04.02.2023

CSI Hof Waterkant: ein bißchen Beachclub, guter Sport und viel Markenbildung

(Pinneberg) Das zweite CSI Hof Waterkant in Pinneberg ist (fast) ein Musterbeispiel für Markenbildung und Wohlfühlfaktoren. Beachclub-Zeltplanen über Gastronomieständen, schöner Gartenmöbelstyle – einladend zum Verweilen oder ausruhen – Sitzgelegenheiten auf zwei grünen Wällen im Gras oder eben kleiner Bistrotisch mit Stühlen direkt an der Bande. Ein bißchen Beachclub plus Blüten, Pflanzen –  Hamburg, der Norden, norddeutsche Protagonisten als Stilmittel – und eben alles nicht nur ländlich-holsteinisch. Kein Wunder also, dass ringsherum geschwärmt wird. Überflüssig zu erwähnen, dass die Grundlagen für den Pferdesport auf Janne Friederike Meyer-Zimmermanns eigener Anlage so sind, wie sie es selbst gern hat –  passend.

Erlesene Gästeschar

Zum reiten sind dort reichlich Gäste angereist: Rolf-Göran Bengtsson (SWE) genauso wie Cian O`Connor (IRL), Alexa Stais (CYP), Philipp Weishaupt, Patrick Stühlmeyer, Philip Rüping, Paris Sellon (USA), Chloe Reid (USA), Marie Ligges oder Karina Johannpeter (BRA) – aber die Derbysiegerin Cassandra Orschel nicht. Sie hatte lediglich eine Startgenehmigung für die Youngster-Tour. Schade eigentlich – wo doch auch das Derby ein Thema ist in einem Sport, der nicht so sehr das Geschlecht, sondern die Fähigkeiten im Sattel priorisiert.

O`Connor-Schüler Max Wachman (IRL) und Urvoso du Rech. (Foto: MB)

Rasanz am Samstag – teure Fohlen am Freitag

Drei Deutsche im TheurerTrucks Masters Grand Prix vorn: Jens Baackmann (Münster)  mit der Holsteiner Clarimo-Tochter Caja auf eins, dann Rene Dittmer aus Harsefeld mit seinem Top-Pferd Farrero und Katrin Eckermann (Füchtorf) mit dem Chacco-Blue-Sohn Christian`s Chacco auf drei. Insgesamt zwölf im Stechen und die haben sich nix geschenkt. Etwas üppiger fiel das Championat der Itzehoer Versicherung auf dem Weg in den Großen Preis aus. Gleich 30 von 50 blieben fehlerfrei – der Däne Andreas Schou und seine KWPN-Stute Granate waren im Zwei-Phasen-Springen unschlagbar schnell. Der Däne schwärmte danach über die Bedingungen des CSI4* Hof Waterkant –  so sehr, dass man auf den Gedanken kommen könnte, er sei noch niemals auf einem Turnier gewesen, dass von Reitern/Reiterinnen gemacht wurde.

Panorama Siegerehrung und Flair. (Foto: MB)

Der Holsteiner Verband verauktionierte Fohlen beim internationalen Event. Naheliegend – nicht nur wegen der langjährigen Zusammenarbeit mit Meyer-Zimmermann, sondern auch weil dieser Weg funktioniert: Drei Fohlen fanden für mehr als 30.000 Euro neue Besitzer, der Durchschnittspreis kletterte auf 20.071 Euro für 14 Fohlen. Drei Embryonen kosteten 35,600 Euro im Schnitt. „Wir haben einen großartigen Abend auf Hof Waterkant erleben dürfen“, resümiert Vermarktungschef Roland Metz zufrieden. „Unheimliche viele Neukunden waren erfolgreich und besonders erfreulich ist, dass gleich drei Fohlen über 30.000 Euro und kein einziges unter 10.000 Euro gekostet haben“, so Metz weiter.

Geschickt und erfolgreich: Die Charity-Auktion des vom Hamburger Udo Lindenberg gestalteten Kunstpferdes auf dem Hof Waterkant – für 100.000 Euro zugunsten der Welthungerhilfe versteigert. Well done!

Feines Feld

Es ist eine wirklich gute Mischung von Aktiven, die bei Schleswig-Holsteins einzigem Vier-Sterne-CSI an den Start geht und die guten Sport, sowie interessante Pferde offeriert. Prompt kündigte das NDR Schleswig-Holstein Magazin an: “Die Weltelite zu Gast Schleswig-Holstein”. Nun ja, angesichts der Tatsache, dass ab Mittwoch in Herning die Weltmeisterschaften Springen beginnen, scheint das denn doch ein wenig hoch gegriffen. Aber schließlich bewerben auch TV-Macher das eigene Produkt gern. Die Mischung aus schleswig-holsteinischen Reiter/innen und dem Rest der Welt – damit macht man auch Züchtern und Fans das hingucken rundherum erfreulich.

Apropos “hingucken”…

Wer auf den Platz kommt, wenn er oder sie den Weg vom Parkplatz zum Gelände hinter sich gebracht hat, wird auf das angenehmste überrascht. (Übrigens ist der Weg zwischen Auto und Gelände echt ein Luxusproblem – es ist schließlich überhaupt kein Nachteil, wenn viele zugucken wollen). Janne Meyer-Zimmermann und Christoph Zimmermann haben Eigenwerbung und Regionalität gewissermaßen in “Hindernissprache” umgesetzt. Anstelle von ausschließlich großformatigen Sponsorenhindernissen, setzen einzelne Obstacles Akzente: Segelboote, Wassergraben mit Birkenstämmen, u.a.. Das auffälligste Exemplar ist die Waterkant-Mauer. Wie einst Philipp Rüping, der vor Jahren ein exzellentes Foto des Breitenburger Schlosses auf eine Mauer übertragen ließ und das Hindernis dann dem Verein geschenkt hat, so prangt auch auf dem Hof Waterkant eine spezielle Mauer im Parcours. Auf der einen Seite der Blick auf Elb- oder Nordseestrand, auf der anderen Seite Hamburgs Hafen und die “Elphi” by night. 

HH-Hafen und Elphi. (Foto: MB)

Wo man hinschaut, es wird deutlich, wer das Turnier macht: Hof Waterkant. Hindernisständer und Siegerdecken werden in vielen Farben von einer Grafik verziert, die Lambrasco und Janne Meyer über dem letzten Oxer in Aachen symbolisieren –  hochgerissene Arme noch vor der Landung. Auch das ist ein wesentlicher Bestandteil von Markenbildung. Die eines können es, andere nicht ganz so gut. 

Bild mit freundlicher Genehmigung von Martina Brueske | Horseweb

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