Das CSI Basel – Schweizer treten an gegen den Rest der Springsport-Welt

 

Wenn sich die Weltelite der Springreiter erstmals im neuen Jahr misst, dann findet der Longines CSI Basel statt. Auch die neunte Auflage des Fünfsternturniers von Donnerstag bis Sonntag in der St. Jakobshalle dient als internationaler Aufgalopp ins neue Jahr. Erstmals werden Ambitionen für die Weltmeisterschaften im September im US-amerikanischen Tryon angemeldet.

17 Springen sind ausgeschrieben, davon zehn für Profis und sieben für Amateure. Neben den begehrten Punkten für die Weltrangliste lockt auch das Preisgeld von insgesamt 730’000 Franken. Allein der Longines Grand Prix am Sonntag, den noch kein Schweizer zu gewinnen vermochte, ist mit 330’000 Franken dotiert. Im Vorjahr siegte der Belgier Niels Bruynseels auf Gancia de Muze. Martin Fuchs war als Fünfter mit Clooney bester Schweizer.

Internationale Spitzenklasse

Kein Wunder, dass sich die Grosszahl der internationalen Reitergilde in Basel einfinden wird. An den vier Turniertagen werden 64 Reiter aus 19 Nationen starten. Vor allem Team­olympiasieger Frankreich mit den Goldmedaillengewinnern Roger-Yves Bost, Philippe Rozier und dem Top-Ten-Finalsieger Kevin Staut, Deutschland mit seinen Assen Christian Ahlmann, Marcus Ehning und „Lokalmatador“ Hans-Dieter Dreher aus dem benachbarten Eimeldingen, Belgien mit Vorjahres-GP-Sieger Bruynseels, St.-Moritz-GP-Gewinner Wilm Vermeir, Peter Devos, Jérôme Guery und den Zwillingsbrüdern Nicola und Olivier Philippaerts, und die Niederlande mit Harrie Smolders an der Spitze, dem EM-Zweiten 2017 und Weltcupgewinner in Mechelen im Dezember, entsenden starke Delegationen. Als starke Einzelreiter sind die Portugiesin Luciana Dinz, zweifache GP-Siegerin in Basel, der Schwede Rolf-Göran Bengtsson, GP-Gewinner in Basel 2014, die Briten Scott Brash, der ehemalige Weltranglistenerste, die unverwüstlichen Whitaker-Brüder John und Michael sowie die amtierenden Teameuropameis­ter Denis Lynch und Bertram Allen zu beachten.

Der GP wird im gleichen Format wie im Vorjahr ausgetragen. Der Sieger wird in einem Springen über zwei Runden ermittelt. Für den Finaldurchgang können sich die 15 besten Paare oder alle Nullfehlerreiter aus der Runde eins qualifizieren. Dieser Modus verspricht viel Spannung und kommt auch der Live­übertragung des Schweizer Fernsehens entgegen. Von den Top Ten der Weltrang­lis­te fehlen nur einige Namen aus Übersee. Sie werden beim zwölfwö­chigen „Win­ter Equestrian Festival“ in Florida an den Start gehen.

Die vollzählige Schweizer Elite

Die Schweizer Grössen sind in Basel gefordert. Am CHI Genf vermochten sie nicht sonderlich zu überzeugen. Das wollen sie am Rheinknie nachholen. Es soll nicht am bisher einzigen Schweizer Sieg in einer Hauptprüfung bleiben. Im Vorjahr entschied Pius Schwizer mit Balou Rubin am Samstagabend die Hauptprüfung, den Preis des Grand Hotel Les Trois Rois, für sich. Auch im Championat von Basel um die prestigeträchtige Basler Trommel stand noch nie ein Schweizer Reiter ganz vorne. Im Vorjahr siegte der Schwede Rolf-Göran Bengtsson auf dem inzwischen verabschiedeten Casall. Bester Schweizer vor Jahresfrist war der Luzerner Niklaus Rutschi auf dem inzwischen ebenfalls aus dem Sport zurückgezogenen Windsor.

Das heimische Kontingent führen Olympia- und Weltcupsieger Steve Guerdat und die in Göteborg ebenfalls mit Team-EM-Bronze ausgezeichneten Romain Duguet, Martin Fuchs und Ersatzreiterin Janika Sprunger an. Zu den Arrivierten der nationalen Delegation zählen ausserdem Schweizermeister und Cupsieger Pius Schwizer, Paul Estermann, Walter Gabathuler, Werner Muff, Jane Richard Philips und Niklaus Rutschi. Insgesamt sind 19 Schweizer bei den Fünfsternkonkurrenzen gemeldet, darunter mit Bryan Balsiger auch der Europameister der Jungen Reiter und mit Pius Schwizer, Niklaus Schurtenberger und Rachel Baechler das vollständige Podest der Schweizer Elitetitelkämp­fe in Humlikon.

Attraktive Amateur-Tour

Begehrt sind die Startplätze auch in der internationalen Amateur-Tour. Interessierte Reiter aus acht Ländern nehmen die Startgelegenheit wahr. Die finale Konkurrenz findet am Samstagnachmittag statt und ist mit satten 25000 Franken ausgestattet. „Das ist die höchste Finalwertung für Amateure weltweit“, weiss OK-Präsident Willy Bürgin. Zu den Starts in den Amateurprüfungen sind seit diesem Jahr nur noch Reiter zugelassen, die national oder international nicht über 140 Zentimeter oder höher gesprungen sind. Getreu dem Grundsatz: Amateure sollen sich mit Amateuren messen.

Für den Aufbau der Springparcours zeichnet wie im vergangenen Jahr der renommierte Deutsche Frank Rothenberger verantwortlich. Er gilt als weltweit anerkannter Meis­ter seines Fachs. So konstruierte er in der Vergangenheit mehrmals die Kurse an den wichtigsten internationalen Championaten wie Olympische Spiele, Welt- und Europa­meisterschaften sowie an Weltcupfinals.

Link: www.csi-basel.ch

Quelle: pferdewoche.ch