Gastbeitrag

Zeckenübertragene Erkrankungen sind, vor allem zu Beginn des Frühjahrs, wenn die Zecken wieder aktiver werden, in aller Munde. FSME (Frühsommermeningoenzephalitis),… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
26.04.2019 3 min lesen

Zeckenübertragene Erkrankungen sind, vor allem zu Beginn des Frühjahrs, wenn die Zecken wieder aktiver werden, in aller Munde. FSME (Frühsommermeningoenzephalitis), ausgelöst durch eine Infektion mit TBEV (Tick borne encephalitis virus) oder Lyme-Borreliose, verursacht durch Borrelien, sind mittlerweile vielen ein Begriff.

Wer aber hat schon von Bartonellen gehört?

Wenn Sie noch nichts von Bartonella gehört haben, sind Sie definitiv nicht allein. Diese Art von Bakterien sind verbreiterter, als man denkt… sie können nicht nur Pferde, sondern auch Katzen, Hunde, Rinder, Menschen und viele andere Säugetiere infizieren. Aber die daraus resultierende Infektion, die so genannte Bartonellose, scheint bei vielen Pferden ein weit verbreitetes, aber falsches oder auch undiagnostiziertes Problem zu sein. Die Mainstream-Tiermedizin scheint oder will nur sehr wenig darüber zu wissen, aber es gibt mittlerweile immer mehr aktuelle Studien, die zeigen, sie scheint viel häufiger vorzukommen, als wir denken [1].

Beim Menschen ist die bekannteste Form der Bartonella-Infektion die „cat scratch disease“ (Katzen-kratz-Krankheit). Sie wird durch einen Kratzer von einer Katze übertragen und verursacht Ausschläge, gefolgt von Symptomen wie leichtem Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Konjunktivitis, circa 3-10 Tage nach dem Kratzer. Die Symptome sind jedoch in der Regel nicht lebensbedrohlich und verschwinden oft ohne Behandlung. Die „cat-scratch disease“ wird von Bartonella henselaeverursacht, aber diese Art ist nicht die einzige, human- oder auch Pferdepathogene Art.

Wir wissen, dass es viel mehr Arten von Bartonella gibt, und je nach Art (und sehr wahrscheinlich dem Zustand des Immunsystems des Tieres oder der Person) können unterschiedliche Symptome auftreten.

Einige Pferde zeigen keine Anzeichen, einige nur leichte, unspezifische, vielleicht auch unbemerkte Symptome und wieder andere schwere Symptome.

 

In einer internationalen Studie [2] wurden zwei Pferde mit B. henselaeInfektion untersucht. Eins der Tiere zeigte eine deutliche Gefäßentzündung (Vaskulitis), wobei das andere Pferd chronische, intermittierende, wechselnde Lahmheiten zeigte. Dieselbe Bartonella-Art wurde auch bei einem Pferd berichtet, das an hämolytischer Anämie starb.

Soweit man weiß, werden Bartonellen auf Pferde über Insekten wie Zecken, Hirschlausfliegen oder Flöhe übertragen, wo sie sich in den Zellen der Blutgefäße (Gefäßendothel) niederlassen.

Pferde können keine Symptome zeigen, bis sich die Infektion auf mehrere Körperteile ausgebreitet hat. Viele Symptome werden mit der Bartonellose in Verbindung gebracht, einschließlich vergrößerter Lymphknoten, Muskelkrämpfe, Harnwegsbeschwerden, Atemwegsproblemen, aber auch „alltäglichen“ Symptomen wie einer plötzlichen Überempfindlichkeit (z.B. beim Bürsten oder bei Fliegen), Kopfschütteln, explosive Ausbrüche oder Aggression. Weiter können wunde Sohlen,  fleckiges Schwitzen, Schwindelanfälle, Krampfanfälle oder Depression Anzeichen für eine Bartonellose sein.

Da sich die Bakterien vor dem Immunsystem, ähnlich wie Borrelien, sehr gut „verstecken“ können, ist es eine genaue Diagnose unerlässlich. Die klassische Antikörperbestimmung kann auch hier nur wenig bis keine Sicherheit bieten.

 

ZAKlab kann kurze Zeit nach dem Beginn der Infektion spezielle Immunzellen nachweisen – meist schneller, vor allem aber spezifischer und genauer, als sich Antikörper bilden können.

Aber auch länger zurückliegende Infektionen können nachgewiesen werden und so kann die oft lange Suche nach Ursachen bei chronischen Leiden entscheidend abgekürzt werden. Kranke Tiere sind somit schneller wieder fit und leistungsbereit für Sport und Freizeit.

Weiter gibt die Diagnostik bei ZAKlab auch Sicherheit nach Antibiotikagabe oder anderen therapeutischen Maßnahmen über den Erfolg der Therapie. Mehrere Antibiotika können zum Einsatz kommen, um die Bartonella-Infektion erfolgreich zu behandeln; problematisch kann aber eine Antibiotikaresistenz sein und es werden möglicherweise mehrere Runden Antibiotika benötigt.

Bei Fragen stehen Ihnen die Wissenschaftler bei ZAKlab telefonisch oder unter www.zaklab.de gerne und kompetent zur Verfügung, oder fragen Sie Ihren Tierarzt!

 

[1] „Bartonella infection in asymptomatic horses and donkeys from Tuscany, Central Italy“ Edoardo Magni, Fabrizio Bertelloni, Micaela Sgorbini, Valentina V. Ebani; Asian Pacific Journal of Tropical Medicine 2017; 10(11): 1077–1079

[2]„Detection of Bartonella henselae in the Blood of 2 Adult Horses“  S.L. Jones, R. Maggi, J. Shuler, A. Alward, and E.B. Breitschwerdt; J Vet Intern Med 2008;22:495–498

www.zaklab.de

 

 

 

 

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Jaqueline Weidlich

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