Vielseitigkeit

Es ist ihm schon wieder geglückt: In einem Gänsehautfinale gewann Tim Price mit Ascona M die Longines CCI5*-L (31,4). Ohne… Artikel lesen

Larissa Lienig
17.06.2019 3 min lesen
Tim Price während der Ehrenrunde (C) Adrian Fohl.

Es ist ihm schon wieder geglückt: In einem Gänsehautfinale gewann Tim Price mit Ascona M die Longines CCI5*-L (31,4). Ohne Hindernisfehler doch nicht ganz innerhalb der erlaubten Zeit machte es der Neuseeländer auf den letzten Metern noch einmal spannend. Auf den Plätzen zwei und drei platzierten sich Tom McEwen (GBR) mit Figaro van het Broekxhof (33,5) und Alex Bragg (GBR) mit Zagreb (33,7)

Alle 22 Reiter präsentierten ihre Vierbeiner am Sonntagmorgen in der Verfassungsprüfung in hervorragender Verfassung und wurden von der Ground Jury und den Tierärzten als „fit to compete“ eingestuft. In umgekehrter Reihenfolge gingen die Paare anschließend im abschließenden Springen an den Start und boten den zahlreichen Zuschauern auf der Tribüne Vielseitigkeitssport auf Weltklasseniveau.

Der Springparcours verlangte viel

Longines Repräsentant Thomas Bergmann und Tim Price bei der Übergabe der Longines Uhr (C) Thomas Ix.

Der anspruchsvolle Springparcours des Parcoursbauers Martin Otto (GER) warf das Gesamtklassement noch einmal kräftig durcheinander. Mit einer nervenstarken Runde konnte der Neuseeländer Tim Price mit seinem Pferd Ascona M die Führung nach dem Gelände behaupten und siegte mit einem kleinen Vorsprung von 2,1 Punkten. Damit tritt der Weltranglistenerste in die Fußstapfen seiner Frau Jonelle Price, die 2018 in Luhmühlen siegreich war. „Es ist ein ganz besonderes Gefühl für mich hier an den Start zu gehen. 2014 habe ich in Luhmühlen meinen ersten Sieg auf diesem Niveau gefeiert und bin überglücklich, dass es dieses Jahr wieder so toll lief. Es macht mich wirklich stolz, dass die Stute in allen drei Disziplinen so konstante Leistungen gezeigt hat. Auch wenn sie eine bisschen eigenwillige Springtechnik hat, versucht sie immer alles richtig zu machen und hat alles gegeben, damit keine Stange fällt“.

Im Gesamtklassement stetig nach vorne arbeitete sich während der Turniertage der britische Reiter Tom McEwen mit Figaro van het Broekxhof. Nach der Dressur noch auf Platz 11, schob sich McEwen mit einer blitzsauberen Geländerunde auf Platz 4 vor dem abschließenden Springen. Mit einer nahezu perfekten Springvorstellung und nur 3 Sekunden über der erlaubten Zeit, sicherte er sich den zweiten Platz. Der Reiter, der seit 2018 im Sattel des 14-jährigen belgischen Warmbluts sitzt, lobte insbesondere das Interieur seines Pferdes. „Er hat einen ganz besonderen Charakter und versucht immer alles zu tun, um es seinem Reiter recht zu machen. Ich könnte nicht glücklicher sein.“

Alexander Bragg und Zagreb vergaben als vorletztes Starterpaar auf Grund eines Hindernisfehlers die Chancen auf den Sieg in der Longines CCI5*-L: „Mein Pferd fühlte sich fantastisch an. Deshalb habe ich versucht, Tim mit einer fehlerfreien Runde etwas unter Druck zu setzten. Die Zeit war sehr eng bemessen, so dass ich nach der dreifachen Kombination versucht habe, noch etwas Zeit gut zu machen. Leider ist uns dann ein leichter Springfehler unterlaufen. Das ist das Risiko, wenn man versucht zu gewinnen. Auch wenn ich durch den Fehler den Sieg verschenkt habe, bin ich super happy mit dem Verlauf der Prüfung und mit Zagrebs Leistung.

Als bester deutscher Reiter beendete Andreas Ostholt die Prüfung mit Corvette 31 auf Platz 11 (43,60). Auch Ostholt gelang eine Runde ohne Hindernisfehler mit lediglich 1,2 Punkten für Zeitüberschreitung. „Ich wusste, dass die Zeit heute sehr eng war und habe versucht möglichst nah an der erlaubten Zeit zu bleiben. Da ich nach dem Gelände aber nicht auf den Podiumsplätzen lag, habe ich den Fokus, ähnlich wie schon im Gelände, auf eine korrekte und sichere Runde gelegt. Mein Plan, die Fünf- Sterne-Prüfung mit sicheren Runden anzugehen, hat sich im Nachhinein als goldrichtig bewiesen und ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.“

Pressemitteilung

Larissa Lienig

„Entspanne dich, lass das Steuer los. Trudele durch die Welt, sie ist so schön.“ - Kurt Tucholsky