gerade ein Thriller oder ein Actionfilm ist, und dafür braucht man Zeit.“

 

HW: Gab es eine Szene, an die sie sich gut erinnern, da sie nicht einfach zu drehen war?
SvW: „Die Moorzsene war eine große Herausforderung. Für Mensch und Tier gleichermaßen. Keiner mag gern stundenlang im Wasser stehen. Wir mussten ständig darauf achten, dass „Leia“ und das Pferd nicht unterkühlten. Das bedeutete rein ins Wasser, raus aus dem Wasser, doch das war natürlich unser größtes Ansinnen, unser größter Wunsch, dass es beiden gut ging.“

 

HW: Warum haben sie sich genau für Immenhof entschieden?
SvW: „Immenhof hat mir immer ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit vermittelt. Mit Pferden zu leben, war immer mein Traum. Den wollte ich zumindest auf der Leinwand realisieren.“

 

HW: Haben sie schonmal Berührungen mit dem Pferd gehabt? Vielleicht sogar ein eigenes?
SvW: „Ich kann reiten, gut sogar. Bin sogar Turniere als Jugendliche geritten. Ich habe eine kranke Hündin, auf die müssen wir sehr, sehr gut aufpassen. Das hat mich sensibilisiert. Ich liebe Pferde und kann mit ihnen kommunizieren. Vielleicht ist es auch die Liebe, die ich verspüre, die sie mich verstehen lässt.“

 

HW: Wie viele Pferde waren am Set?
SvW: „Unzählige. Ich habe aufgehört zu zählen, als der 75. Horsemaster am Set erschien. Ich denke 160 Pferde waren es bestimmt. Es gibt da das Rennen und das Reiten am Strand, dann die Pferde auf den Höfen, die Isländer, Ponies und Haflinger.

 

HW: Wurden die Pferde auch gecastet?
SvW: „Natürlich. Ich habe unsere Pferdeleute damit zur Verzweiflung gebracht. Ich hatte ganz genaue Vorstellungen, die die Pferde erfüllen mussten. Holly musste einen traurigen Gesichtsausdruck haben, die Narbe oberhalb ihrer Nase, zeigt die Wunde auf, die sie auch innerlich spürt, da sie immer noch um den Vater der drei jungen Frauen trauert. Die Augen dürfen nicht zu weit auseinandersetzen und der Kopf darf nicht zu lang sein. Die Mähne musste lang sein und dicht. Holly und Cagliostro mussten über Eleganz, Stil und Liebreiz verfügen. Cagliostro musste ein wilder Bursche sein, trotzdem aber souverän. Ich wollte für ihn immer einen Fuchs, doch den haben wir in vier Jahren Suche nicht gefunden.
Es wäre auch schwierig gewesen, weil wir ja auch mit Doubles gearbeitet haben und zwei Füchse zu finden, die sich ähnlich sehen, ist sehr schwer.“

 

HW: Hat man versucht nah am Original zu bleiben?
SvW: „Im Original haben die Isländer ihren Durchbruch erlebt. Wir wollten mit unserer Neu-Verfilmung auf die Pferde im Hochleistungssport aufmerksam machen. Wenn es uns gelungen ist, den Spirit der drei Original Filme aus den 50 Jahren einzufangen, sind wir sehr glücklich.“

 

Wir bedanken uns bei Sharon von Wietersheim für das exklusive Interview und haben sie als tierliebe und geduldige Regisseurin kennengelernt, bei dem das Wohl der Pferde im Vordergrund stand.

Hier erfahrt ihr mehr über den neusten „Immenhof“ – Film.

 

 

 

Weitere Artikel

Jaqueline Weidlich - 
11. März 2019
ca. 1 Minuten
Jaqueline Weidlich - 
06. März 2019
ca. 9 Minuten
Jaqueline Weidlich - 
01. März 2019
ca. 2 Minuten
Jaqueline Weidlich - 
28. Februar 2019
ca. 5 Minuten
Jaqueline Weidlich - 
26. Februar 2019
ca. 6 Minuten