EHNING Marcus (GER), Qooper Z Balve - Optimum Deutsche Meisterschaft Dressur und Springen 2018 Championat von Balve 09. Juni 2018 © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz
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Er war einfach der Beste: Marcus Ehning. Der Borkener Stilist im Sattel flog förmlich durch den Parcours des Championat von Balve – Dieter Graf Landsberg-Velen Gedächtnispreis gegeben von den Firmen Chemische Fabrik Wocklum, Gebr. Hertin GmbH & Co.KG, den Grillo-Werken und der Paul Müller GmbH. Als schnellster beendete er den Normalparcours des CSI 2*-Springens und als schnellster kam er auch aus dem Stechen, für das sich immerhin 15 fehlerfreie Teilnehmer qualifiziert hatten.

Sein erst achtjähriger Quidam de Revel-Nachkomme Qooper Z nahm jedes Hindernis scheinbar mühelos. Mit 41.87 Sekunden war ihnen der Sieg sicher. Rang zwei belegte Vielseitigkeits-Ass Michael Jung. Michi, der auch gerne „Terminator“ genannt wird, wählte für das Championat von Balve die Westfalen-Stute fischerChelsea (v. Check In). Seine Zeit: 42.41 Sekunden. Den dritten Platz erritt sich der Däne Zascha Nygaard Andreasen, der mit dem Westfalen Chameur (v. Cayetano) 43.50 Sekunden benötigte. 10 Teilnehmer blieben im Stechen fehlerfrei. Einer freute sich aber am schönsten: Jens Hilbert. Der Amateurreiter, Medienstar und erfolgreiche Unternehmer hatte seine belgische Stute Guess gesattelt und pilotierte sie fehlerfrei durch den Normalparcours. Unter tosendem Applaus riss er die Hände in die Luft und strahlte übers ganze Gesicht. „Es war mein erstes Outdoor-Championat. Dieses Gefühl möchte ich nie mehr vergessen! Ich bin baff!“, so Hilbert. Selbst Bundestrainer Otto Becker war beeindruckt von der Leistung, bedenkt man, dass Jens Hilbert nach einer langjährigen Pause vom Reitsport vor vier Jahren erst wieder mit A- und L-Springen begonnen hatte. Im Stechen flatterten scheinbar ein wenig die Nerven – und so verweigerte Guess eine Hürde. Danach ging es jedoch wie am Schnürchen weiter. Leider kamen am Ende noch drei Strafpunkte für Zeitüberschreitung hinzu.

In der Finalqualifikation zu Deutschlands U25 Springpokal der Stiftung Deutscher Spitzensport, Preis der Familie Müter, siegte der 22-jährige Richard Vogel, Bereiter im Stall von Philipp Weishaupt/Ludger Beerbaum und ein „großes Talent“, wie Beerbaum selbst sagt. Gesattelt hatte Vogel Solitär, einen zehnjährigen Hannoveraner Wallach von Salito. Im Stechen setzte sich der gebürtige Oberschwabe mit schnellen und fehlerfreien 43.47 Sekunden gegen die anderen drei Stech-Teilnehmer durch. Auf dem zweiten Rang folgte die Deutsche Meisterin der Springreiterinnen 2017, Laura Klaphake, mit Catch me if you can (v. Catoki). Sie benötigte im Stechen 43.90 Sekunden und blieb auch ohne Fehler. Platz drei belegte Justine Tebbel, Schwester von Maurice Tebbel, mit dem neunjährigen Light on-Sohn Light Star (0/ 50.44). Im letzten Jahr noch hatte sie mit Light Star die Silbermedaille bei der EM der Jungen Reiter gewonnen. Im Finale wird sie auch auf ihren Bruder treffen, denn Maurice belegte im Sattel von Qualität (v. Quidam de Revel) in der Prüfung Rang vier und qualifizierte sich ebenfalls für das Finale, das beim CHIO in Aachen (13.-22. Juli 2018) ausgetragen wird. Im letzten Jahr wurde der Emsbürener im Übrigen auch 4. In beim BALVE OPTIMUM und siegte dann aber im Finale. Deutschlands U25 Springpokal wird durch die

