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Zweimal kurzer Kopf: Hochspannende Grupperennen in Baden-Baden

Start zum Frühjahrs-Meeting am Samstag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden: Beim Saisonauftakt in Iffezheim wurden zwölf Leistungsprüfungen ausgetragen. Das von… Artikel lesen

Martina Brueske
24.05.2020 3 min lesen
Namos siegt unter Wladimir Panov im Pr.d. Annette Helleig Stiftung – Silberne Peitsche Foto: Marc Rühl

Start zum Frühjahrs-Meeting am Samstag auf der Galopprennbahn in Baden-Baden: Beim Saisonauftakt in Iffezheim wurden zwölf Leistungsprüfungen ausgetragen. Das von Deutscher Galopp entwickelte Hygiene- und Abstandskonzept lag der Veranstaltung zugrunde, die ohne Zuschauer auf der Rennbahn stattfand.

Jan Pommer, Geschäftsführer von Deutscher Galopp: „Unser herzlicher Dank gilt dem Team von Baden Racing für die sehr gute Vorbereitung und Organisation. Für alle Beteiligten ist der Tag sehr konzentriert, stimmig und positiv abgelaufen. Es war eine sehr schöne Veranstaltung, obwohl das besondere Iffezheim-Fluidum angesichts der Umstände natürlich gefehlt hat.“„Iffezheim weint, weil wir ohne Zuschauer veranstalten müssen“, sagte Jutta Hofmeister, die Geschäftsführerin des Veranstalters Baden Racing über das untypische Regenwetter beim auf zwei Tage verkürzten Frühjahrs-Meeting.

„Alle Corona-bedingten Maßnahmen werden vorbildlich umgesetzt, die Disziplin aller Aktiven ist sehr lobenswert“, so Hofmeister. „Das Team macht tolle Arbeit in zum Teil ungewohnten Aufgaben, in diesen Tagen müssen wir alle improvisieren.“

Zwei Grupperennen ragten aus dem sportlichen Angebot heraus. Ein Déja-vu-Erlebnis gab es im Preis der Annette Hellwig Stiftung – Silberne Peitsche (Gruppe III, 27.500 Euro, 1.200 m): Der von Dominik Moser in Hannover für den Stall Namaskar trainierte Namos (3,3:1), das erste Pferd der in Berlin wohnenden Verwaltungssangestellten Petra Stucke, wiederholte mit Jockey Wladimir Panov seinen Vorjahreserfolg.

Mit einem kurzen Kopf kämpfte sich der vierjährige Medicean-Sohn noch an der Riesenaußenseiterin K Club und dem Favoriten Majestic Colt vorbei.

16.000 Euro betrug die Siegprämie für den aus der Zucht des Gestüts Brümmerhof stammenden Namos, der beim achten Start seinen dritten Erfolg markierte und die Gewinnsumme auf 69.340 Euro steigerte.

„Ich war mir nicht ganz sicher, ob er auf dem weichen Boden zurechtkommen würde. Dass es wieder zum Sieg hier gereicht hat, ist eine unglaublich tolle Geschichte. Wir würden jetzt gerne nach England gehen, wenn das wieder möglich sein sollte“, sagte Trainer Dominik Moser.

Jockey Wladimir Panov fügte an: „Das ist ein wunderbarer Sieg. Wir hatten einen Super-Rennverlauf. Er war noch nie auf diesem Boden angetreten. Heute war er auf den Punkt genau zur Stelle und hat großen Kampfgeist gezeigt.“

K Club schien lange die Sensation vor Augen zu haben. „Ich war heute sehr guter Dinge, der Boden passte“, erklärte Trainerin Erika Mäder.
Majestic Colt hielt sich als Dritter gut, hatte aber keine Siegchance. Schäng lief als Vierter verbessert.

Auch die 42. pferdewetten.de – Badener Meile (Gruppe II, 35.000 Euro, 1.600 m) entwickelte sich zu einem Thriller: Ebenfalls mit einem kurzen Kopf Vorsprung gewann die von Dr. Andreas Bolte in Lengerich für Ralf Nicolay trainierte fünfjährige Kamsin-Tochter Nica (5,6:1) ihr erstes Grupperennen gegen den heranstürmenden Aviateur.

Jockey Adrie de Vries etablierte Nica, die hier 2019 im Oettingen-Rennen knapp geschlagene Zweite gewesen war, sofort im Vordertreffen des von Los Campanos angeführten Feldes. Früh auf der Zielgeraden hatte die Mitfavoritin außen einen Vorteil, doch wurde Avuateur immer zwingender und schien noch die Wende zu schaffen. Doch Nica packte nochmals entscheidend an und blieb minimal voraus.

20.000 Euro Siegprämie waren der Lohn für diese Energieleistung der beim zwölften Start zum vierten Mal siegreichen Lady.

„Ich war mir nicht ganz sicher, ob wir es geschafft hatten, denn der Gegner war schon kurz vorbei, aber Nica kam wieder zurück und zeigte viel Herz. Im Ziel waren wir wieder vorne. Ich freue mich riesig“, sagte Siegreiter Adrie de Vries.

Trainer Dr. Andreas Bolte meinte: „Ich bin überwältigt. Sie war im letzten Jahr die beste Meilerin Deutschlands, auch gegen die Hengste. Beim ersten Saisonstart 2020 in Hannover war sie noch nicht auf hundert Prozent und hatte ein unglückliches Rennen. Nun hatten wir auf Verbesserung gehofft.“

Aviateur unterlag in allen Ehren, während Ninario sich spät noch auf Platz drei vorschob. Der Lokalmatador Jackson Hole kam nach wenig günstigem Rennverlauf noch auf Rang vier vor dem lange führenden Los Campanos und der als Sechste aus bester Lage nie anziehenden Favoritin Axana.