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Weltcup-Finale Saumur: Zwei Titel für deutsche Athleten

Janika Derks und Bresch/Jacobs gewinnen Weltcup-Finale / Platz zwei und drei für Heiland und Brüsewitz Saumur (fn-press). Einmal mehr beenden… Artikel lesen

Marike Weber
21.04.2019 3 min lesen
BRESCH Theresa-Sophie (GER), JACOBS Torben (GER), Picardo Tryon – FEI World Equestrian Games™ 2018 Voltigieren Kür/Freestyle Pas de Deux Finale 20. September 2018 © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Janika Derks und Bresch/Jacobs gewinnen Weltcup-Finale / Platz zwei und drei für Heiland und Brüsewitz

Saumur (fn-press). Einmal mehr beenden die deutschen Voltigierer ein Weltcup-Finale als beste Nation. Zwei Titel und jeweils einen zweiten sowie dritten Rang konnten sich die schwarz-rot-goldenen Athleten um Bundestrainerin Ulla Ramge und Disziplintrainer Kai Vorberg in der gestrigen Nacht im französischen Saumur sichern. Janika Derks (Dormagen) siegte bei den Damen. Für den perfekten Abschluss ihrer Karriere sorgten Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) mit ihrer Titelverteidigung. Bei den Herren siegte der Kolumbianer Juan Martin Clavijo, gefolgt von Jannik Heiland (Wulfsen) und Thomas Brüsewitz (Köln).

Für das Finale des Finals hatte sich Janika Derks etwas besonderes einfallen lassen. Denn im zweiten Umlauf im „Cadre noir“ präsentierte die Spitzenathletin vom RSV Neuss-Grimlinghausen ihre neue Kür zum Thema „Million Dollar Baby“. Als Boxerin lieferte die 28-jährige Physiotherpeutin eine nahezu perfekte Leistung ab und wurde mit 8,671 Punkten belohnt. Damit kam die Rheinländerin insgesamt auf 8,753 Zähler und freute sich über ihren ersten Sieg bei einem Weltcup-Finale. „Die Kür entspricht noch mehr meiner Persönlichkeit als die alte und ich habe hier in Saumur spontan entschieden, das neue Thema zu zeigen“, berichtete Derks schließlich in der nächtlichen Pressekonferenz. „Die Kür entspricht ihrem Wesen. Janika ist ein absoluter Kämpfer und steht immer wieder auf, auch wenn sie mal fällt. Ich hatte heute Gänsehaut“, berichtete Trainerin und Longenführerin Jessica Lichtenberg, die Carousso Hit im Zirkel dirigierte.
Pech hingegen hatte Kristina Boe bei ihrem letzten Auftritt ihrer Karriere. Die als Zweitplatzierte ins Rennen gegangene Hamburgerin präsentierte bis kurz vor Schluss die perfekte finale Runde – nach einem Rückwärtssprung jedoch stoppte plötzlich ihr Pferd Highlander, longiert von Winnie Schlüter. Daraufhin konnte die Unfallchirurgin ihr geplantes freies Rad nicht zeigen – und fiel im Endergebnis schlißlich auf 8,122 Punkte und Platz vier zurück. „Mein Pferd hat sich entschieden, unsere Karriere drei Galoppsprünge früher zu beenden als ich es geplant hatte“, kommentierte die amtierende Weltmeisterin Boe unmittelbar im Anschlussinterview in der ausverkauften Wettkampfarena und erntete anerkennenden Beifall des Publikums und ihrer langjährigen Weggefährten.
Auf Platz zwei voltigierte überraschend die Schweizerin Marina Mohar (8,39), die ihre Teamkollegin und Mitfavoritin Nadja Büttiker auf Rang drei verwies (8,374). Corinna Knauf aus Köln, die dritte deutsche Teilnehmerin dieses Finals, landete mit ihrem Pferd Fabiola W und Longenfüherin Alexandra Knauf mit 7,895 Punkten auf Rang sechs.

Bei den deutschen Herren sprangen am Ende zwei Podestplätze heraus. Jannik Heiland, Dritter aus dem Vorjahr, klettere dieses Mal noch einen Rang weiter nach oben und beendete den Showdown im Département Maine-et-Loire mit 8,77 Punkten. Der 26-Jährige amtierende Vize-Weltmeister und sein Pferd Dark Beluga sowie Longenführerin Barbara Rosiny mussten damit lediglich einem Athleten den Vortritt lassen: Juan Martin Clavijo aus Kolumbien, der derzeit in der Schweiz lebt und trainiert, sorgte für die größte Überraschung des Finals. Der 19-Jährige, der die Geschichte und das Leiden eines Sklaven verkörperte, voltigierte mit 8,976 Punkten an die Spitze des international hochkarätigen Feldes. Rang drei sicherte sich Thomas Brüsewitz. Der 24-jährige Sportstudent verbuchte mit seinem Pferd Danny Boy OLD und Longenführerin Alexandra Knauf am Ende 8,69 Punkte. Doppel-Titelverteidiger Jannis Drewell (Steinhagen), der in Saumur die Kürpremiere zum Thema „Eddie the Eagle“ zeigte, beendete das Weltcup-Finale mit seinem Pferd Qualimero und Longenführerin Simone Drewell auf Rang sechs (8,459). Viktor Brüsewitz, nach dem Warm-Up noch auf Rang zwei gelegen, landete mit Longenführerin Gesa Bührig und Sky Walker (der seinen ersten internationalen Turnierstart absolvierte) auf Platz sieben (8,245).

Im Pas-de-Deux ließen die Top-Favoriten Theresa-Sophie Bresch und Torben Jacobs (Köln) trotz eines nervösen Danny Boy OLD nichts mehr anbrennen. Das Kölner Gespann, das seine Laufbahn mit dem Start in Saumur ebenfalls beendet hat, siegte an der Longen von Alexandra Knauf mit 8,576 Punkten vor den Amerikanern Daniel Janes und Haley Smith (8,238) und den Schweizerinnen Zoe Maruccio und Syra Schmid (7,216). „Wir sind glücklich, dass wir uns mit einem Sieg im Finale verabschieden konnten“, kommentierte Torben Jacobs.

(Quelle: FN)
Marike Weber

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