Aktuelles, Fahren

WM Zweispänner: Bronze für Anna Sandmann – Deutsches Team gewinnt Silber mit Sandmann, Freund und Koalick

Kronenberg/NED (fn-press). Mit einer Silber- und einer Bronzemedaille beenden die deutschen Zweispännerfahrer die Weltmeisterschaft im niederländischen Kronenberg. Silber geht mit… Artikel lesen

Martina Brueske
14.09.2021 3 min lesen
Anna Sandmann © FEI/Richard Juilliart

Kronenberg/NED (fn-press). Mit einer Silber- und einer Bronzemedaille beenden die deutschen Zweispännerfahrer die Weltmeisterschaft im niederländischen Kronenberg. Silber geht mit 333,67 Punkten an das Team mit Sandro Koalick (Drebkau), Anna Sandmann (Lähden) und Marco Freund (Dreieich), Gold an die favorisierten Ungarn mit 322,99 Punkte. Außerdem gab es Bronze für Anna Sandmann in der Einzelwertung.

Anna Sandmann (Lähden) freut sich über den Gewinn ihrer ersten Einzelmedaille bei einem internationalen Championat (168,83 Punkte). Bei der WM 2019 in Drebkau fuhr sie auf den sechsten Platz in der Einzelwertung. Bereits als Fünfzehnjährige bestritt die Emsländerin ihre erste Weltmeisterschaft im Zweispännerfahren, nun kann sie an ihrem 26. Geburtstag in zwei Tagen auch den Gewinn einer Silber- und einer Bronzemedaille feiern. Ohne Abwurf, aber mit 5,44 Strafpunkten lieferte Anna Sandmann aus deutscher Sicht das beste Ergebnis im Kegelfahren auf dem elften Rang und ließ damit ihren Mannschaftskameraden Sandro Koalick, der 15 Strafpunkte kassierte, sowie den vor ihr rangierenden Ungarn Kristof Osztertag in der Gesamtwertung hinter sich.

Sandro Koalick, Vize-Weltmeister 2019, beendete die WM in Kronenberg auf dem vierten Rang (171,86). Ihm wurde der eckig und wenig einladend aufgebaute Kegelparcours zum Verhängnis. Unter großem Zeitdruck stehend fuhr der amtierende Deutsche Meister seine Runde nicht so souverän wie sonst. „Das war schade für Sandro“, kommentierte Equipechef Fritz Otto-Erley das Abschneiden des Drebkauers. „Er ist eigentlich gut gefahren“. Fast scheint es als habe der Ungar Martin Hölle ein Abonnement auf den Weltmeistertitel, er stand zum dritten Mal in Folge ganz oben auf dem Treppchen (161,23). Der neue Vize-Weltmeister heißt Franck Grimonprez (163,03) und kommt aus Frankreich.

Auf dem elften Rang in der Einzelwertung beendete Teamfahrer Marco Freund das Championat (174,96). Er verbuchte 8,48 Strafpunkte im Kegelparcours. Dennis Schneiders (Petershagen) landete auf Platz 22 (185,38). Sein eher mäßiges Dressurergebnis konnte er mit dem Sieg im Marathon kompensieren. Carola Slater-Diener (Stadtroda) rutschte mit 18,61 Strafpunkten im Kegelfahren auf Platz 25 (187,16), Max Berlage (Schüttorf) musste 8,21 Strafpunkte hinnehmen, Rang 27 (187,92) in der Endabrechnung.

Arndt Lörcher beendete die WM auf Platz 38 (196,36). Torsten Koalick (Drebkau), Vater von Sandro Koalick und vor zwei Jahren Ausrichter der WM auf seiner Anlage in Drebkau auf dem 43. Rang (199,84). Größter Pechvogel der WM war Sebastian Warneck (Rangsdorf), dem bei der Geländefahrt das Verbindungsstück von der Deichsel zur Lenkverzögerung brach und er nicht weiterfahren konnte. Der Vize-Weltmeister von 2017 schied damit aus.

Wie erwartet war das abschließende Kegelfahren hochspannend und wirbelte in der Einzelwertung noch einiges durcheinander. „Das war dieses Mal eine wesentlich mitentscheidende Teilprüfung“, stellt Otto-Erley fest. „Der Parcours machte ein flüssiges Fahren nicht möglich, deshalb gab es auch keine einzige strafpunktfreie Runde.“

Team-Bronze an die Gastgeber
In der Teamwertung auf Platz drei landeten die Niederländer, die sich mit einer fulminanten Aufholjagd von ihrem sechsten Platz in der Dressur über den vierten Rang nach dem Marathon im Kegelfahren auf den Bronzeplatz vorschoben (342,26). Maßgeblich trugen Stan van Eijk, der von zwei Jahren bei der WM Bronze gewann, und Antonie ter Hamsel mit ihren schnellen Runden bei. Knapp geschlagen geben mussten sich die Fahrer aus Frankreich auf dem vierten Platz (346,91).

„Mit dem Gewinn von zwei Medaillen sind wir sehr zufrieden“, zieht Fritz Otto-Erley Bilanz. „Vor allem bei diesem gigantisch großen Starterfeld, in Kronenberg waren fast hundert Gespanne am Start. Da muss von der FEI über das System nachgedacht werden, für einen Veranstalter ist so ein riesiges Starterfeld eine gewaltige Herausforderung.“ FN/Christine Meyer zu Hartum