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Dressur, Springen, Turnierergebnisse

AWÖ Bundeschampionat 2019 / Rahmenbewerbe: Wiederholungstäter in Rahmenbewerben

Auch abseits der Championatsbewerbe war beim AWÖ Bundeschampionat von 19. bis 22. September 2019 für hochkarätiges Sportprogramm gesorgt. Am Sonntag… Artikel lesen

Jaqueline Weidlich
23.09.2019 4 min lesen
Josef Schwarz jun. (Fotocredits © Pferdenews.eu)

Auch abseits der Championatsbewerbe war beim AWÖ Bundeschampionat von 19. bis 22. September 2019 für hochkarätiges Sportprogramm gesorgt. Am Sonntag wurden acht von insgesamt 32 Rahmenprüfungen bis zu schweren Klasse ausgetragen. Es setzten sich, wenig überraschend, Vortagessieger und -platzierte wie Isabella Willibald, Daniel Spindler oder Josef Schwarz jun. durch.

Stadl Paura – Am letzten Tag des AWÖ Bundeschampionats gab es für die TeilnehmerInnen ebenfalls die Möglichkeit, ihre Pferde in Dressur- und Spring-Rahmenbewerben, also Bewerben, die zu keiner Championats- oder Cupwertung zählten, an den Start zu bringen. Insgesamt standen am letzten Bewerbstag acht der insgesamt 32 Rahmenprüfungen auf dem Programm.

Springreiten

Im Parcours des weitläufigen Europaplatzes wurde es mit dem Großen Preis der Stieglbrauerei zu Salzburg, einer Standardspringprüfung der schweren Klasse, noch einmal hochkarätig. Drei der insgesamt zehn gestarteten ReiterInnen beendeten den Parcours fehlerfrei und zogen damit ins Stechen ein. Als erste Starterin legte Martina Winter mit Absinth W vor, kassierte jedoch einen unglücklichen Abwurf. Zweiter Starter war der Oberösterreicher Josef Schwarz jun., der das beste österreichische Springpferd des Jahres 2018, Candy, gesattelt hatte. Der Happy-Horse-Teamreiter blieb souverän fehlerfrei und legte in 44,13 Sekunden vor. „Natürlich habe ich nicht volles Risiko genommen, weil ich fehlerfrei bleiben wollte. Trotzdem habe ich versucht, eine gute Zeit vorzulegen, weil ich wusste, dass nach mir noch Theresa Bahn angreifen wird.“ Der Plan ging auf. Denn Theresa Bahn kassierte mit Rhoxane Vivida gleich am ersten Sprung einen Abwurf, reihte sich auf dem dritten Rang ein und besiegelte damit Pepi Schwarz‘ Sieg im Großen Preis. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende, ich war eigentlich bei jedem Start unter den Top-Drei. Der heutige Sieg war ein perfekter Abschluss“, so Schwarz. Auch für das AWÖ Bundeschampionat fand er lobende Worte: „Die Organisation war rundherum super!“

Im Preis der Firma Schafkäse Fam. Haslehner, einer Prüfung der Schwierigkeitsstufe LM, kam es zu einem knappen Kopf- an-Kopf-Rennen um den Sieg. Denn zwei Amazonen bewältigten den Parcours fehlerfrei und kamen sogar beinahe in derselben Zeit ins Ziel. Die Bestzeit wurde von Nicole Etl und Lady Lordana in 85,12 Sekunden aufgestellt. Die Zweitplatzierte Isabella Gartner war mit Clinten H um nur vier Zehntelsekunden langsamer.

Dressur

Im Viereck waren am Sonntag zwei Bewerbe der schweren Klasse ausgeschrieben. Im Preis der Firma Lisbeth Pfeiffer, einer Intermediaire I, gingen fünf Paare an den Start. Der Sieger der Musikkür, Daniel Spindler, stellte erneut die Bestmarke auf. Dieses Mal allerdings nicht mit Musikkür-Gewinner Bartlgut’s Fürst Theodor, sondern mit seinem zweiten Pferd Fantastico. 68,246 % reichten für den Sieg. Mit Bartlgut’s Fürst Theodor ritt er zudem zu 68,026 % und wurde Zweiter.

Im Preis der Firma EQUIVA, der über eine Dressurprüfung der Klasse LP entschieden wurde, setzte die Steirerin Isabella Willibald mit ihrem selbst gezogenen Willibald’s Vincenzo Rosso die Siegesserie der Vortage fort. Das Duo knackte als einziges die 70-Prozentmarke und setzte sich damit klar an die Spitze. In der ersten Abteilung derselben Prüfung war nur ein Teilnehmer am Start. Herbert Denk uns seine Paloma erreichten 61,208 %.

