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Gestüt / Verband, Hengstkörung / Hengstschau

Viel Qualität bei den 29. Mecklenburger Körtagen

Redefin war vom 7. – 9. November 2019 erneut Treffpunkt für Junghengste mit internationaler Genetik. Insgesamt wurden dem zahlreich erschienenem… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
15.11.2019 5 min lesen
Kat. Nr. 92 Dressursieger v. Fürstenball. Foto Tauchnitz

Redefin war vom 7. – 9. November 2019 erneut Treffpunkt für Junghengste mit internationaler Genetik. Insgesamt wurden dem zahlreich erschienenem Fachpublikum 18 PKS-Hengste und 82 Reitpferdehengste vorgestellt.

Vielfalt bei den Pony-, Kleinpferde- und Spezialrassen

Bereits am Donnerstag erzielten bei der Körung der Pony-, Kleinpferde- und Spezialrassen (PKS) Hengste aus den Niederlanden und Österreich große Aufmerksamkeit. Besonders die beiden niederländischen Friesenhengste mit üppigem Langhaar beeindruckten mit dynamischem Auftritt und hoher Knieaktion.
Beide Hengste, ein Vierjähriger von Maurus und ein 13-Jähriger von Beart wurden gekört. Letzterer, ein Enkel des berühmten Jasper, ist zweifellos eine imposante Erscheinung. Gekört wurde auch der im österreichischen Lautach geborene und vom Gestüt Reimer erworbene Haflinger von Winterzauber.
Dieser edle und sympathische Junghengst bestach mit harmonischem Exterieur, bergauf getragenen Bewegungen und bester Sprungtechnik. Mit sechs Kandidaten waren die Deutschen Reitponys am stärksten vertreten, von denen vier ein positives Körurteil erhielten. In dieser Abteilung siegte Schierensee´s Captain America v. Charlie Brown aus der Zucht und dem Besitz von Kristin Rosenbaum, Malente. Dieser harmonisch gebaute Fuchshengst zeigte allerbeste Grundgangarten und für einen Haflinger viel Vermögen am Sprung. Viel Beifall auf offener Szene erhielt auch der in M-V gezogene Sohn des Honeymoon Star. Gezogen wurde dieser Nobeltyp mit schöner Oberlinie und energischen Trab von Bernhard Nitzlader in Jatznick. Vorgestellt hat ihn sein Besitzer Jens Maaß, Wulkenzin. Von fünf vorgestellten Shetlandponys (inkl. Partbred) wurden zwei gekört.

Sieger der DR-Ponys Kat.Nr. 3 v. Charlie Brown. Foto Tauchnitz

Bewegungskünstler „par excellence“

Bei den dressurbetonten Reitpferdehengsten sind in den letzten Jahren viele überragende Talente entdeckt und gekört worden, die später bei Bundeschampionaten und in Dressurprüfungen der schweren Klasse hoch erfolgreich waren bzw. noch sind. Auch 2019 wurde am Freitag und Samstag dieser Trend bestätigt. Von 36 vorgestellten Junghengsten wurden 20 gekört (55,55 %) und davon acht prämiert. Die auf den legendären Furioso II zurück gehende F-Linie dominiert auch in Redefin die Szene mit 7 gekörten Nachkommen. Darunter befinden sich drei Prämienhengste. Auch der Sieger, ein schwarzbrauner Nobeltyp von Fürstenball a.d. Zantna v. Zonik / Sir Donnerhall (Züchter und Besitzer Gestüt Lewitz), kommt aus dieser direkten Linie. Der schwarzbraune, 1,68 m große Hengst begeisterte mit viel Aufrichtung und Schub aus der Hinterhand. Aus seiner Mutterlinie stammt auch der in Redefin gekörte und inzwischen in Dressurprüfungen bis Kl. S*** erfolgreiche Swagman. Der dunkelbraune Reservesieger v. Franklin, ausgestattet mit bester Hinterhand-Aktivität und starker Oberlinie, kommt ebenfalls aus der Zucht des Gestütes Lewitz. Prämiert wurde auch ein brauner Sohn v. Fürst Jazz mit dem beachtlichen Stockmaß von 1,70 Meter, ein Hengst mit herrlicher Aufmachung. Als besonderer Nobeltyp aus der Vaterlinie des Trakehners Millenium, präsentierte sich der Sohn des Marc Cain a.d. Destiny´s Dream v. Desperados. Groß angelegt mit schöner Aufmachung wusste sich dieser Dunkelbraune aus dem Gestüt Sprehe raumgreifend zu bewegen. Der väterlicherseits über Asgard´s Ibiza holländisch geprägte Fuchshengst aus der Staatsprämienstute Loona v. Lauries Crusador xx (Züchter Andreas Weissmann) zählte ebenso zu den Prämienhengsten wie der im Gestüt Lewitz gezogene Glanzrappe v. Zonik a.d. So Fantastic v. Sir Donnerhall. Großartige Grundgangarten zeigte der Sohn des Libertad aus der hannoverschen Mutterlinie der Dohlenfürstin, die schon viele Bewegungshengste (z.B. Pik Bube I) brachte. Besitzer ist René Tebbel. Last but not least zeigte der fuchsfarbene Prämienhengst v. Vitalis a.d. Belinda v. Bretton Woods, warum niederländische Genetik im Dressursport begehrt ist. Ein positives Körurteil erhielt auch der von Volkmar Krieg in Murchin gezogene Mecklenburger v. Bernay a.d. Staatsprämienstute Sitara v. Swarowski.

