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Dressur, Fahren, Springen, Turnierergebnisse

Ein Festival für Bayerns Pferdefans

Sportliche Höhepunkte und rasante Shows in der Frankenhalle 36 Pferderassen, Spring-, Dressur- und Fahrwettbewerbe auf höchstem Niveau und ein Schauprogramm,… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
03.11.2019 6 min lesen
Symbolbild (Foto: pixabay)

Sportliche Höhepunkte und rasante Shows in der Frankenhalle

36 Pferderassen, Spring-, Dressur- und Fahrwettbewerbe auf höchstem Niveau und ein Schauprogramm, das es in sich hatte: Die Faszination Pferd, die vom 29. Oktober bis 3. November in der Nürnberger Frankenhalle im Rahmen der Verbrauchermesse Consumenta stattgefunden hat, wartete wieder einmal mit unzähligen Höhepunkten, hippologischen Schmankerln und Premieren auf.

Über 120.000 Besucher konnte die veranstaltende AFAG Messen und Ausstellungen GmbH an den sechs Tagen begrüßen, ein Großteil der Besucher fand auch wieder den Weg zu den Pferden. Schließlich ist es gute Tradition bei den Consumenta-Gästen, immer mal wieder bei den Vierbeinern vorbeizuschauen und sich von der faszinierenden Welt der Pferde begeistern zu lassen. „Das Zusammenspiel zwischen Show und Sport macht die Besonderheit dieser Veranstaltung aus und hat auch in diesem Jahr wieder hervorragend geklappt“, freute sich Turnierleiterin Jacqueline Schmieder. „Es ist uns erneut gelungen, den Menschen die Vielfältigkeit des Pferdesports zu vermitteln und dafür zu sorgen, dass sich der eine oder andere Besucher in die Pferde verliebt“, so die Präsidentin des Bayerischen Reit- und Fahrverbands.

Zum Auftakt sorgte am ersten Tag Lokalmatador Hans-Peter Konle für Stimmung: Der zweifache Familienvater aus dem fränkischen Küps lehrte im S**-Springen die Konkurrenz das Fürchten und lieferte mit seinem zwölfjährigen Oldenburger Wallach Quick Stepp schon im Umlauf eine fehlerfreie Runde ab. In der Siegerrunde setzte er dann noch eins drauf: Als letzter von fünf Reitern war er in diesem Stechen an den Start gegangen, bewies Nerven wie Drahtseile und legte schließlich die schnellste Nullrunde hin. Damit verwies Konle den Weltmeister und Olympiasieger im Vielseitigkeitssattel, Michael Jung aus Baden-Württemberg, auf der neunjährigen Stute Chasandra auf Platz zwei. Der Horber, der in Nürnberg schon mehrfach bewiesen hat, dass er auch im Springsattel eine gute Figur macht, zeigte wieder einmal, dass die Frankenhalle ein gutes Pflaster für ihn ist. So holte er sich im Barrierenspringen mit Sportsmann die goldene Schleife, als er nach vier Stechen fehlerfrei über 1,80 Meter flog.

Auch im Auftaktspringen, einem S*, hatte sich Michael Jung mit Chasandra in die Platzierungsliste eintragen können. Hier siegte die schwedische Nachwuchsreiterin Alice Tapper mit Doge Dogelito.

„Besser kann man es sich kaum wünschen, erst eine internationale Siegerin, dann ein Weltmeister vorne dran und am Ende auch noch ein Franke, der das sportliche Highlight gewinnt“, freute sich Turnierleiterin Jacqueline Schmieder über den fulminanten Auftakt der sechstägigen Veranstaltung.

Und es sollte so weitergehen: Auch am nächsten Tag ging der Sieg im S** mit Siegerrunde an Christian Brühl, einen Franken vom RV Frankenhof-Sonnefeld, der die 16-jährige Stute Que Tal gesattelt hatte. „Hier vor heimischem Publikum zu siegen macht mich natürlich besonders stolz“, freute sich der Träger des goldenen Reitabzeichens, der bereits erfolgreich Nationenpreise absolviert hat. Auf Platz zwei in diesem Springen, das auf den vollen Zuschauerrängen für atemlose Spannung sorgte, lag am Ende Hans-Peter Konle mit Quick Stepp, gefolgt von Michael Jung aus Baden-Württemberg mit Sportsmann S.

Springsport vom Feinsten bekamen die Zuschauer in der Frankenhalle während des ganzen Tages zu sehen. So hatte sich bereits am Morgen Michael Kölz (Leisnig) mit Dubai den Sieg in einer S*-Prüfung gesichert, während der für Gut Ising startende Ire Jeremy Sweetnam auf Grand Coeur ein Punktespringen der Klasse S** für sich entschied.

Am Donnerstag ging dann in der Frankenhalle richtig die Post ab: Das erste Turnier in Sachen Working Equitation erwies sich als absoluter Publikumsmagnet. Die Arbeitsreitweise von der iberischen Halbinsel, die sich in den letzten Jahren in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreut, bot ein tolles Spektakel. Hatten die „Worker“ in den Vorjahren bereits im Schauprogramm eine Plattform gefunden, so bot die AFAG diesmal eine Premiere: Zum ersten Mal gingen die Reiter in einem Wettbewerb an den Start, mussten dabei erst einen Dressurtrail absolvieren und im Anschluss einen Speedtrail, also denselben Parcours im Wettlauf gegen die Zeit.

