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Saisonplanung Voltigieren 2022 – Interview mit Bundestrainerin Ulla Ramge

Warendorf (fn-press). Mit dem Weltcup-Finale in Leipzig erlebt die Disziplin Voltigieren ihren ersten Meilenstein in der noch jungen Saison 2022…. Artikel lesen

Martina Brueske
08.04.2022 3 min lesen
Symbolbild Voltigieren © www.sportfotos-lafrentz.de/Stefan Lafrentz

Warendorf (fn-press). Mit dem Weltcup-Finale in Leipzig erlebt die Disziplin Voltigieren ihren ersten Meilenstein in der noch jungen Saison 2022. Was in diesem Jahr auf der Agenda steht und wie die deutschen Athleten dafür vorbereitet sind, das verrät Ulla Ramge im Interview. Für die Bundestrainerin Voltigieren ist es nach 20 Jahren ihre letzte Saison in diesem Amt.

Was erwartet die Voltigierer in diesem Jahr?
Ulla Ramge: Die Saison beginnt mit dem Weltcup-Finale in Leipzig. Hier freuen wir uns nach zwei Corona-Jahren auf ein topbesetztes Starterfeld, sowohl aus deutscher Sicht als auch international gesehen. Mit dabei ist auch Janika Derks, als Einzelvoltigiererin wie auch zusammen mit Johannes Kay im Pas-de-deux. Beide haben bereits Ende 2021 ihr Karriereende verkündet, sich den Start in Leipzig allerdings noch offengehalten. Außerdem im Finale am Start sind Hannah Steverding und Jolina Ossenberg-Engels bei den Damen sowie Vizeweltmeister Jannik Heiland und sein WM-Kollege Thomas Brüsewitz bei den Herren. Das Pas-de-Deux ist gleich mit drei deutschen Duos besetzt. Neben Derks und Kay treten auch Chiara Congia und Justin van Gerven sowie Jolina Ossenberg-Engels und Timo Gerdes in Leipzig an.

Jahreshöhepunkt sind dann die Weltmeisterschaften in Herning vom 6. bis 10. August. Wir freuen uns, zusammen mit den Dressur-, Spring- und Para-Reitern anzutreten, nachdem es ja keine Weltreiterspiele mehr gibt. Für die Nachwuchsvoltigierer geht die Reise übrigens nach Ungarn zu den Europameisterschaften, wo in diesem Jahr auch die Altersklasse U21 im Einzelvoltigieren Premiere feiert.

Wie führt der Weg zu Championat?
Ulla Ramge: Der Weg nach Herning führt die Voltigierer über eine Sichtung in Warendorf vom 13. bis 15. Mai und das CVIO in Aachen vom 23. bis 26. Juni. Darüber hinaus müssen die Championatskandidaten mindestens ein weiteres CVI bestreiten. Nominiert wird dann nach Aachen.

Wie sind die deutschen Voltigierer aufgestellt?
Ulla Ramge: Nach der Corona-Pause und einem verspäteten Start in die Saison 2021 haben unsere Voltigierer die WM in Budapest im vergangenen Jahr bei den Gruppen und Pas-de-Deux absolut dominiert. Beide Titelgewinner werden in diesem Jahr allerdings nicht mehr dabei sein. Das Team Fredenbeck hat Ende 2021 auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft aufgehört. Damit werden in diesem Jahr wohl die Mannschaften aus Köln, Weltmeister 2018, und Ingelsberg, Vize-Europameister 2019, unter sich ausmachen, wer nach Herning fahren wird. Im Pas-de-Deux haben wir neben den Vizeweltmeistern Chiara Congia und Justin van Gerven noch zwei weitere Weltklasse Paare und bei den Herren sind mit Jannik Heiland und Thomas Brüsewitz zwei aussichtsreiche Medaillenkandidaten im Kader. Bei den Damen werden die Karten gerade noch etwas neu gemischt. Hier sind es die Deutsche Meisterin Alina Ross und Hanna Steverding, die im vergangenen Jahr ihr WM-Debüt in den Top Ten beendeten, die championatserfahrene Pauline Riedl sowie die U21-Siegerin von 2021, Kathrin Meyer vom Team Fredenbeck, die die größten Chancen auf ein Ticket für Herning und einen Platz in den vorderen Reihen haben.

Wer sind die größten Konkurrenten?
Ulla Ramge: Die größten Konkurrenten erwarte ich wie in den letzten Jahren schon aus Frankreich, der Schweiz und Österreich.

Wie geht es nach der Weltmeisterschaft weiter?
Ulla Ramge: Sportlich gesehen bilden die Deutschen Meisterschaften regelmäßig den Saisonabschluss. Das ist auch im Hinblick auf die kommende Saison immer interessant zu sehen, was es an neuen Gesichtern in den Landesverbänden gibt. Für mich wird das allerdings mein letzter Einsatz sein. Ich habe mich entschieden, nach 20 erfolgreichen Jahren als Bundestrainerin aufzuhören und neue berufliche Wege zu beschreiten. Ich habe mir diesen Schritt reiflich überlegt und denke, es ist der richtige Zeitpunkt dafür. Jetzt aber gehe ich erst einmal hochmotiviert an die bevorstehende Saison heran mit dem Ziel, am Ende des Jahres ein gut bestelltes Feld zu hinterlassen.