Land und Leute

Die erste Pferdeklappe Deutschlands im Umbruch

Die Pferdeklappe gibt es heute schon seit knapp 5 Jahren. In dieser Zeit waren rund 800 Pferde zu Gast, 240… Artikel lesen

Larissa Lienig
12.04.2019 2 min lesen
Petra Teegen mit ihren beiden ältesten Begleitern: Beach Boy (links) und Pirat. (Foto: Pferdeklappe)

Die Pferdeklappe gibt es heute schon seit knapp 5 Jahren. In dieser Zeit waren rund 800 Pferde zu Gast, 240 Tiere konnten allein im vergangenen Jahr neu vermittelt werden.

Fast die Hälfte dieser Pferde war bis zur Vermittlung in der Pferdeklappe untergebracht. Einige waren nicht transportfähig, sie mussten bis zur Vermittlung an Ort und Stelle versorgt werden. Denn eine Stute mit Fohlen kann nicht mehr als zehn Stunden bei minus zehn Grad im Transporter stehen. Der Großteil der Tiere ist geretten und nun in guten, fürsorglichen Händen. Nur ein Bruchteil von etwa zwei Prozent musste den letzten Gang antreten.

Die Pferde in der Obhut der Klappe sind häufig verunsichert, aufgeregt, nicht gerade bestens gelaunt und meist ängstlich. Das Verhalten gipfelt teilweise in Kämpfen um Herdenpositionen – auch in den Boxen. Dann wird getreten, geschubst und sich gegen Stallwände geworfen. Fast täglich muss das Team um Gründerin Petra Teegen irgendetwas reparieren, austauschen, festschrauben. Denn, wenn sich ein 800-Kilo-Gigant gegen so eine strapazierte Stallwand schmeißt, dann gibt es auch schon mal Risse im Dach. „Ganz davon zu schweigen, dass die Klapplinge, die die Pferde versorgen, ein wenig hämatomresistenter sein müssen als ’normale Pferdehalter'“, sagt Petra Teegen über ihre Helfer.

Die Demolierungen sind soweit fortgeschritten, dass Erneuert werden muss. „Das wird eine teure Geschichte“, weiß Teegen. „Wir haben bei der Investitionsbank auf der Spendenseite um Hilfe gebeten und sind auch dort wirklich von 22 Menschen unterstützt worden. […] Sehr viele von unseren Facebook-Freunden haben tief in die Tasche gegriffen und eine großartige Gönnerin hat sich als Schirmherrin der Sache zur Verfügung gestellt.“

Es sollen fünf neue Boxen für Patenpferde von gehandicapten Menschen entstehen und auch eine Fohlenklappe, die schon lange dringend notwendig ist.

Viel Unterstützung erfährt das Herzensprojekt, das einmal mit der Rettung eines kleinen, gescheckten Ponymanns begann. Doch es könnte immer noch mehr sein. Denn fast täglich kommen neue Klappenpferde hinzu. Aktuell sucht die Pferdeklappe einen Resthof in der Nähe ihres Standorts in Norderbrarup, Schleswig-Holstein. Dort sollen Pferde untergebracht und umsorgt werden können, deren Besitzer verstorben sind und die Angehörigen sich nicht kümmern können oder wollen. „Diese Tiere, so haben wir erfahren, brauchen viel länger als die anderen Klappenpferde, sie brauchen mehr Zeit zur Erholung, zur Besserung.“ Es kam schon vor, dass die Hinterbliebenen nichts vom Pferd des Opas wussten und dieses dann sich selbst überlassen war.

Nicht nur die Schleswig-Holsteiner nehmen die Hilfe in Anspruch. Pferde kommen aus ganz Deutschland – und ziehen auch innerhalb von ganz Deutschland um. „Wir sind immer noch die einzige Pferdeklappe Deutschlands, viele haben versucht, auch so etwas zu gründen, aber so richtig will es nicht gelingen. So schauen also alle Pferdebesitzeraugen immer noch auf uns hier in SH“, berichtet Petra Teegen.

 

Die Pferdeklappe finanziert sich vollständig über Spenden. Sie können die Arbeit der fleißigen Helfer mit jedem Betrag unterstützen.

„Denn allein schaffen wir das nicht.“

Ganz einfach über Paypal Geld an info@erste-pferdeklappe.de überweisen oder klassisch auf das Spendenkonto IBAN DE59 2175 0000 0164 4072 72 (weitere Informationen zum Spendenkonto hier)