Vielseitigkeit

Wiesbaden: Sarah Cohen gewinnt Vielseitigkeit 

Julia Krajewski auf Platz zwei bei Event Rider Masters-Premiere in Deutschland Wiesbaden (fn-press). Erstmals seit 2008 erlebten die Zuschauer des… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
03.06.2017 3 min lesen

Julia Krajewski auf Platz zwei bei Event Rider Masters-Premiere in Deutschland

Wiesbaden (fn-press). Erstmals seit 2008 erlebten die Zuschauer des Wiesbadener Pfingstturniers wieder einen der internationalen Gäste als Sieger der Vielseitigkeitsprüfung. Die Britin Sarah Cohen gewann mit Treason das CIC3* und damit gleichzeitig die zweite Station der Event Riders Masters-Serie. Als bestes deutsches Paar landete Julia Krajewski auf Platz zwei vor der Schwedin Sara Algotsson-Ostholt mit Reality.

Für die 43-jährige Britin war es der erste Start in Wiesbaden. In einer spannenden Aufholjagd rückte sie vom sechsten Platz nach Dressur auf den Spitzenplatz vor. 46,8 Minuspunkte lautete ihr Endergebnis. „Ich wollte hier schon mitmischen, aber mit einem Sieg habe ich nicht gerechnet“, erklärte sie strahlend. „Ich war schon in Chatsworth erfolgreich und wollte die Chance nun nutzen, weitere Serienpunkte zu sammeln.“ Den Geländeritt mitten durch den Schlosspark mit den begeisterten Zuschauermassen empfand sie als „tolle Erfahrung“. „Das Publikum war einfach fantastisch und hat alle Reiter unterstützt und bejubelt“, sagte sie.

Ein „Wechselbad der Gefühle“ durchlief Julia Krajewski (Warendorf). Die Junioren-Bundestrainerin war am Freitag mit der zweitbesten Dressur in die Prüfung gestartet, am Samstagvormittag im Springen dann auf Platz sechs zurückgefallen. „Das Springen lief mit definitiv nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Drei Fehler waren drei Fehler mehr als sonst“, sagte sie. Aufs Gelände habe sie sich jedoch gefreut: „Ich wollte schnell und sicher durchs Gelände kommen, das ist auch gelungen“, sagte sie. Mit einem Endstand von 54,2 Minuspunkten wurde sie zum wiederholten Mal in diesem Jahr Zweite.

Für ein reines Frauen-Trio auf dem ERM-Podium sorgte Sara Algotsson-Ostholt (Warendorf), die sich erst vor Kurzem einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. „Das hatte ich immer noch ein bisschen im Kopf. Mein Mann (Frank Ostholt) hat mich überzeugt, hier zu reiten. Dafür bin ich ihm sehr dankbar“, sagte die Schwedin. Dabei sei der Kurs durch den Schlosspark mit den vielen engen Wendungen für ihre Stute Reality („Sie ist ein sehr großes, langes Pferd“) eigentlich nicht ideal. „Aber sie hat alles toll gemacht, hat immer für mich gekämpft. Ich hatte die ganze Zeit ein tolles Gefühl“, sagte sie.

Eigentlich jedoch gebührte Platz drei dem zweimaligen Olympiasieger Michael Jung (Horb), der das CIC3* mit 55,3 Minuspunkten, fünf Zehntel weniger als Algotsson-Ostholt beendete Zur Freude des Wiesbadener Publikums, das ihn bereits vier Mal als Sieger feiern durfte, hatte er sein Nachwuchspferd Star Connection gesattelt. Allerdings war Wiesbaden für den neunjährigen Hannoveraner die erste Drei-Sterne-Prüfung, weshalb er nicht für die ERM-Serienwertung zugelassen war.

Der große Pechvogel der Veranstaltung war Ingrid Klimke. Als Führende nach Dressur und Gelände startete sie mit SAP Escada FRH als Letzte ins Gelände und kam – begleitet vom frenetischen Jubel der Zuschauer – auf die letzte Schleife der Strecke innerhalb des Wiesbadener Springstadions. Bis zum vorletzten Hindernis sahen die beiden wie die sicheren Sieger aus. Doch dann lief die Stute zwei Mal am Hindernis vorbei. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, war Ingrid Klimke verblüfft. „Escada ist in ihrer gesamten Laufbahn noch nicht an einem Hindernis einfach vorbeigelaufen.“ Kurz nach der Prüfung war offensichtlich, warum die Stute verweigert hatte. Sie ging deutlich lahm. „Sie muss sich am Ende des Kurses verletzt haben und wollte dann natürlich nicht mehr springen“, erklärte Klimke niedergeschlagen. „Wir, die Besitzer von Escada und ich, warten jetzt ab, was bei der Untersuchung herauskommt. Aber wir wollen kein Risiko eingehen. Wenn Escada nicht wieder absolut fit werden sollte, werden wir auf jeden Fall im Sinne des Pferdes entscheiden und sie nicht mehr in den Sport zurückbringen.“

Quelle: fn-press 

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