Preis der Besten Voltigieren

Fünf Landesverbände konnten die sechs Siege bei den Voltigier-Wettbewerben beim Preis der Besten in der Springhalle des DOKR unter sich aufteilen. Bayern holte sich zwei der begehrten Goldmedaillen, einmal bei den Senioren-Teams (VV Ingelsberg) und erneut im Junioren-Einzel (Gregor Klehe aus Ingelsberg). Für Mecklenburg-Vorpommern belegte Alina Roß bei den U18-Damen den ersten Platz. Die Mannschaft aus Nordheim wiederholte den Vorjahres-Sieg für Baden-Württemberg. Ronja Kähler und Julian Kögl vom Landesverband Berlin-Brandenburg sicherten sich Platz eins im Pas-de-Deux. Die aus Rheinland-Pfalz stammende Hannah Bidon erhielt die Nachwuchstrophy.

Ebenfalls während des Preises der Besten wurde die Sichtungsprüfung der deutschen Senior-Gruppen ausgetragen. Alexander Hartl, der 52-jährige Trainer des Voltigiervereins Ingelsberg, sagte ein wenig überrascht über seinen Sieg: „Ich wusste, dass wir uns auf einem guten Leistungsstand befinden. Dass es aber so gut läuft, hatte ich nicht erwartet“. Seine Mannschaft, die den Vize-WM-Titel von 2016 erreichte, dann aber 2017 nicht in den Kampf um das Championats-Ticket eingreifen konnte, konnte beim Preis der Besten ordentlich punkten. Insgesamt konnte sich der Verein drei Tagessiege und eine Gesamtwertnote von 8,459 Punkten mit ihrem Pferd Lazio und einer Western-Kür sichern. „Ingelsberg hat sich seit dem letzten Gruppenlehrgang hervorragend entwickelt und einen riesigen Leistungssprung gemacht“, so Bundestrainerin Ulla Ramge.

Die Mannschaft vom RV Fredenbeck, unter der Leitung von Gesa Bührig, die im Vorjahr noch den ersten Platz in Warendorf belegten, erhielten eine Gesamtwertung von 8,154 Punkten. Sie konnten sich sogar die beste artistische Note (9,14) durch ihre Kür zum Thema Goethes Faust sichern. Platz drei (7,893) belegten die amtierenden Europameister vom Team Norka des VV Köln-Dünnwald mit Longenführer Patric Looser. Anfang Mai siegten sie noch beim CVI in Ermelo/NED, allerdings fiel dieses Wochenende in Warendorf ihr Gruppenpferd Picardo aus, sodass kurzfristig auf das Reserve-Pferd Danny Boy OLD umgestiegen werden musste. Ähnlich ging es auch dem Team des RSV Neuss-Grimlinghausen, das verletzungsbedingt mit einem großen Trainingsrückstand und insgesamt nur drei Wochen Training, beim Turnier angetreten war. Mit ihrem Pferd Smarti und der Longenführerin Elisabeth Simon holte sich die Mannschaft 7,785 Punkte.

Die Entscheidung, welches Team Deutschland bei den Weltreiterspielen in Tryon im September vertreten wird, muss noch gefällt werden. In drei Wochen findet die nächste Sichtung im Rahmen des CVI in Krumke (Sachsen-Anhalt) statt. „Wir haben vier tolle Spitzen-Gruppen, um die uns andere Nationen sicher beneiden. Das Niveau ist super hoch und alle Mannschaften haben in den vergangenen Wochen sehr gut gearbeitet.“, sagt die Bundestrainerin Ulla Ramge. Zwar wird endgültig erst im Krumke entschieden, doch Köln-Dünnwald und Ingelsberg konnten durch ihre Turniersiege bisher am meisten überzeugen.

