Springen

Schon kurz vor dem Stechen im Preis der Deutschen Kreditbank AG (DKB) stellte DKB-Teamathlet Holger Wulschner eins klar: „Ich möchte… Artikel lesen

Larissa Lienig
24. 03 3 min lesen
WULSCHNER Holger (GER), BSC Cha Cha Cha – hier in Neumünster bei den VR Classics 2019. Int. Weltranglistenspringen nach Strafpunkten und Zeit CSI 3* – 15. Februar 2019 –Foto © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Schon kurz vor dem Stechen im Preis der Deutschen Kreditbank AG (DKB) stellte DKB-Teamathlet Holger Wulschner eins klar: „Ich möchte nicht Zweiter werden.“ Eine klare Ansage, die ebenso klar umgesetzt wurde.

Mit 0,8 Sekunden Vorsprung sicherte sich Wulschner auf BSC Cha Cha Cha in 34,63 Sekunden diesen Sieg beim Braunschweig CLASSICO. Der Schwede Rolf-Göran Bengtsson ordnete sich mit dem elfjährigen Carlyle auf dem zweiten Platz ein. Seine Zeit für den Stechparcours betrug 35,43 Sekunden. Zwei superschnelle Runden, zwei erfahrene Pferde, zwei Topsportler im Sattel, ein Stechen in erstklassiger Profimanier.

Dritter wurde im Sattel von Lissino, Karl Brocks in 37,02 Sekunden. Auch das war eine ganz besondere Leistung, Brocks saß auf dem jüngsten Pferd des Stechens. Der Limbus-Sohn ist gerade einmal acht Jahre jung. Brocks hat den Achtjährigen zügig und mit viel Gefühl durch den Parcours gesteuert – eine echte Teamleistung von Reiter und Pferd.

„Der Umlauf mit dem Doppelwasser war eigentlich überhaupt nicht mein Parcours“, gab der Sieger unumwunden nach dem Stechen zu. Aber sein 14-jähriger Casall-Sohn blieb souverän fehlerfrei. „Cha Cha Cha hatte eine ziemlich lange Pause“, erklärte Wulschner. „Wir sind jetzt erst drei Turniere wieder gegangen. Dass er so schnell wieder so gut werden würde, habe ich nicht erwartet.“ Der Holsteiner ist für seine Grundschnelligkeit bekannt, die spielte Wulschner im Stechen aus. „Vielleicht hätte ich sogar zum letzten Sprung hin noch mehr riskieren können“, grinste Wulschner und klopfte seinem schnellen Sieger den Hals. „Ich hatte schon eine gewisse Durststrecke. Da ist so ein Erfolg hier in Braunschweig schon Balsam für die Seele.“

Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Stefan Unterlandstättner, der Vorstandsvorsitzende der DKB, mit hoch zufriedenem Lächeln. Er freute sich über spannenden Spitzensport im Preis der DKB und über den Sieg eines DKB-Teamathleten. Doppelter DKB-Erfolg. Nur eine einzige Dame hatte den Einzug ins Stechen geschafft, zugleich die Jüngste im Starterfeld des Stechens: Mylen Kruse. Die 19-Jährige aus Zeven geht für den heimischen Pferdesportverband Hannover beim Braunschweig CLASSICO an den Start. Ihr flogen die Herzen der Zuschauer zu. Ihre fehlerfreie Runde im Stechen und der fünfte Platz im Preis der DKB wurde frenetisch und sportlich bejubelt. Typische CLASSICO-Stimmung!

Acht der 32 Paare hatten den Sprung ins Stechen dieser internationalen Springprüfung mit Stechen geschafft, sieben davon für Deutschland am Start. Ein Markenzeichen für die Klasse des deutschen Springsports in der Volkswagen Halle. Am morgigen Sonntag steht für die internationalen Springreiter der Höhepunkt des Braunschweig CLASSICO auf dem Programm: der Große Preis der Volkswagen AG ab 15.30 Uhr. Dann werden ganz sicher nicht nur die großen Sieger von heute, Holger Wulschner und Michael Jung, noch einmal richtig angreifen.

Die Große Braunschweig-Nacht – geht ‚rasant‘ weiter

Carsten Graf, Vorstandssprecher der PSD Bank Braunschweig eG, ist ein Fan von Rasanz. Er liebt es, bei der Großen Braunschweig-Nacht am Samstagabend mit einem Vierspänner in die Volkswagen Halle zu flitzen. In diesem Jahr wurde er etwas ruhiger in die Halle ‚kutschiert‘ – auf dem Wagen für die Hindernisse. Das sei auch sehr schön gewesen, aber ‚rasant‘ sei ihm noch lieber, gestand Graf.

Davon gab es bei der Großen Braunschweig-Nacht im Rahmen des CLASSICO 2019 auch reichlich, zum Beispiel mit dem Horseman Team: Drei Männer, die per pedes unter riesigem Jubel der voll besetzten Volkswagen Halle über olympische Hindernisabmessungen sprangen. Oder bei der Pferdekünsterlin Melie Phillipot, deren kleine Puppen-Partnerin auf einem wieselflinken Shetty durch die Halle flitzte. Die Classico-Besucher – begeistert!

Studentin Lisa Röckener bezauberte dagegen mit Anmut und Eleganz in der Kommunikation mit ihrem Pferd. Santi Serra, der Künstler der Freiheitsdressur, in Braunschweig mit langem rotem Frack, spielte mit seinen Arabern und seinem Hund. Wenn Tiere und Menschen dieselbe Sprache sprechen. Es war die exzellente Mischung, die die Große Braunschweig-Nacht 2019 zu einem wunderbaren Erlebnis machte. Und Graf versprach: Die PSD Bank wird auch im nächsten Jahr diese Ausnahmeshow präsentieren. Und wieder: Jubel der CLASSICO-Zuschauer und riesige Vorfreude auf 2020!

(KiK/Equiwords)

Larissa Lienig

„Entspanne dich, lass das Steuer los. Trudele durch die Welt, sie ist so schön.“ - Kurt Tucholsky