Und da sorgten die Aktiven im Sattel vor vollen Rängen für Begeisterung. Blitzschnelle Wendungen, rückwärts durch die Stangengassen und im Galopp über eine Holzbrücke – das waren nur ein paar der Anforderungen. Geritten wurde übrigens- dem hohen Schwierigkeitsgrad der Prüfung angemessen – mit einer Hand. Die schnellste fehlerfreie Runde legte dabei Thomas Türmer, der amtierende Deutsche Vizemeister mit seinem bewährten Orlando hin, gefolgt von Mihai Maldea, dem in Rumänien geborenen und seit Jahrzehnten in Eging am See ansässigen Championatsreiter, der Benjamin de Caniceira gesattelt hatte.

Bereits am Vormittag maßen sich die Nachwuchs-Dressurreiter im Finale des Nürnberger Burg-Pokals der bayerischen Junioren. Hier hatte am Ende Anabel Huther vom RV Ellertal mit Fidergold die Nase vorn.

Dressur pur stand am Freitag auf dem Programm. Schon am Vormittag ging die Einlaufprüfung zur zwölften Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal über die Bühne und damit die letzte Chance, einen der Startplätze im Finale der renommierten Prüfung in Frankfurt zu bekommen. Leicht ist es für die jungen Dressurpferde dabei nicht, denn die Atmosphäre in der Frankenhalle kann ganz schön aufregend sein. Aber vielleicht genau deswegen nutzen viele Reiter das Turnier, um ihre Pferde auf die Hallensaison vorzubereiten. Ähnliches gilt nämlich auch für das Festhallen Reitturnier in Frankfurt. Und so wird die Faszination Pferd zu Recht als Generalprobe für das Finale des Burg-Pokals angesehen.

Souverän bestanden hat diese Probe Isabel Freese aus Oldenburg mit ihrem siebenjährigen Totilas-Sohn Total Hope, die Fabienne Müller-Lütkemeier aus Paderborn mit Valesco auf Platz verwies. Beste bayerische Reiterin war Christine Eglinski vom Waldhauser Hof in Sauerlach, die den neunjährigen Hannoveraner Forever mine auf Platz vier lotste.

Am Nachmittag gab es für Dressurliebhaber mit einem Grand Prix noch ein besonderes Schmankerl. Und hier hatte ein bayerischer Vierbeiner die Nase vorne. Mit ihrem weißblauen Florestano-Sohn Fabregaz setzte sich Fabienne Müller-Lütkemeier an die Spitze des Teilnehmerfelds. Beste Starterin aus dem Freistaat war Stefanie Schatz-Weihermüller aus Bayreuth mit C’est la vie.

Am Samstag gaben dann Bayerns Top-Dressurreiter eine beeindruckende Kostprobe ihres Könnens. Auf dem Programm stand am Vormittag ein Grand Prix Special und da zeigten die weißblauen Aktiven ihre ganze Souveränität. Die ersten fünf auf der Siegerliste kamen aus Bayern. An vorderster Stelle reihte sich Ferdinand Csaki ein, der für die Reitakademie München startet und den 13-jährigen Hannoveraner Stevie Wonder M gesattelt hatte. Ein hauchdünner Vorsprung von 0,5 Prozent reichte dem jungen Mann zum Sieg. Damit verwies er Lokalmatadorin Franziska Stieglmaier aus Roth-Untersteinbach mit ihrer selbst ausgebildeten zehnjährigen Stute DSP Dauphin auf den Silberrang, gefolgt von der Landshuterin Lisa-Maria Klössinger und Quam Libet und dem Schwaben Frank Freund mit Royal Cabaret.

Richtig spannend wurde es dann in der Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal, in dem ja die Faszination Pferd traditionell die letzte Möglichkeit bietet, einen Startplatz für das Frankfurter Festhallenturnier im Dezember zu ergattern. Zwölf vierbeinige Nachwuchstalente schwebten durch das Viereck in der Frankenhalle, am Ende ging der Sieg vor vollen Rängen an Annabel Frenzen aus Krefeld mit dem Rheinländer Hengst Kieferhof‘s Imperius mit einer beeindruckenden und beinahe fehlerfreien Vorstellung. Damit verwies sie Isabel Freese aus Oldenburg mit dem Totilas-Sohn Top Gear und die Paderbornerin Fabienne Müller-Lütkemeier mit Valesco auf die Plätze. Beste bayerische Reiterin war Christine Eglinski vom Waldhauser Hof in Sauerlach mit Forever mine auf Rang sechs.

Der letzte Tag bei der Faszination Pferd ist traditionell dem Nachwuchs im Sattel gewidmet. Schon am Morgen kämpften die Pony-Dressurreiter um den Sieg im Bayern-Pony-Cup. In der Finalprüfung setzte sich Josephine Großmann vom Stall Eiben Münchberg mit Der Duke an die Spitze. Den Gesamtsieg im Bayern Ponycup erritt sich Lara Arndt vom RFV Ammersee mit Kleiner Kronprinz. Auch die Springspezialisten unter den Ponyreitern erhielten in der Frankenhalle eine Plattform. Nach zwei Prüfungen der Klasse L stand auch hier die Siegerin im Bayern Ponycup fest. Katharina Roth vom RFV Burgthann durfte sich mit ihrem Mc Pleasure über die Siegerschärpe freuen.

Letzter Programmpunkt und beim Publikum sehr beliebt: In der Pony-Führzügelklasse gab es fantasievolle Outfits bei Pferd und Reiter zu bewundern.

-Martina Scheibenpflug-

Weitere Informationen unter faszination-pferd.de

Alle Ergebnisse unter die-meldestelle.de

 

Pressemitteilung

 

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