Bei den Juniorteams ist dem Team aus Nordheim konnte ihre Siegerserie aus dem Vorjahr fortführen. Die Weltmeister von 2017 unter der Leitung von Trainerin und Longenführerin Andrea Blatz stehen somit jetzt schon als deutsche Vertreter für die Europameisterschaften in Kaposvár (Ungarn) fest. Im Sattel von Humphrey Bogart und der Kür zum Thema „Spice Girls“ bekamen die Baden-Württemberger 8,045 Punkte. Den zweiten Platz belegten die Bayern vom Gut Waffenschmiede mit 7,443 Punkten. Mehr Teams traten allerdings auch nicht an, da die Mannschaften aus Brakel und Ingelsberg aufgrund von Verletzungen nicht teilnehmen konnten. Beim CVI in Krumke wird außerdem die Reserve-Mannschaft für die Europameisterschaften festgelegt. Dort wird neben Brakel und Ingelsberg auch die Mannschaft Krumke von Marion Schulze antreten. Bezüglich Nordheim ist Ulla Ramge zuversichtlich: „Die Gruppe entwickelt sich kontinuierlich, hat eine super Pflichtsubstanz und fängt an, das Kürthema richtig zu leben. Sie liegen gut in der Zeit und voll im Plan für die EM.“

Bei den Herren siegte der 17-jährige Gregor Klehe vom VV Ingelsberg zum dritten Mal in Folge.  Auf Adlon erhielt er 7,944 Punkte und konnte damit vor seinem Trainingspartner Jannik Liersch landen, der mit 7,837 Punkten den zweiten Platz für sich beanspruchte. Philipp Stippel belegte im Anschluss den dritten Rang mit seinem Pferd Sir Valentin und 7,529 Punkten. Jeder der drei Turner, die auf dem Podest landeten, erhielt zusätzlich die Startgenehmigung für die EM. Die Reserve stellt der viertplatzierte Julian Kögl aus Berlin-Brandenburg dar. Mit seiner Doppel-Partnerin Ronja Kähler wird er in Ungarn im Pas-de-Deux antreten. Das Duo gewann mit Daytona und Longenführer Lars Hansen mit insgesamt 8,375 Punkten. Ebenfalls nominiert für die Weltmeisterschaften in Ungarn ist das Pas-de-Deux aus Bernau, bestehend aus Peter Künne und Diana Harwardt auf Sir Lau Lau und Longenführer Hendrik Falk. Das Paar konnte das Turnier in Warendorf wegen einer Verletzung Harwardts am Finaltag nicht abschließen.

Alina Roß war die erste Siegerin im Preis der Besten aus Mecklenburg-Vorpommern im Voltigieren. Die 17-jährige turnte sich auf ihrem Krumker Pferd San Zero und mit Longenführerin Marion Schulze nach vier Durchgängen und mit 8,32 Punkten an die Spitze. Sie verwies damit die Vorjahressiegerin Mara Xander aus Nordheim auf den zweiten Platz (8,027), die auf ihrem Pferd Lukas und mit Longenführerin Andrea Blatz geritten ist. Die Rheinländerin Fabienne Nitowski belegte hinter den beiden im Sattel von Dantez und longiert von Iris Schulten den dritten Platz (7,908 Punkte). Platz vier und fünf beanspruchten Marie Dierßen für den Landesverband Hannover und Kathrin Meyer aus Schleswig Holstein. Allerdings bekamen nur die ersten drei Starterinnen die Startberechtigung für die EM.

Die seit 2016 jährlich stattfindende Verleihung der Zukunftstrophy erhielt dieses Hannah Bidon aus Rheinland-Pfalz, die auf Ritchie – longiert von Katrin Kamp – nach jeweils einem Pflicht- und einem Kürdurchgang 6,912 Punkte erreichte. Insgesamt starteten elf Teilnehmerinnen im vorgegebenen Alter zwischen 12 und 14 aus zehn verschiedenen Landesverbänden. Dahinter belegten Frances Nandy Moldenhauer (6,859 Punkte) aus Sachsen-Anhalt und Justine Lindhorst (6,854 Punkte) vom Landesverband Schleswig-Holstein Platz zwei und drei.

Text: Louisa Trippe

Quelle: www.pferd-aktuell.de