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Zum Hufschmiedemangel und zur Ausbildungssituation im Hufbeschlag

 Der akute Mangel an Hufbeschlagschmieden hat in diesem Jahr zu großer Verzweiflung unter Pferde-besitzern geführt, die sich hilfesuchend an unseren… Artikel lesen

Martina Brueske
29.09.2021 2 min lesen
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 Der akute Mangel an Hufbeschlagschmieden hat in diesem Jahr zu großer Verzweiflung unter Pferde-besitzern geführt, die sich hilfesuchend an unseren Verband wenden. Der EDHV ist die größte Berufs-vertretung für Hufbeschlagschmiede in Deutschland. Bei stetig steigendem Pferdebestand stagniert die Anzahl der tätigen Hufbeschlagschmiede seit Jahren bei ca. 3500, Tendenz sinkend. Es rücken nicht an-nährend so viele neu ausgebildete Kollegen nach, wie aus dem Beruf ausscheiden. 

Dies ist eine besorgniserregende Entwicklung, die der EDHV seit vielen Jahren vorausgesagt hat, gegen die aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen aber nicht genug unternommen werden konnte. Zwei Hauptgründe machen wir für diese Situation aus: 

In sämtlichen Handwerksberufen fehlt es an Fachkräften und Nachwuchs, Lehrstellen bleiben unbe-setzt. Politik und Handwerksorganisationen schaffen es nicht, Berufe und Ausbildungsgänge für junge Menschen attraktiv zu machen. Gleichzeitig steigen auf allen Ebenen die Belastungen für die Betriebe. Obwohl Hufbeschlag nicht mehr der Handwerksordnung unterliegt, gelten für uns die gleichen Prob-leme, weil die Strukturen der Unternehmen vergleichbar sind und wir um dieselbe Personengruppe konkurrieren. 

Seit 2007 gilt das aktuelle Hufbeschlaggesetz, welches unter anderem die Ausbildung im Hufbeschlag regelt. Bereits bei seiner Verabschiedung wurde es vom Bundesverfassungsgericht kritisiert und in we-sentlichen Teilen außer Kraft gesetzt. Die bestehenden Regelungen haben sich mittlerweile als unzu-reichend und sogar als größtes Hemmnis erwiesen, um den beruflichen Standard zu sichern, eine zeit-gemäße Weiterentwicklung des Hufbeschlagschmiedeberufes zu ermöglichen und die Ausbildungsqua-lität und –menge zu erhöhen. Das zuständige Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, BMEL, hat das Problem erkannt und schon vor Jahren eine Reform in Aussicht gestellt. Obwohl ge-meinsame Vorschläge und Forderungen vom EDHV, von Handwerksvertretern und der Tierärzteschaft längst vorliegen, passiert allerdings einfach nichts. 

Aufgrund dieses Hintergrundes wird sich die Situation nicht kurzfristig entspannen. Hufbearbeitung und –beschlag sind unabdingbar für die Gesunderhaltung und die Nutzung der Pferde und somit eine Frage des Tierschutzes. Der EDHV wird auch weiterhin seinen Teil an Aus- und Weiterbildung, Nach-wuchsförderung und Öffentlichkeitsarbeit für den Hufbeschlagschmiedeberuf leisten. Der Aufruf an die Politik und Verwaltung, endlich zu handeln und für geeignete Rahmenbedingungen zu sorgen, ist inzwischen dringender als je zuvor.