Ergebnisse Sonntag, 22.09.2019

Dressur
Preis der Firma Lisbeth Pfeiffer (Dressurprüfung Intermediaire I) 1 Fantastico / Daniel Spindler (OÖ) 68,246 %
2 Bartlgut’s Fürst Theodor / Daniel Spindler (OÖ) 68,026%
3 Olymp F / Daniela Hoffelner (ST) 63,596 %

Preis der Firma EQUIVA (Dressurprüfung Kl. LP)
1. Abteilung

1 Paloma / Herbert Denk 61,208 %
2. Abteilung
1 Willibald’s Vincenzo Rosso / Isabella Willibald (ST) 70,042 %
2 Agrippina S / Heinz-Jörg Wächter (OÖ) 68,917 %
3 James / Theresa Wetschka (B) 66,625 %

Springreiten
Großer Preis der Stieglbrauerei zu Salzburg
1 Candy / Josef Schwarz jun. (OÖ) 0/44, 13
2 Absinth W / Martina Winter (B) 4/42, 32
3 Rhoxane Vivida / Theresa Bahn (OÖ) 4/51, 98

Preis der Firma Schafkäse Fam. Haslehner (Standardspringprüfung 125 cm)
1 Lady Lordana / Nicole Etl 0/85,12
2 Clinten H / Isabella Gartner  0/85,53
3 Valentina H / Roman Hauer  8/89,67

Weitere Informationen:

Allgemeine Informationen: www.a-pferde.at
Start- und Ergebnislisten: www.turnier-meldestelle.com Ausführliche Tagesberichte: www.pferdenews.eu

Die organisierte österreichische Pferdezucht hat die Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Pferdezüchter (ZAP) als Dachverband. Die drei österreichischen Hauptpferderassen (Haflinger, Noriker, Österreichisches Warmblut) sind wiederum in drei Interessensgemeinschaften organisiert, die der ZAP unterstehen. Im Falle des Österreichischen Warmblutes ist dies die Arbeitsgemeinschaft für Warmblutzucht in Österreich (AWÖ). Die AWÖ wurde im April des Jahres 1964 im Bundesgestüt Piber gegründet. Fünf Jahre später wurde das erste gemeinsame Arbeitsprogramm als Basis für die zukünftigen Tätigkeiten beschlossen, 1970 wurden bundesweite Abstammungsnachweise für österreichische Warmblutpferde sowie einheitliche Brände eingeführt. Seit 2017 ist Johannes Mayrhofer Obmann der AWÖ, Mag. Theresa Deisl übernahm 2017 die Geschäftsführung, die sie im Jahr 2019 im Rahmen des Strukturwandels der ZAP und des damit eingeführten ZAP-Generalsekretariats an Wilhelm Popatnig übergab. Sie selbst bekleidet nun das Amt der AWÖ Zuchkoordinatorin. Die Aufgabe der AWÖ ist die Interessensvertretung der österreichischen Warmblutzüchter und der Förderung der heimischen Warmblutzucht. Dies wird unter anderem durch die Organisation von Hengstkörungen und Leistungsprüfungen, die Führung des Hengstbuches, die Erstellung einheitlicher Richtlinien und Zuchtprogramme sowie durch die Organisation von Schauen, Ausstellungen, Prämierungen und Verkaufsveranstaltungen verfolgt.

Das AWÖ Bundeschampionat ist eine jährlich stattfindende Pferdesport- und Zuchtveranstaltung, in deren Rahmen die besten Österreichischen Warmblutpferde in unterschiedlichen Zucht- und Sportdisziplinen ermittelt werden. Im Vergleich zu Staats- oder Bundesmeisterschaften im Pferdesport, stehen beim Bundeschampionat vorrangig die Pferde als Titelträger im Mittelpunkt. Seit 2017 wird das Lot der genannten Fohlen in dressur- und springbetonte Fohlen geteilt, im Jahr darauf wurde ein eigener Championatstitel für springbetonte Jungstuten eingeführt, das Geländepferdechampionat in zwei Altersklassen geteilt und erstmals das Fohlenchampionat der Österreichischen Reitponys in das Programm aufgenommen. Im Jahr 2019 findet das Championat zum 35. Mal statt. Es geht um insgesamt 17 Championatstitel, darunter fünf Fohlentitel, drei Titel der Bundesjungstuten, zwei Reitpferdechampionate, je zwei Titel in den Sportdisziplinen Dressur, Springreiten und Vielseitigkeit sowie ein Championat für Fahrpferde.

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Jaqueline Weidlich

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. -Henri Cartier-Bresson