Springen

Belgische Wettbewerbsbehörde verfügt vorläufige Anpassungen für GCT, GCL und FEI

Die belgische Wettbewerbsbehörde (BCA) hat entschieden, dass die Veranstaltungen der Longines Global Champions Tour (LGCT) und der Global Champions League… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
22.12.2017 2 min lesen
Marlon Zanotelli und Extra van Essene bei der Global Championstour in Doha. (Foto: LGCT/ Stephano Grasso)

Die belgische Wettbewerbsbehörde (BCA) hat entschieden, dass die Veranstaltungen der Longines Global Champions Tour (LGCT) und der Global Champions League (GCL) vorläufig Reiter gemäß der 60-20-20 Regel einladen muss, die für alle anderen Turniere auf Spitzen-Niveau gilt. Damit haben LGCT, GCL und FEI kurz vor dem Start der neuen Saison eine harte Nuss zu knacken… .
Der International Jumping Rider Club (IJRC) macht sich seit Wochen dafür stark, dass die 60-20-20 Regel bei Einladungen zu allen Fünf-Stern-Events im Springsport zur Anwendung kommt, einschließlich aller Turniere der LGCT und GCL. Nun hat die Belgische Wettbewerbsbehörde, das Anliegen des IJRC unterstützt und eine Entscheidung getroffen, die LGCT und GCL dazu zwingt sich – zumindest vorläufig – diesem Einladungssystem zu unterwerfen.

In einem Memorandum of Understanding, das die FEI und die Organisatoren hinter LGCT und GCL gemeinsam unterzeichnet hatten, ist festgehalten worden, dass bei Veranstaltungen der LGCT und der GCL statt 60 Prozent lediglich 30 Prozent der Reiter gemäß der Weltrangliste eingeladen werden. Dort wo die 60-20-20 Regel gilt, werden 60 Prozent der Reiter gemäß der Weltrangliste eingeladen, 20 Prozent der Reiter kommen aus dem Gastgeberland und 20 Prozent werden von den Organisatoren eingeladen. Die Absenkung von 60 auf 30 Prozent erlaubt es den Organisatoren einen deutlich größeren Anteil an Reitern nach eigenem Belieben einzuladen. Da bei den Veranstaltungen der LGCT und GCL Weltranglistenpunkte erritten werden, entstehe hier ein Wettbewerbs-Vorteil für diejenigen, die sich in die Mannschaften der GCL einkaufen und damit von dem Einladungssystem profitieren.

Die Wettbewerbskommission der belgischen Wettbewerbsbehörde (BCA) hat am 20. Dezember 2017 vorläufige Maßnahmen beschlossen, die dafür sorgen sollen, dass bei den Veranstaltungen der Global Champions Tour (GCT) und der Global Champions League (GCL) und bei FEI bis zum Abschluss des Falles mindestens 60 Prozent der Einladungen für GCT-Veranstaltungen an Reiter ausgesprochen werden, die gemäß der Grundlage ihrer Platzierung in der offiziellen Rangliste der FEI teilnahmeberechtigt sind.

In einer Pressemitteilung erklärte die belgische Wettbewerbsbehörde, dass sie vorübergehende Maßnahmen für die Longines Global Champions Tour, die Global Champions League und die International Equestrian Federation (FEI) verhängt habe. Mit diesen Maßnahmen soll sichergestellt werden, dass mindestens 60 Prozent der Einladungen zur Teilnahme an LGCT-Wettbewerben aufgrund ihrer Weltranglistenplätze an die Reiter ausgesprochen werden, ohne ein bezahltes GCL-Team durchlaufen zu müssen. In der Diskussion wurde festgestellt, dass „es nicht übertrieben ist zu glauben, dass dieser Rückgang (von 60 auf 30 Prozent der geladenen Gäste entsprechend ihrer Weltranglistenplatzierung) einen Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln darstellen könnte.“
Wie im Kommuniqué ausgeführt, betrifft diese Entscheidung nur vorläufige Maßnahmen und greift der Entscheidung, die nach dem Abschluss der Untersuchung einer möglichen unzulässigen Handlung getroffen werden kann, nicht vor.

Die Reaktion von Jan Tops dürfte nicht lange auf sich warten lassen … Kurz vor dem Start der neuen Saison von LGCT und GCL, wird der Niederländer, der beide Formate aus der Taufe gehoben hat, bestimmt nicht tatenlos zusehen, wie der Start der elften Auflage in Schwierigkeiten gerät. Er wird eine Lösung finden.

 

Quelle: Grandprix Replay