Stiftung Deutscher Spitzenpferdesport und die Familie Müter, Elmgestüt Drei Eichen (Königslutter), ermöglicht und wurde erstmals vor fünf Jahren ausgetragen. Auf Initiative der Bundestrainer Otto Becker und Heinrich-Hermann Engemann ins Leben gerufen, gibt der Springpokal erfolgreichen Springreiter in der Altersklasse bis 25 Jahre Gelegenheit, auf Topturnieren Erfahrung im Spitzensport zu sammeln.

Die U25-Reiter in der Dressur maßen sich im Piaff-Förderpreis, dem Preis der Liselotte Schindling- Stiftung, in einer Dressurprüfung Kl. S*** mit Piaffe und Passage. Seit 18 Jahren gilt der Piaff-Förderpreis als Talentscouting und Förderung der zukünftigen Stars im Viereck, die auf dem Weg sind, in den großen Sport hineinzuwachsen. Beim BALVE OPTIMUM siegte die 20-jährige Jil-Marielle Becks, die den zehnjährigen Damon Hill-Nachkommen Damon`s Satelite mit ins Sauerland gebracht und mit dem sie 2016 bereits Bronze bei den Europameisterschaften der Jungen Reiter gewonnen hatte. Mit 74.053 % war sie in Balve uneinholbar für die Konkurrenz. Eine Dressurreiterin wider Willen belegte den zweiten Rang: Juliette Piotrowski, Tochter der Dressurausbilderin Claudia Haller. Die 20-Jährige startete erst vor vier Jahren durch im Viereck, zuvor fegte sie durch den Parcours. Dressurreiten sei früher nie etwas für sie gewesen, nun aber gehört sie zu den hoffnungsvollen Talenten und fühlt sich pudelwohl im Dressursattel. Mit dem 13-jährigen Oldenburger Wallach Sir Diamond (v. Sandro Hit) erritt sie sich in Balve 71,868 %. Rang drei sicherte sich die 21-jährige Anna-Christina Abbelen (70.605 %) im Sattel des Hannoveraner Wallachs Henny Hennessy (v. Hofrat). 2017 hatte sie die Silbermedaille bei der EM der Jungen Reiter gewinnen können. Der wohl am meisten beobachtete Gast am Viereck war der deutsche National-Torwart Manuel Neuer. Der Fußballer, der ab nächster Woche das Tor unserer Mannschaft bei der WM in Russland hütet, drückte seiner Frau Nina Neuer die Daumen. Auch sie startete im Piaff-Förderpreis und erhielt für ihre Vorstellung im Sattel von Don Darius (v. Don Frederico) 66.079 %. Morgen geht es in der Wertung zum Piaff Förderpreis, einem U25-Grand Prix, um wertvolle Punkte für das Finale, welches in der Stuttgarter Schleyerhalle stattfindet (14. bis 18. November).

Auf eine Fahrt zum Finale in Frankfurt freuen darf sich Reitmeister Hubertus Schmidt, der am Samstag den Preis der Nürnberger Versicherung, die Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal, für sich entscheiden konnte. Wie immer perfekt, gefühlvoll und auf den Punkt geritten, pilotierte der Borchener den achtjährigen Westfalen-Hengst Bonamour (v. Bonifatius) durchs Viereck. Von den Richtern gab es für die Vorstellung 73.732 %. Knapp geschlagen geben mussten sich Ann-Christin Wienkamp und der neunjährige westfälisch gebrannte Damon Hill-Sohn Daley Thomson (73.415 %). Rang drei fiel an Lisa Wernitznig und den achtjährigen Hannoveraner Desperados-Sohn Descolari (72.659 %). Der Nürnberger Burg-Pokal gilt als inoffizielle Deutsche Meisterschaft der sieben- bis neunjährigen Viereckhoffnungen. Das Finale dieser renommierten Serie findet stets im Dezember während des Frankfurter Festhallenreitturniers statt und ist eines der Highlights.

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