 

Kat.Nr. 46 v. Cascadello I – Springsieger 2019. Foto Tauchnitz

„Tebbel on top“ bei den Springhengsten

Im wahrsten Sinn der Worte wurden bei den springbetonten Junghengsten von Michael Nagel und seinem Team die Latten hoch gelegt. Von den 46 vorgestellten Körkandidaten wurden 34 gekört, darunter vier Prämienhengste. Das sind 73,91 %. Ein Prozentsatz, der auch recht hoch erscheint. Aber wer das Freispringen live vor Ort erlebt hat oder am Bildschirm über ClipMyHorse verfolgen konnte, musste lange warten, bis überhaupt mal eine Stange fiel. Für den aus dem Emsland angereisten Springreiter, Züchter und Hengsthalter René Tebbel hat sich die weite Fahrt gelohnt. Er präsentierte nicht nur in der Dressurabteilung einen Prämienhengst, sondern bei den „springbetonten“ Hengsten den Sieger und den Reservesieger. Dass er außerdem selbst seine Hengste perfekt vorführte, ist schon außergewöhnlich, für ihn aber wohl selbstverständlich. Von der Körkommission wurde ein von Tebbel aufgezogener, edler Schimmelhengst mit Holsteiner Brand, abstammend von Cascadello I a.d. Britney von Cassini I an die Spitze gestellt. Züchter ist Detlef Reimer Hennings aus Bendorf. Der in Emsbüren bei Tebbel aufgezogene Reservesieger ist ein Sohn des legendären KPWN-Hengstes Verdi TN, der unter Maikel van der Vleuten bei Europameisterschaften, Weltreiterspielen und Olympiaden hoch erfolgreich war und jetzt auch über die Hengststation Schmidt angeboten wird. Abstammungsgemäß, auch über die Holsteiner Mutterlinie (Cascari x Calido I), sprang der 1,71 Meter große Junghengst mit spielerischer Leichtigkeit und in idealer Kurve mit Vorsicht und bester Beintechnik. 1,67 m Stockmaß hat der prämierte Fuchshengst v. Diaron a.d. Stakkariella v. Stakkato / Chacco-Blue. Er begeisterte mit energischem Absprung, athletischem Vermögen und starker Galoppade. Züchter und Besitzer ist das Gestüt Lewitz. Der vierte Prämienhengst im Bunde ist ein dunkelbrauner Sohn des For Pleasure aus einem hoch erfolgreichen Holsteiner Stamm (Z.u.B: Gerd Ohlsen, Oevenum). Der Hengst überzeugte mit Ehrgeiz, Vorsicht und viel Vermögen am Sprung. Zwar nicht prämiert, aber gekört wurde ein statiöser Mecklenburger Rappe v. Balou Peggio a.d. Verbandsprämienstute Sandro´s Fürstin v. Sandro Song / Kobold I aus der Zucht und dem Besitz von Ulrich Prehl, Putbus sowie ein bereits dreijähriger Fuchshengst v. Cero I a.d. Dakota v. D´Olympic / Altan II. Der von Kerstin Fürholzer in Groß Schwiesow gezogene Hengst befindet sich jetzt im Besitz des Landgestütes Redefin. Ein sympathischer Sohn des Come and Fly a.d. Staatsprämienstute Celly-Girl v. Cellestial demonstrierte über den Stangen seine große Veranlagung für den Springsport. Der gekörte Mecklenburger Schimmel wurde in Neu-Benthen bei Schmidt geboren und aufgezogen. Der Landwirtschaftsbetrieb Neubauer aus Trent durfte sich über den gekörten Mecklenburger v. Leevster a.d. Saveria v. Saverio / Weltfriede freuen. Eine hochinteressante Blutkombination lieferte ein in Frankreich gezogener Fuchshengst, abstammend vom mehrfachen Weltcup-Sieger Baloubet du Rouet. Seine Großmutter Contara ist die Mutter des weltberühmten Chacco-Blue, womit mecklenburgische Gene über Umwege mit der Körung in Redefin erneute Anerkennung gefunden haben.                                                                                                                                                                                   V.T.

 

Presswmitteilung des Pferdezuchtverbandes Mecklenburg-Vorpommern

Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson