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Wenn die Mutterstute stirbt Erst- und Folgeversorgung des Fohlens

Neben dem Abort des Fetus gibt es natürlich das umgekehrte Risiko: Das Fohlen überlebt und die Mutter stirbt. Das kommt… Artikel lesen

Felicitas Meyer
08.06.2021 2 min lesen
Fohlennotdienst Foto: Agentur Hafensänger

Neben dem Abort des Fetus gibt es natürlich das umgekehrte Risiko: Das Fohlen überlebt und die Mutter stirbt. Das kommt zum Beispiel bei Schwergeburten vor, bei denen die Darmwand perforiert oder durchstoßen wird. Auch ein Gebärmuttervorfall, bei der die Nachwehen zu stark waren und die gesamte Gebärmutter mit rauskommt, ist ein Grund für den Stutentod.

 

Wenn einer dieser Fälle eintritt, muss schnell gehandelt werden. Für das Fohlen ist die Erstversorgung mit der Kolostral- oder Biestmilch lebenswichtig, da mit dieser Antikörper aufgenommen werden, die das eingeschränkte Immunsystem des Fohlens in den ersten Monaten nach der Geburt benötig. Diese Aufnahme muss in den ersten 24 Stunden erfolgen, da die Darmforte sich dann schließt und die Antikörper die Darmwand nicht mehr passieren können. Wenn nun die Mutter nicht mehr lebt um ihr Fohlen selbst zu versorgen, muss der Züchter diese übernehmen. Hierfür gibt es einige Möglichkeiten: Wenn es irgendwie geht, sollte die verstorbene Stute noch abgemolken werden. Ansonsten haben große Zuchtställe oft auch Reserven von anderen säugenden Stuten in der Tiefkühltruhe. Die nächste Option ist künstlicher Biestmilchersatz, der aber nie so gut sein kann wie echte Muttermilch.

Nach der Erstversorgung treten die nächsten Hürden auf. Es fehlt primär die Nahrungsversorgung, die der Mensch durch die Aufzucht mit der Flasche leisten kann. Hier hat z.B. Salvana ein Fohlenmilch-Notpaket:

 

Allerdings fehlt sekundär das erziehende Leittier, welches dem Fohlen die arttypischen Verhaltensmuster beibringt. Deshalb plädieren Fachleute für die Versorgung durch eine Ammenstute. Zwar ist es nicht immer leicht eine Stute zu finden, die gerade ihr eigenes Fohlen verloren hat und das verwaiste annimmt. Wenn die Zusammenführung aber klappt, ist es für Stute und Fohlen die beste und glücklichste Konstellation. Oft ist es hilfreich bei Tierärzten, großen Gestüten und den Zuchtverbänden nach einer Stute zu fragen, die gerade ihr Fohlen verloren hat. Darüber hinaus gibt es Notdienste, bei denen der betroffene Züchter anfragen kann.

 

 

Einige Notdienste:

 

 

  • Ammenstuten Notdienst der Tierklinik Sottrum, Tel.: 04264/3561

 

  • Ammenstutendienst Tierklinik Hochmoor, Tel.: 02863/20990

 

  • Ammenstutenservice Oldenburg, Tel.: 0160/90526135

 

  • Ammenstutenervice und Fohlennotdienst von Salvana, 04121/80461

 

  • Masterhorse Fohlennotdienst:  Tel.: 07150-4294,  Zusätzliche Nr.: 00800-6278374
  • Firma DERBY – Fohlenmilchnotdient bietet online Suchfunktion ( „Fohlennotdienst“ anklicken) nach nächstgelegener Fohlenmilchstation suchen: www.derby-futter.de

 

 

https://www.ammenstuten-deutschland.de

 

 

Gerne erweitern wir die Liste. Bitte geben Sie uns fehlende Adressen durch info@horseweb.de

 

Fohlennotversorgung  Foto: Agentur Hafensänger

 

Text: Agentur Hafensänger

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