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BCH 2019: Mescal und Chicke Deern sind Bundeschampions der Springponys

Gute Runden bei den fünf- und sechsjährigen Springponys Warendorf (fn-press). Am Finaltag der Bundeschampionate standen am Vormittag die Entscheidungen bei… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
08.09.2019 4 min lesen
Symbolbild © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Gute Runden bei den fünf- und sechsjährigen Springponys

Warendorf (fn-press). Am Finaltag der Bundeschampionate standen am Vormittag die Entscheidungen bei den fünf- und sechsjährigen Springponys an. Die begehrte Siegerschärpe bei den Fünfjährigen im CWD-Preis sicherten sich Mescal von Machno Carwyn – Mangold (Züchter: Angelika Jahr, Besitzer: Lillyhof Wacken) und Johanna Beckmann (Brunsbüttel). Bundeschampionesse der sechsjährigen Springponys im Preis der Böckmann Fahrzeugwerke GmbH wurde Chicke Deern von Top Christobell – Nantano (Züchter: Bernhard Bergkeller, Besitzer: Noemi Sunshine Thurn) mit Reiterin Anna Lena Schaaf (Voerde).

Gutes Springen hängt nicht von der Größe ab – das stellen die jungen Springponys Jahr für Jahr bei den Bundeschampionaten unter Beweis. Der spätere Bundeschampion Mescal machte bereits in der Finalqualifikation der Fünfjährigen auf sich aufmerksam und siegte mit der hohen Wertnote 9,0 deutlich vor der Konkurrenz. Im Finale zeigte der Ponyhengst mit seiner Reiterin Johanna Beckmann eine ähnlich gute Vorstellung, die mit der Wertnote 8,8 belohnt wurde. Peter Teeuwen, Bundestrainer der Ponyspringreiter, lobte den Ritt: „Das war eine sehr ansprechende Vorstellung, sehr gut eingeteilt durch die Reiterin. Das ist ein sehr aufmerksames Pony, immer an den Hilfen und schön abfußend aus dem Hinterbein.“ Einziger Kritikpunkt war laut Teeuwen ein leichtes Verdrehen des Vorderbeins beim Einsprung der Kombination.

Die Silbermedaille sicherten sich die Stute Regenbogen TF von Rex the Robber – Principal Boy (Züchter: Berthold Triebus, Besitzer: Stall Triebus/Fallenberg) und Mika Fallenberg (Ennigerloh). Für ihre Runde erhielten sie von den Richtern Peter Illert, Werner Peters und Herbert Schmerling die Wertnote 8,1. „Die beiden haben die Anforderungen dieser Prüfung super erfüllt“, betonte Teeuwen. „Das Pony fußt gut aus dem Hinterbein ab und öffnet sich über dem Sprung. Zwischenzeitlich fiel die Stute etwas auseinander, aber der Reiter hat sie gut wieder geschlossen bekommen. Das Vorderbein könnte noch etwas gleichmäßiger sein.“ Auch in der Finalqualifikation überzeugten die beiden bereits – hier wurden sie mit der Wertnote 8,2 Dritte.

Bronze holte die Ponystute Gala Nova von Golden State – Top Champy (Züchter: Jürgen Konarske, Besitzer: Anne van der Kamp), die von Vaida Marie van der Kamp (Ochtrup) vorgestellt wurde. „Das war eine sehr ansprechende Vorstellung. Das Pony weiß zu gefallen und steht gut an den Hilfen. Es könnte noch etwas mehr abfußen“, stellte Teeuwen fest. Für ihren Ritt erhielten sie wie bereits in der Finalqualifikation die Wertnote 7,8.

Finale der sechsjährigen Springponys
Dass die Stute Chicke Deern und Anna Lena Schaaf sich den Titel holen, war nicht unbedingt abzusehen. In der Finalqualifikation landeten sie mit einer 7,0 noch auf dem 13. Platz. Doch im Finale konnten sie sich steigern, sodass sie nach dem ersten Umlauf mit der Wertnote 8,1 bereits auf Bronzekurs lagen. Im zweiten Umlauf setzen sie noch einen drauf und erreichten mit 8,5 die höchste Bewertung der Prüfung. Die Summe 16,6 bedeutete den Sieg. „Das Pony wurde sehr sicher vorgestellt durch die Reiterin. Es war immer im Gleichgewicht und schnell im Vorderbein. Es könnte aber noch etwas energischer abfußen“, urteilte Teeuwen.

Neuer Vizebundeschampion ist Jango von Discovery AA – Medoc (Züchter und Besitzer: Johannes-Hinrich Wollesen), der von Giulia Maria Schöttler (Jerrishoe) vorgestellt wurde. Die beiden zeigten bereits in der Finalqualifikation eine harmonische Runde, die mit der Wertnote 7,8 und Platz vier, belohnt wurde. Im Finale erreichten sie im ersten Umlauf die Wertnote 7,7, im zweiten eine 8,2 – insgesamt 15,9. „Der Hengst war immer sicher auf den Linien, schwankte wenig. Er weiß zu gefallen. Wünschenswert wäre noch etwas mehr Dehnung und Losgelassenheit“, so Teeuwen.

Die Bronzemedaille wurde in diesem Jahr zweimal vergeben. Zum einen ging sie an Quattro P von Quaterback’s Junior – Nightlight (Züchter: Elke und Holger Plowka, Besitzer: Björn Münchow) mit Reiterin Henrike Münchow (Mölln). Sie überzeugten sowohl in der Finalqualifikation (Wertnote 8,0 und Platz drei) als auch im ersten Umlauf der Finalprüfung. Hier erhielten sie von den Richtern Helmut Hartmann, Werner Tapken und Hubert Uphus eine 8,4 und gingen als Führende in den zweiten Umlauf. Ein ärgerlicher Abwurf verhinderte den Sieg. Die Endnote 7,4 und das Gesamtergebnis von 15,8 reichten immerhin noch für Bronze. „Das Pony ist zu jeder Zeit gut an den Hilfen und benutzt seinen Körper. Leider hat es sich einmal im Hinterbein festgehalten, daraus resultierte der Fehler“, erklärte Teeuwen. Zum anderen sicherten sich die Stute Sunshine’s Nala von Nutrix I – Validos Highlight (Züchter: Peter Verhaag, Besitzer: Noemi Sunshine Thurn) und Anna Lena Schaaf (Voerde) Bronze. Auch sie konnten sich nach Platz 11 (Wertnote 7,2) in der Qualifikation im Finale erheblich steigern. Eine 7,8 im ersten Umlauf und eine 8,0 im zweiten Umlauf bescherten den beiden Platz drei mit der Gesamtnote 15,8. „Das Pony steht immer an den Hilfen und springt recht sicher. Wir wünschen uns noch etwas mehr Fleiß und dass es den Hals etwas mehr fallen lässt“, resultierte Teeuwen.

Das Nachsehen im Finale hatten Matcho von Machno Carwyn – Hondsrug Don Gregory und Johanna Beckmann. Im vergangenen Jahr holten sie sich den Vizetitel bei den Fünfjährigen. In diesem Jahr sah es nach einem weiteren Erfolg für die beiden aus – sie siegten souverän in der Qualifikation mit der Wertnote 8,3. Im Finale verweigerte der Hengst allerdings, sodass sich die Medaillenträume der beiden nicht erfüllten. Theresa Müller

Zeiteinteilung, Starterlisten und Ergebnisse der Bundeschampionate 2019 gibt es unter www.bundeschampionate.tv

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Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson