Springen

Nationalmannschaft ist unterbesetzt

Berlin. Der Bundestrainer Otto Becker hat es im Moment schwer seine Nationalmannschaft zu besetzen, denn Ludger Beerbaum ist zurückgetreten, Christian… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
25.04.2018 2 min lesen
Ahlmann, Christian (GER); Beerbaum, Ludger (GER); Deußer, Daniel (GER); Michaels-Beerbaum, Meredith (GER); Beerbaum, Markus (GER) Rio de Janeiro – Olympische Spiele 2016 (Foto:Stefan Lafrentz)
Berlin. Der Bundestrainer Otto Becker hat es im Moment schwer seine Nationalmannschaft zu besetzen, denn Ludger Beerbaum ist zurückgetreten, Christian Ahlmann und Daniel Deußer wollen nicht für Deutschland reiten. Die beiden haben Anfang des Jahres die Athletenvereinbarung nicht unterschrieben. Daher dürfen sie nicht im Team reiten, weder bei einem Nationenpreis noch bei der WM in Tryon/North Carolina. „Wir haben bei Christian und Daniel die Hoffnung noch nicht aufgegeben“, sagt FN-Präsidiumsmitglied Hofmann. Auch Becker wünscht sich die Rückkehr von Ahlmann und Deußer: „Beide sind absolute Weltklassereiter und Teamplayer.“
Somit stehen drei Olympia-Starter aus dem Rio-Quartett nicht mehr zu Verfügung. Für die am Wochenende beginnende Nationenpreis-Serie gibt es eine millionen-schwere Konkurrenz. „Wir können nicht mehr aus dem Vollen schöpfen“, sagt Dennis Peiler, der Sportchef beim Reitverband FN, um das Problem genau zu benennen.
Denn für die Profireiter selbst ist die Frage, ob sie für die Nationalmannschaft oder an der  Global Champions Tour teilnehmen wollen. Die Global Tour ist für viele Profis eine Verlockung, es wird privat organisiert, umfasst 17 Stationen und bietet ein Preisgeld von ca 35 Millionen Euro. Das ist ein Problem für den Verband, da die Nationenpreise und die WM bei ihnen im Vordergrund stehen.
„Die Serie macht es für uns immer schwieriger“, sagte Peter Hofmann, im FN-Präsidium für den Spitzensport zuständig. „Es gibt ohnehin fast jedes Wochenende zwei Fünf-Sterne-Turniere.“ Hier ist es aber auch klar, dass die Reiter Profis sind und Geld verdienen müssen, so ist die Global Tour mit ihren Einnahmemöglichkeiten für einen Reiter wie Marcus Ehning Pflicht. „Das ist schließlich mein Job“, sagt der derzeit erfolgreichste deutsche Reiter. Ehning ist allerdings in einer komfortablen Situation. Der dreimalige Weltcup-Sieger hat mehrere Spitzenpferde in seinem Stall in Borken: „Ich kann tauschen und wechseln. Otto muss mir sagen, wann er mich braucht, und ich versuche, dahin zu kommen.“
Da es immer mehr Turniere gibt, haben die Reiter auch durch die Teams Verpflichtungen, da kommt dem Bundestrainer Otto Becker das neu geänderte Reglement der Nationenpreis-Serie, zu gute. Jede Nation darf nur bei fünf der acht Turniere des Nations Cups starten. Bei den traditionsreichen Nationenpreisen von Schweden, Irland und Großbritannien wird es keine deutsche Mannschaft geben.

Quelle: www.muensterlandzeitung.de