Gastbeitrag

Bodenarbeit – Vertrauensaufbau zwischen Mensch und Pferd

Das Verständnis zwischen dem Menschen und seinem Pferd beginnt nicht erst unter dem Sattel. Nein die Kommunikation beginnt schon viel… Artikel lesen

Pia Kocker
13.06.2019 3 min lesen
Thomsen, Morten Bodenarbeit mit Morten Thomsen © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Das Verständnis zwischen dem Menschen und seinem Pferd beginnt nicht erst unter dem Sattel. Nein die Kommunikation beginnt schon viel eher. Das Vertrauen zwischen Mensch und Tier muss über viele Jahre aufgebaut werden und sorgfältig gepflegt und aufrechterhalten werden. Gemeint ist die Kommunikation am Boden. Denn nur wer sein Pferd versteht ist in der Lage mit seinem Pferd zu kommunizieren. Andernfalls kann es zu Missverständnissen kommen und die Beziehung zwischen Mensch und Pferd kann nicht aufgebaut werden. Die Defizite, die bereits am Boden entstehen oder bestehen übertragen sich auch auf das Reiten. Meistens macht das Reiten dann keinen Spaß mehr, man verliert die Lust an seinem Hobby und das Interesse für das Tier. Aber genau das wollen wir ja nicht. Denn die meisten von uns lieben ihre Vierbeiner und wollen weiterhin Zeit mit ihrem besten Freund verbringen.

Damit genau das bestehen bleibt, nehmen immer mehr Reiter die Bodenarbeit oder aber auch Horsemanship genannt, mit zum alltäglichen Training dazu und arbeiten an der Verständigung vom Boden aus.

Aber meistens fehlen die Grundkenntnisse über diesen Bereich und der nächste Lehrgang ist erst in einem halben Jahr oder an einem Stall, der zu weit weg ist. Wer nicht allzu lange warten möchte, schaut sich im Internet Youtube Videos dazu an, besucht Messen oder kauft sich Bücher zu dem Thema Bodenarbeit. Den meisten ist damit immer noch nicht geholfen, denn sie haben die Theorie nun verstanden, können diese aber nicht umsetzen. Das Pferd bleibt nicht stehen auf das Kommando, was man ihm gegeben hat, oder die Konzentration ist gleich ganz weg. Einige von uns verlieren schnell die Geduld und Lust, da es doch im Video so einfach ausgesehen hatte. Der Grund für das Misslingen der scheinbar einfachen Aufgabe ist das fehlende Vertrauen zwischen dem Menschen und dem Pferd. Man darf nicht vergessen, dass die Menschen auf den Videos teilweise schon Monate, wenn nicht sogar Jahre mit ihrem Pferd trainieren. Am Anfang wird es auch bei ihnen nicht auf Anhieb geklappt haben und so leicht ausgesehen haben. Deswegen sollte man sich und seinem Pferd die nötige Zeit geben, die man eben benötigt. Ich habe euch einige Tipps aufgelistet, die euch helfen die Beziehung und das Vertrauen zu eurem Pferd verbessern:

 

Tipp 1: Die Begrüßung

Schon bei der Begrüßung könnt ihr an der Beziehung und dem Vertrauensaufbau zu eurem Pferd arbeiten. Versucht die Begrüßung immer so gleich wie möglich zu halten, dass ihr euch so eine Art eigenes Ritual aufbaut. Einige bringen ihrem Pferd ein Leckerchen mit oder begrüßen es mit einer Streicheleinheit. Achtet darauf es jeden Tag gleich zu machen. Nach einigen Wochen werdet ihr feststellen, dass euer Pferd schon förmlich auf euch warten wird.

 

Tipp 2: Die Putzroutine

Nicht nur die aktive Bodenarbeit verbessert das Verständnis zwischen Pferd und Reiter, sondern schon das Putzen kann dabei helfen das Vertrauen zu verstärken. Versucht doch einmal jeden Tag den gleichen Ablauf beim Putzen einzuhalten. Ein Pferd ist ein Gewohnheitstier und mag es nicht aus seinem alltäglichen Rhythmus herauszukommen. Ihr werdet merken das eure Putzroutine eurem Pferd hilft sich beim Putzen zu entspannen. Denn nur ein entspanntes und ausgeglichenes Pferd, ist in der Lage dem Reiter zuzuhören und arbeitet gern mit.

 

Tipp 3: Vor dem Reiten

Versucht einmal vor jedem Reiten euer Pferd erst einmal ein bis zwei Runden zu führen. Bleibt dabei ein paarmal stehen, sodass ihr auf Höhe der Pferdeschulter stehen bleibt. Das wird bei den ersten Versuchen nicht immer gleich funktionieren, aber lasst euch davon nicht aus der Ruhe bringen, sondern baut es Tag für Tag immer mit ein. Auch hier werdet ihr merken, dass euer Pferd irgendwann versteht was ihr von ihm möchtet und es wird neben euch stehen bleiben. Bei Pferden die etwas aufgeweckter sind könnt ihr ein kurzes „brrrr“ oder „hooo“ mit dazu nehmen. Wichtig ist, dass ihr jedes Mal dasselbe Kommando gebraucht. Genau diese kleine Übung sorgt dafür, dass das Pferd lernt euch zuzuhören und auf euch zu warten.

 

Eure Pia

 

 

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Pia Kocker

Die schönste Zeit im Leben sind die kleinen Momente in denen du spürst, du bist zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.